Depressionen: Eine bestimmte Ernährung kann hilfreich sein

Zusammenhang zwischen Übergewicht, Ernährung und Depression

In Deutschland leiden über drei Millionen Menschen an einer Depression – die Weltgesundheitsorganisation WHO erwartet, dass das Seelenleiden bis 2020 die weltweit am zweithäufigsten auftretende Volkskrankheit sein wird. Verschiedene Faktoren kommen als Auslöser in Frage: so zum Beispiel Trauer, Stress, Überforderung oder eine genetische Vorbelastung. Einer Depression liegen Stoffwechselstörungen im Gehirn zugrunde – ein Mangel an bestimmten Nährstoffen spielt vermutlich ebenfalls eine Rolle. Dass Depressionen mit Ernährung zu tun haben könnten, ist demnach nicht von der Hand zu weisen: Die Forschung sucht hier bereits nach neuen Therapieansätzen.

Gibt es Lebensmittel gegen Depressionen?

Forscher vermuten, dass eine bewusste Ernährung Depressionen lindern kann. Sie müsste allerdings eine ausreichende Zufuhr bestimmter Nährstoffe gewährleisten. Dazu zählen Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine: Aus diesen bildet der Körper Dopamin, Serotonin und Noradrenalin – genau die Botenstoffe, die für Antrieb, einen guten Schlaf und eine ausgeglichene Stimmung sorgen.

Studien haben ergeben, dass ein konkreter Zusammenhang zwischen Übergewicht, Depression und Ernährung besteht. Unter anderem wird derzeit untersucht, ob die regelmäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln das Risiko einer Depression erhöht. Stress hat ebenfalls einen Einfluss auf die Nährstoffbilanz des Körpers. In Kombination mit einer unausgewogenen Ernährung werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, die bestimmte Mineralien aus dem Körper ausschwemmen. Auch dies kann in einer Depression münden.

Die Aufnahme von Magnesium, Folsäure, Zink und bestimmten Omega-3-Fettsäuren kann hingegen zu einer Verbesserung von Depressionssymptomen beitragen. Etwa 85 Prozent aller in einer Bad Aiblinger Praxis mit solchen Nährstoffkonzentraten behandelten Patienten bestätigten, dass ihre Depression durch solche Ernährung gelindert werden konnte.

Depression und Ernährung: Zusammenhang nicht endgültig belegt

Orthomolekulare Therapieansätze, also Behandlungen, die speziell auf die Zufuhr bestimmter Nährstoffe setzen, gelten jedoch als wissenschaftlich nicht gesichert und werden von gesetzlichen Krankenkassen daher auch noch nicht bezahlt. Eine Vielzahl von Depressionsforschern bezweifelt die alleinige Wirkung solcher alternativen Methoden – sie sehen keinen Zusammenhang zwischen Blutwerten und Stoffwechselstörungen im Gehirn. Bei der Behandlung einer Depression, häufig eine schwere und sogar lebensbedrohliche Krankheit, dürfe man daher nicht ausschließlich auf die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen setzen: Besonders in ausgeprägten Fällen gäbe es keine Alternative zu Psychotherapie und Antidepressiva.

Themen