Die Natur neu entdecken: Die große Lust am Wandern

Das Wandern ist schon längst nicht mehr nur „des Müllers Lust"

Ein schöner Urlaub bedeutet für 63 % der 40- bis 49-Jährigen pures Glück. Das hat eine repräsentative Umfrage von „Idee für mich“ in Zusammenarbeit mit Emnid ergeben. Warum nicht mal einen Wanderurlaub machen? Fest steht: Irgendwann packt sie jeden – die Lust, unterwegs zu sein. Den Boden unter den Füßen zu spüren, mal weich, mal knochen-trocken. Den Rhythmus der eigenen Schritte zu erleben. Den Duft von Kräutern, Gras und Moos zu riechen. Kuhglocken zu lauschen oder einem Wasserfall. Am Horizont die Berge zu erspähen. Nicht zu hasten, sondern zu genießen. Wandern in Deutschland ist der neueste Trend, denn längst vorbei sind die Zeiten, als nur Oma und Opa das gut fanden.

Wandern in Deutschland: Ein neuer Trend?

Unglaubliche 40 Millionen Deutsche entspannen sich laut Umfrage des Bundeswirtschaftsministeriums bei unserem liebsten Freizeitvergnügen in der Natur, 11 Millionen davon zieht es mindestens einmal im Monat nach draußen.Die neue Lust am Wandern ist seit gut 15 Jahren deutlich spürbar. Immer mehr Deutsche haben in den letzten Jahren das Wandern als idealen Ausgleich zu ihrem Alltag gefunden“, freut sich Klaus Erber vom Deutschen Wanderinstitut. Und auch Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein weiß, warum Wandern immer mehr zum Massenphänomen wird.

Woher kommt die Lust am Wandern?

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen gibt es einen generellen Outdoor-Trend – vor allem, was Bekleidung angeht. Dadurch ist Outdoor, also das Draußen-Sein, zu einem Lebensgefühl geworden. Zum anderen sehnen sich die Menschen nach Natur und Freiheit, dafür stehen die Berge. Eine wichtige Rolle spielt aber auch das Finanzielle: Wandern in Deutschland gilt als günstig.

Weshalb ist Wandern so gesund?

Weil es eine sanfte Form der Bewegung ist, mit der man seine Fitness fördert. Zudem wirkt sich positiv auf die Psyche aus, dass man sich in der Natur aufhält und dort schöne Dinge erleben kann. Das macht es einem leicht, vom Alltag abzuschalten. Wandern und Wellness sind die ideale Kombination für Körper und Seele.

Kann jeder wandern?

Das ist ja das Tolle daran: Weil es so sanft ist, kann jeder wandern – unabhängig von Alter oder Gewicht. Aber natürlich muss man das Wandern den eigenen körperlichen Voraussetzungen anpassen. Wenn man etwa Gelenkprobleme hat, sollte man beim Bergabgehen Stöcke benutzen. Auch sollte man mit leichten, kurzen Touren anfangen und sich dann langsam steigern. Als Einstieg bietet sich eine Wanderung von zwei Stunden an.  

Wie sollte die Ausrüstung aussehen?

Ganz wichtig ist gutes Schuhwerk. Es gibt nichts Schlimmeres als Schuhe, die nicht passen. Deshalb ist es sinnvoll, sich beim Kauf im Fachgeschäft beraten zu lassen. An Bekleidung sollte man Wetterschutzjacke und wärmende Kleidung mitnehmen sowie Hut und Sonnenbrille. Beim Rucksack ist die richtige Größe wichtig, für eine Tageswanderung reicht ein 20-Liter-Rucksack. In den sollte ein Erste-Hilfe-Set, eine Rettungsdecke, etwas Proviant und nicht zu vergessen: genug Getränke! Für zwei Stunden Wanderung rechnet man einen Liter pro Person. Für Notfälle sollte man ein Handy dabei haben.

Wie regeneriere ich mich danach?

Wenn man im Vorfeld ausreichend geplant hat, muss man sich, auch wenn die Anstrengung groß war, nicht regenerieren. Dazu gehört, dass man sich vorher einen Wetterbericht einholt. Wenn es etwa nachmittags Gewitter geben soll, muss man darauf achten, zeitig loszugehen, um wieder rechtzeitig zurück zu sein. Außerdem sollte man für die Tour Zeitpuffer einplanen, denn es kann immer zu unvorhergesehenen Verzögerungen kommen. Auch der berühmte Muskelkater bleibt aus, wenn man vorbeugt und nicht am ersten Tag gleich die große Gipfeltour macht.

Die schönsten Routen zum Wandern in Deutschland

Der Malerweg

Lage: Elbsandsteingebirge in Sachsen
Anfangs- und Endpunkt: Pirna-Liebethal und Pirna Zentrum
Länge: 112 km, 8 Etappen
Höchster und niedrigster Punkt: Großer Winterberg mit 556 m ü. NN
und 113 m ü. NN bei Pirna
Info: www.malerweg.de
Highlights sind die Festung Königstein, die Felsenbühne Rathen und natürlich die Bastei – die bekannteste Felsformation der Sächsischen Schweiz.

Der Heidschnuckenweg

Lage: Lüneburger Heide in Niedersachsen
Anfangs- und Endpunkt: Hamburg-Fischbek und Celle
Länge: 223 km, 13 Etappen
Höchster und niedrigster Punkt: Wilseder Berg mit 169 m ü. NN
Info: www.heidschnuckenweg.de
Über hundert kleine und große Heideflächen, ein Regional- und zwei Naturparks – der Heidschnuckenweg lockt mit allerlei Naturschönheiten.

Der Albsteig

Lage: An der Nordflanke der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg und Bayern
Anfangs- und Endpunkt: Tuttlingen und Donauwörth
Länge: 350 km, 15 Etappen
Höchster und niedrigster Punkt: Lemberg mit 1.017 m ü. NN und Gingen a. d. Fils mit 379 m ü. NN
Info: www.schwaebischealb.de
Saftige Wiesen, schroffe Felsen und märchenhafte Burgen sieht man entlang des Albsteigs. Aufgrund der teilweise schmalen Pfade und steilen Anstiege ist auf diesem Weg etwas Erfahrung gefragt.

Der Altmühltal-Panoramaweg

Lage: Entlang des windungsreichen Flusslaufs der Altmühl in Bayern
Anfangs- und Endpunkt: Gunzenhausen und Kelheim
Länge: 200 km, 15 Etappen
Höchster und niedrigster Punkt: Hahnenkamm bei Spielberg mit 656 m ü. NN und Kelheim mit 350 m ü. NN
Info: www.naturpark-altmuehltal.de
Bizarre Felsformationen bilden einen abwechslungsreichen Kontrast zur Wacholderheide und den Wäldern. Das Highlight kommt zum Schluss: der spektakuläre Donaudurchbruch bei Kloster Weltenburg.

Der Eifelsteig

Lage: Eifel in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz
Anfangs- und Endpunkt: Kornelimünster bei Aachen und Trier
Länge: 313 km, 15 Etappen
Höchster und niedrigster Punkt: Nerother Kopf mit 647 m ü. NN und Trier auf 124 m ü. NN
Info: www.eifelsteig.de
Besonders spannend ist der Eifelsteig in der Vulkaneifel – dort schimmert das Wasser der Maare tiefblau – traumhaft!

Der Schluchtensteig

Lage: Südschwarzwald in Baden-Württemberg
Anfangs- und Endpunkt: Stühlingen und Wehr
Länge: 119 km, 6 Etappen
Höchster und niedrigster Punkt: Krummenkreuz-Hütte auf 1.148 m ü. NN und Wehr auf 346 m ü. NN
Info: www.schluchtensteig.de
Auf Schluchten und Klammen folgen Hochmoore und Seen, Blumenwiesen und Urwälder – Natur pur.

Der Hochrhöner

Lage: Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen
Anfangs- und Endpunkt: Bad Kissingen und Bad Salzungen
Länge: 180 km, 8 Etappen
Höchster und niedrigster Punkt: Wasserkuppe mit 950 m ü. NN und Bad Kissingen auf 210 m ü. NN
Info: www.rhoen.de
Der Weg führt über die höchsten Erhebungen des Mittelgebirges, den Ellenbogen, den Kreuzberg und natürlich die Wasserkuppe.

Der Rothaarsteig

Lage: Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz
Anfangs- und Endpunkt: Brilon und Dillenburg
Länge: 154 km, 8 Etappen
Höchster und niedrigster Punkt: Langenberg mit 843 m ü. NN und Hofgarten in Dillenburg auf 235 m ü. NN
Info: www.rothaarsteig.de
Mit erweiterten Wegen durch das schluchtartige Grubental und die Bergwelt des Hohen Westerwalds kann die Strecke auf 220 km verlängert werden.

Der Moselsteig

Lage: Entlang der Mosel durch Rheinland-Pfalz und das Saarland
Anfangs- und Endpunkt: Perl bis Koblenz
Länge: 365 km, 24 Etappen
Höchster Punkt: 415 m zwischen Schweich und Mehring
Info: www.moselsteig.de
Gerade erst eröffnet, begleitet der Steig den kompletten deutschen Mosellauf. Die zahlreichen Aussichtspunkte sorgen für unvergessliche Ausblicke