Erst Liebe, dann Pleite: Gemeinschaftskonto - ja oder nein?

Birgt vor allem im Alter finanzielle Hürden

Bei der Hochzeit hängt der Himmel noch voller Geigen, und ein gemeinsames Konto ist für viele obligat. Denn es ist übersichtlicher und transparenter als mehrere. Doch diese Entscheidung hat auch so ihre Tücken… Wir erklären die Vor- und Nachteile eines Gemeinschaftskontos.

Gemeinschaftskonto ja oder nein: Zwei Varianten

Beim Oder-Konto besitzt jeder der beiden Kontoinhaber eine Einzelverfügungsberechtigung und kann damit unabhängig vom anderen über Guthaben und Kreditlimits verfügen. Dieses Konto eignet sich für Paare, die beide darüber den täglichen Zahlungsverkehr abwickeln möchten. Dann gibt es noch das Und-Konto. Hier können die Finanzgeschäfte immer nur gemeinsam getätigt werden, bei einer Überweisung müssen z. B. beide Partner unterschreiben. Meist entscheiden sich Eheleute aber für das Oder-Konto. 

Tücke: Elternunterhalt

Ein Nachteil des Gemeinschaftskonto können die Pflegekosten der Eltern sein, die die Kinder immer häufiger zahlen müssen. Haben Tochter oder Sohn nun ein Gemeinschaftskonto mit ihrem Ehepartner, wird automatisch die Hälfte des Vermögens als Grundlage für die Berechnung des Unterhalts genommen – auch wenn der größere Teil des Geldes vom Partner stammt. Will heißen: Bei diesem Modell geht mitunter daseigene Vermögen für die Pflege der Schwiegereltern drauf. 

Gemeinschaftskonto Nachteile: Die Schulden des anderen 

Dumm gelaufen: Kann ein Partner nicht mit Geld umgehen und überzieht das Oder-Konto, müssen aber dennoch beide für die Miesen geradestehen, nicht nur der Verursacher. Gläubiger dürfen darüber hinaus das Konto pfänden lassen. Und schlimmstenfalls muss man den Partner verklagen, um sein Geld wiederzubekommen. 

Fallstrick: Betreuung

Wer keine Vorsorge-Vollmacht hat, bekommt oft einen Betreuer zugewiesen, der sich nicht selten auch um die Finanzen kümmert. „Dieser muss das Geld des Betreuten auf ein neues Konto überweisen“, weiß unsere Finanzexpertin Margit Winkler vom Institut GenerationenBeratung. Der nicht betreute Ehepartner wird nun eine unangenehme Erfahrung machen: Der Betreuer überweist ihm lediglich ein Taschen- oder Haushaltsgeld auf sein Konto. Schutz: Einzelkonten – sie sind die bessere Wahl. Oder sich rechtzeitig um eine Vorsorgevollmacht kümmern. 

Achtung, Erbfall!

Meist ist eine Renten- oder Lebensversicherung nur auf eine Person ausgestellt. Wird diese ausgezahlt und kommt auf das Gemeinschaftskonto, teilt sich das Guthaben automatisch durch zwei – den Begünstigten der Versicherung und dessen Ehepartner. Da diese Übertragung als Schenkung gilt, wird sie auf den Freibetrag für Schenkungs- und Erbschafts steuer angerechnet. Dies gilt übrigens auch für Gutschriften, die auf ein gemeinsames Konto eingehen! Tipp: Treffen Sie mit Ihrem Partner eine schriftliche Regelung über die Rechte an dem Konto!

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