Pollen-Allergie: Jetzt ist Heuschnupfenzeit

Was dagegen hilft und was Betroffene tun können

Für viele Menschen mit Pollen-Allergie geht es bereits ab Februar schon so richtig los: Es ist Heuschnupfenzeit. Die Symptome reichen von Niesen über juckende Augen bis hin zu Asthma. Doch es gibt Mittel und Wege, unbeschwerter durch die akute Zeit zu kommen.

Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts sind etwa 15 Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder in Deutschland von Heuschnupfen betroffen. 8,6 Prozent der Bevölkerung haben sogar durch eine Pollen-Allergie verursachtes Asthma.

Ursachen für Allergien

Anfälle mit bis zu 20 Mal Niesen hintereinander, gerötete, brennende, tränende und juckende Augen, Schnupfen und Juckreiz in Rachen und Nase – das sind die auffälligsten Symptome bei der Pollen-Allergie. Häufig fühlen sich die Betroffenen auch abgeschlagen und klagen über einen schweren Kopf. Viele haben während der akuten Heuschnupfenzeit das Gefühl, richtig krank zu sein. Teilweise ist sogar Fieber bei Heuschnupfen möglich. Diese Beschwerden treten allerdings nur dann auf, wenn sich der Patient in der Nähe von den allergenen Pollen befindet. 

Oft werden die Anzeichen falsch gedeutet, denn ein echter Schnupfen fühlt sich sehr ähnlich an. Besonders bei Kindern sind die Symptome nur schwer von einer Erkältung zu unterscheiden. Deshalb sollten Eltern mit ihrem Kind im Zweifel zum Allergologen gehen, um es testen zu lassen.

Ursache: Wie entsteht eine Pollen-Allergie?

Allergien entstehen, wenn das Immunsystem eigentlich harmlose Stoffe als gefährlich einstuft und sie dann mit aller Kraft bekämpft. Diese Stoffe werden Allergene genannt. Gegen diese vermeintliche Bedrohung bildet unser Abwehrsystem Antikörper. Diese docken an den so genannten Mastzellen an, welche für Wundheilung und Immunabwehr verantwortlich sind. Beim nächsten Kontakt mit den Pollen werden diese Zellen dazu angeregt, Entzündungsstoffe wie Histamin freizusetzen. Und das Histamin wiederum ist verantwortlich für die typischen Beschwerden. Meist entwickeln sich Allergien über mehrere Jahre hinweg, selbst 50-Jährige können noch Heuschnupfen bekommen.

Auslöser für die Reaktion

Das Immunsystem erkennt bestimmte Eiweiße in den Pollen als schädliche Erreger. Sie kommen vor allem in den Pollen vor, die mit dem Wind fliegen: Das sind unter anderem Birken-, Erlen-, Hasel-, Roggen-, Pappel- und Gräserpollen. Die Pflanzen setzen riesige Mengen des Blütenstaubs frei. Nur eine einzige Roggenähre schickt über vier Millionen Pollenkörner in die Luft, die sich bis zu 400 Kilometer weit verbreiten können. Wer auf Birke und Haselnuss allergisch reagiert, verträgt während der Blüte oft keine Möhren, Äpfel oder Nüsse. Gräserpollen-Allergiker reagieren auf Paprika und Petersilie. Das nennt man Kreuzallergie. Erhitzen oder Einfrieren zerstört die Allergene.

Behandlung von Pollen-Allergie

Wenn sich von einer Pollen-Allergie Betroffene auf eigene Faust behandeln, können sie nach Meinung der Ärzte eine Menge falsch machen: Das Medikament ist unter- oder auch überdosiert oder hat Nebenwirkungen. Dazu kommt: Wenn die Pollen-Allergie falsch oder gar nicht behandelt wird, kann sie sich verlagern – aus Heuschnupfen kann dann Asthma werden. Das bezeichnet man als „Etagenwechsel“.

Ein Allergologe kann eine exakte Diagnose stellen und die entsprechenden Medikamente verschreiben. Auch die Selbstmedikation ist nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sicherer. Bei leichteren Beschwerden genügen meist Nasensprays und Augentropfen, um bei verstopfter Nase und juckenden und tränenden Augen zu helfen. Säfte, Tropfen, Sprays und Nasenöle mit ätherischen Ölen aus Myrte oder Eukalyptus lösen den Schleim in Nase und Bronchien und normalisieren die Sekretbildung.

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die Symptome zu lindern, kann der Mediziner auch andere Medikamente verschreiben, die den Heuschnupfen von innen bekämpfen. Endgültig loswerden kann man diese Allergie aber nur mit der so genannten Hyposensibilisierung. Das funktioniert wie eine Impfung: Der Arzt verabreicht die auslösenden Allergene über drei bis fünf Jahre in Mini-Dosen, sodass sich das Immunsystem an sie gewöhnt – und sie nicht mehr bekämpft. Das geht per Spritze, mit Tropfen oder auch mit Tabletten, die man sich unter die Zunge legt.

Was hilft in der Heuschnupfenzeit?

Sicher vorbeugen können Betroffene leider nicht. Am besten ist es, sich den Pollen gar nicht erst auszusetzen und im Haus zu bleiben. Wer Autofahren muss: Die Fenster sollten geschlossen bleiben. Zusätzlich kann die Werkstatt spezielle Pollenfilter einbauen. Eine Sonnenbrille schützt die Augen, und wer seine Nase regelmäßig mit Salzwasser durchspült, duscht die lästigen Allergene einfach weg – und pflegt nebenbei noch seine Schleimhäute.

SOS-Tipps bei Pollen-Allergie

In der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr lüften, dann herrscht die geringste Pollenkonzentration, auf dem Land zwischen 20 und 24 Uhr. Damit Pollen nicht ins Zimmer gelangen können: Ein spezielles Fensterschutzgitter (Baumarkt) hält die Pollen draußen.

Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man duschen, da sich Pollen in Haaren und Kleidern festsetzen. Die Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen.

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