Rheumaschmerzen lindern: Warum ein Schwefelbad so gut tut

Ohne Pillen gegen rheumatische Beschwerden

Doris leidet seit Jahren an rheumatoider Arthritis, kurz Rheuma genannt. Bei ihr begannen die Beschwerden in den Fingern, inzwischen sind aber auch die Knie und die Schultern betroffen. Damit sie nicht so viele Schmerzen hat, bekommt sie Medikamente. Doch Rheumaschmerzen lindern nicht nur Pillen, auch Bewegung ist hilfreich.

Funktionstraining hält Gelenke beweglich 

Außerdem geht Doris nämlich regelmäßig zu dem Funktionstraining, das die Rheuma-Liga an ihrem Heimatort organisiert. Der Arzt hat es ihr verordnet. Sie macht dort spezielle Übungen, die ihre Rheumaschmerzen lindern sollen und dazu dienen, ihre kranken Gelenke beweglich zu halten, ohne sie zu überfordern. Funktionstraining gibt es als Warmwasseroder als Trockengymnastik.

Der 64-Jährigen macht es im nassen Element mehr Spaß. Jetzt freut sie sich auf ihren Urlaub. Sie wird ihn in einem Heilbad verbringen, dessen Mineralquelle reich an Schwefel ist. Denn dieser ist ein wichtiger Teilbaustein für den Aufbau von Gelenkknorpeln. Darum sind Schwefelbäder bei Rheuma-Erkrankungen so wohltuend. Gelangt der Schwefel im Schwefelbad über die Haut ins Blut, wirkt er zudem lindernd auf die Rheumaschmerzen und entzündungshemmend. 

Natürlich trägt auch die Temperatur des Wassers zur heilenden Wirkung bei. Diese Wärmewirkung wiederum wird durch den Schwefel im Wasser noch erhöht. Die Muskeln im ganzen Körper können entspannen. 

Schwefel: Wirkung am besten im Einzelbad

So angenehm der Aufenthalt in einer schwefelhaltigen Therme auch sein kann, seine Wirkung gegen das Rheuma entfaltet Schwefel so richtig erst im Einzelbad in der Wanne. Denn wird in größeren Becken dem Wasser aus Hygienegründen Chlor beigefügt, wandelt dieses den Schwefel so um, dass er seinen therapeutischen Effekt verliert. 

Regelmäßige Gymnastik und Schwefelbäder sind nicht die einzigen Möglichkeiten, rheumatische Beschwerden ohne Medikamente zu lindern. Viele Betroffene machen sich bei akuten Entzündungen einen kalten Quarkwickel. Dafür wird Quark (die Fettstufe ist egal) am besten etwa einen halben Zentimeter dick auf ein Tuch gestrichen und das Tuch dann gefaltet. Der so entstandene Wickel wird dann auf das betroffene Gelenk gelegt. Man kann ihn mit einer Mullbinde fixieren. Der Wickel sollte abgenommen werden, bevor er sich erwärmt. Denn Wärme könnte die Entzündung im Gelenk verschlimmern.

Was können Betroffene noch tun, um rheumatische Beschwerden zu lindern? Wer zu viele Kilos mit sich herum trägt, sollte versuchen abzunehmen, vor allem, wenn Gelenke von Rheuma betroffen sind, die Gewicht zu tragen haben. Jedes Kilo ist eine zusätzliche Belastung für die erkrankten Gelenke. Oft ist auch eine Umstellung der Ernährung hilfreich. Wer etwa viel Fleisch und Wurst isst, nimmt damit ein hohes Maß an sogenannter Arachidonsäure auf. Diese begünstigt entzündliche Prozesse. Empfehlenswert ist es darum, den Fleisch- und Wurstkonsum zu reduzieren und wenn, dann vorwiegend fettarme Sorten zu essen. Tierische Fette, wie Butter und Schmalz, sollten möglichst gemieden werden. 

Entzündungshemmend wirken dagegen Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in Fischen, wie Lachs, Makrele und Hering, stecken. Zwei Fischmahlzeiten pro Woche werden empfohlen. Pflanzliche Öle, die viel Omega-3-Fettsäuren enthalten, wie Leinöl, Rapsöl und Walnussöl, sollten ebenfalls verwendet werden. Alkohol verstärkt Entzündungsprozesse Am besten ist eine Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Weil Alkohol Entzündungen verstärken kann, ist es besser, den Konsum einzuschränken.

Rheumaschmerzen lindern mit Moor

Moor hält lange die Temperatur. Praktisch sind fertige Moorkissen. Man kann sie gegen chronische Beschwerden in Wasserbad oder Mikrowelle auf 38 bis 55 Grad erwärmen oder bei akuten Entzündungen im Kühlschrank für zwei Stunden aufbewahren, bevor sie auf den Schmerzbereich gelegt werden.

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