So schützen Sie Ihre Leber: Gesunde Ernährung ist wichtig

Unser Entgiftungsorgan ist immer häufiger überlastet

Druck im Bauch, Völlegefühl, Blähungen? Das können sogenannte dyspeptischen Beschwerden (von griech. dispepsia = Fehlverdauung) sein. Die Leber ist nicht nur unsere Entgiftungszentrale. Sie hilft unserem Körper auch Nahrungsfette zu verdauen. Die richtige Ernährung ist also wichtig, um die Leber zu schützen.

Etwa 800 Milliliter Gallensaft produziert unsere Leber täglich. Dazu wird er aus dem Vorrat in der Gallenblase bei Bedarf in den Zwölffingerdarm, den Anfang des Dünndarms, gegeben, wo er hilft, die mit der Nahrung aufgenommenen Nahrungsfette so aufzuspalten, dass sie dem Körper als Energielieferanten zur Verfügung stehen. 

Falsche Ernährung: Leber auch belastet durch Zucker

Nehmen wir aber zu viele Fette über die Nahrung auf und trinken gleichzeitig Alkohol, rauchen vielleicht dazu oder kommen auch noch mit Giften, wie Schwermetallen, in Berührung, gerät die Leistungsfähigkeit der Leber an ihre Grenzen. „Dann gelangen die Nahrungsfette unverdaut in den Dickdarm, werden dort von Bakterien vergoren und lösen über die verstärkte Gasbildung die beschriebenen dyspeptischen Beschwerden aus“, erklärt Gesundheitsexperte Prof. Hademar Bankhofer. 

Doch nicht nur die Verdauung größerer Fettmengen bzw. schlechte Ernährung überfordert die Leber. Auch ein Zuviel an Zucker kann die Lebergesundheit erheblich gefährden. Und Zuckerfallen lauern überall, nicht nur in leckeren Kuchen und Keksen. Ein Glas Cola etwa wartet mit einem Zuckergehalt auf, der dem von zwölf Würfelzuckern entspricht. In einem durchschnittlichen Fruchtjoghurt stecken sechs Würfelzucker, in 100 Gramm Ketchup (entspricht etwa sechs bis sieben Esslöffel) neun Stück.

Müdigkeit ist der Schmerz der Leber bei falscher Ernährung

Zur Entlastung der Leber sollten wir auf fett- und zuckerreiche Lebensmittel verzichten und Alkohol meiden. Eine Ernährung mit viel Bitterstoffen (z. B. in Chicoree, Grapefruit, vielen Kräutern) oder Präparate mit Bitterstoffen können die Gallenproduktion anregen und somit verhindern, dass unverdaute Nahrungfette in den Dickdarm gelangen und dort von Bakterien gasbildend vergoren werden.

Dass eine Leber dauerhaft überlastet ist, kann sich übrigens nicht nur in den erwähnten Beschwerden zeigen. Oft ist bleierne Müdigkeit und Antriebslosigkeit ein Hinweis darauf. „Diese Müdigkeit ist sozusagen der ‚Schmerz der Leber‘“, weiß Prof. Bankhofer. „Denn die Leber selber ist nicht in der Lage, uns mittels Schmerzimpulsen ihre Überlastung zu signalisieren.“ 

Eine Fettleber ist keineswegs harmlos 

Unsere Leber ist zwar ein recht robustes Organ, aber durch eine dauerhafte Überlastung kann eine sogenannte Fettleber entstehen. Viele Menschen denken, daran sei meist Alkohol schuld. Doch oft entsteht eine Fettleber durch Übergewicht und Fettleibigkeit. Nehmen wir mit der Nahrung zu viele Fette und Kohlenhydrate auf – letztere baut die Leber teils ebenfalls zu Fetten um –, kann die Leber sie nicht mehr vollständig verarbeiten und abtransportieren. Sie speichert die Fette dann. 

Zudem bildet Fettgewebe im Körper – vor allem Bauchfett – Fettsäuren, die freigesetzt werden und ebenfalls in den Leber gelangen und zu deren Verfettung beitragen. Eine verfettete Leber gilt oft als harmlos. Aber sie kann gefährliche Folgen haben. Denn bei einem Drittel der Patienten mit einer Fettleber entzündet sich das Organ, es entsteht eine Fettleber-Hepatitis.

Wird diese nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann die Entzündung in eine Leberzirrhose münden. Dabei gehen die Zellen des Stoffwechselorgans zugrunde, die Leber vernarbt und schrumpft. Schließlich kann sie ihre Aufgabe überhaupt nicht mehr erfüllen. 

Mit ausgewogener Ernährung die Leber schützen 

Gegen eine Fettleber hilft letztlich nur eine konsequente Änderung des Lebensstils. Die gute Nachricht: Wer rechtzeitig etwas gegen die Leberverfettung unternimmt, bietet dem Organ die Chance, sich wieder vollständig zu erholen. Ist an der vermehrten Fetteinlagerung zu hoher Alkoholkonsum schuld, sollten Betroffene Alkohol in Zukunft komplett meiden. 

Langfristig abnehmen, keine Nulldiät

Wenn Übergewicht zur Fettleber führte, sollte die Ernährung umgestellt werden und regelmäßig Sport getrieben werden. Wenn man es schafft, dadurch Gewicht zu verlieren, speckt sozusagen auch die Leber ab. Hungerkuren oder Nulldiäten zu machen, um schnell Gewicht zu verlieren, ist allerdings nicht empfehlenswert. Denn diese belasten die Leber stark. Ratsam ist darum eine langfristige, langsame Gewichtsreduktion. Tipps für gesundes Abnehmen finden Sie hier.

Die Nahrung sollte fettarm sein und pflanzliche Fette im Vordergrund stehen. Wichtig ist es auch, die richtigen Kohlenhydrate zu essen. Verzichten Sie auf schnell verdauliche Zucker, wie sie in Süßigkeiten, Kuchen, Limonaden und weißem Brot stecken. Ersetzen Sie diese besser öfter durch Vollkornprodukte. Und wenn es Süßes sein muss: Gönnen Sie es sich bewusst, snacken Sie nicht nebenbei. 

Und trinken Sie möglichst wenig Alkohol – er belastet nicht nur die Leber, sondern hat auch viele Kalorien. Wer seine Leber schützen und mal etwas Gutes tun will, kann versuchen, nach den Feiertagen einmal 21 Tage lang komplett auf Alkohol und Zucker zu verzichten und den Fettkonsum gegen null zu fahren. Denn eine Leber kann sich in dieser Zeitspanne gut erholen.

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