Ausmisten: Tipps für Wohnung, Alltag und Kleiderschrank

Minimalismus als Lebensstil

Mit 10.000 Gegenständen umgibt sich im Schnitt jeder von uns. Höchste Zeit, diese üppige Sammlung mal einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Minimalismus als Lebensstil ist angesagt — und das nicht ohne Grund. Sie glauben nicht, wie gut das Leben mit weniger Ballast tut. Probieren Sie es aus, mit unseren Tipps klappt das Ausmisten!

Ausmisten: Tipps für Ihre Wohnung

Sie wollten schon immer mal entrümpeln? Der richtige Zeitpunkt ist – jetzt!

Prüfen: Schaffen Sie Platz. Befreien Sie sich von altem Ballast. Fangen Sie damit in der Wohnung an. Denn: Nichts schafft mehr Raum für neue Gedanken als ein ordentliches Heim. Beherzigen Sie die Ratschläge der Japanerin Marie Kondo. Sie ist eine der bekanntesten Aufräum-Experten der Welt. In ihrer Bücherreihe „Magic Cleaning“ nimmt sie Aufräumwillige an die Hand. Wichtigster Ausmisten Tipp: Dinge einfach nur zu verstauen, bringt nichts. Jedes Teil in der Wohnung sollte vorher auf dem Prüfstand stehen: Macht es mich glücklich? Brauche ich es wirklich? Nur dann darf der Gegenstand bleiben.

Ordnen: Marie Kondo verfolgt eine klare Strategie: Jedes Teil in der Wohnung bekommt, nachdem es ein Bleiberecht erhalten hat, einen festen Platz. Nur dann kann das Chaos langfristig gebannt werden. Fragen Sie sich, wie oft, wann und wofür das Teil gebraucht wird. Dinge, die Sie oft benötigen, bekommen einen leicht zugänglichen Platz. Denken Sie praktisch. Gegenstände, die eher selten in Gebrauch sind, werden auf die hinteren Plätze verwiesen. Und: Alle Dinge der gleichen Kategorie kommen an ein und denselben Ort, Vasen zum Beispiel in einen Schrank.

Mieten: Dinge zu kaufen, die man nur selten braucht, das kostet Geld und vor allem auch Platz. Bei vielen Anbietern ist es deshalb schon seit einiger Zeit möglich, Produkte zu mieten. Von der Bohrmaschine (z.B. über OBI) über die Kleidung (z.B. HIER) bis hin zu der Waschmaschine oder einem Fernseher (HIER) – unserem Bedürfnis, etwas zu mieten, sind (fast) keine Grenzen gesetzt.

Ausmisten im Alltag

Im täglichen Leben sammelt sich ganz schön viel Unnötiges an. Das steht dem Minimalismus als Lebensstil natürlich im Weg. Also: weg damit!

Abbestellen: Auch technisch gesehen, lässt sich der Alltag minimalistisch optimieren. Erster Schritt: Bestellen Sie alle E-Mail-Newsletter ab, die Sie nicht brauchen. Sie werden merken, wie befreiend das ist. Schritt zwei: Bei wie vielen Social-Media-Portalen sind Sie angemeldet? Gehen Sie durch, was und ob Ihnen ein Profil dort überhaupt etwas bringt. Beschränken Sie sich anschließend auf höchstens zwei solcher Netzwerke. Das reicht.

Absagen: Stehen im Terminkalender Verabredungen mit Menschen, auf die Sie sich nicht wirklich freuen? Sagen Sie sie ab. Das klingt vielleicht hart, aber Sie sollten sich nur mit Menschen umgeben, mit denen Sie auch Spaß haben. Tipp: Treffen Sie klare Aussagen, und vermeiden Sie das Wort „vielleicht“ – so lassen Sie sich nicht so leicht Treffen „aufquatschen“.

Kochen: Funktioniert der Minimalismus Lebensstil auch in der Küche? Versuchen Sie es – zum Beispiel mit nur einer Hand voll Zutaten. Das spart Zeit und Gedanken. Oder wie wäre es mal wieder mit Kartoffeln und Kräuterquark? Super einfach und lecker!

Reparieren: Der Toaster hat den Geist aufgegeben. Einfach wegschmeißen? Das wäre nicht minimalistisch. Lieber das Gerät gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern in einem Repair-Café reparieren. Infos: www.repaircafe.org

Ausmisten: Tipps für den Kleiderschrank

Misten Sie drei Stunden lang aus – und Sie werden sich befreit fühlen!

Aussortieren: Der Kleiderschrank quillt über, und trotzdem haben Sie nichts zum Anziehen? Damit befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Jeder Deutsche kauft 18 Kilogramm Kleidung im Jahr – das sind etwa 50 bis 70 Kleidungsstücke. Ähnlich erging es auch der Mode-Bloggerin und Autorin Anuschka Rees – bis sie sich dem Minimalismus verschrieb und entdeckte: Weniger ist mehr. In ihrem Buch erklärt sie, dass nicht die Quantität, sondern die Qualität im Kleiderschrank entscheidend ist. Sie rät zu rigorosem Ausmisten, um den eigenen Stil (wieder) zu finden. Eine Detox-Kur für den Schrank.

Verteilen: Die ersten Schritte zu einem aufgeräumten und minimalistischen Schrank sind vier Kartons mit den Aufschriften: „Müll“, „Verkaufen/Verschenken“, „Ändern lassen“ und „Kleiderschrank“. Und dann: alles raus aus dem Schrank. Ja, wirklich alles! Nächster Schritt: Nehmen Sie jedes einzelne Kleidungsstück in die Hand, und prüfen Sie ganz genau: Brauche ich es? Hat es eine gute Qualität? Passt es zu meinem Stil? Je nachdem, wie Sie geantwortet haben, werden die Teile auf die vier Kartons verteilt. Am Ende werden Sie überrascht sein, wie toll es ist, die (neu) entdeckten Lieblinge wieder in den Kleiderschrank einzusortieren. Übrigens: Minimalisten sind der Meinung, dass eine Garderobe genügt, die aus 20 bis 40 Teilen besteht. Keine Sorge: Nicht mit eingerechnet sind Unterwäsche und Strümpfe.

Gruppieren: Ist das, was in den Schrank soll, für gut befunden worden, geht es weiter mit dem Sortieren. Überlegen Sie sich eine sinnvolle Aufteilung für Ihre Garderobe. Entscheiden Sie, ob Sie Ihre Kleidung nach Anlass (Alltag, Büro), nach Saison (Frühling, Sommer) oder nach Farben (Rot, Schwarz) sortieren. Und das Wichtigste: Bleiben Sie bei diesem System.

Einsortieren: Die ersten Schritte sind getan. Nun geht es darum, die Kleidung geordnet und platzsparend in den Schrank einzusortieren. Denn schließlich geht es ja auch darum, diese Ordnung beizubehalten. Wer Schubladen hat, rollt T-Shirts, Pullover und Hosen. So knittern sie nicht. Tipp: Unterwäsche und Strümpfe legen Sie in ausrangierte Schuhkartons – so behalten Sie in der Schublade den Überblick.