Nein sagen lernen: Raus aus der Nettigkeits-Falle

Nein sagen ohne Schuldgefühle

Einfach mal öfter Nein sagen: Können Sie anderen auch schlecht etwas abschlagen? So schaffen Sie es, häufiger an sich selbst zu denken. Nein sagen lernen – wir erklären, wie!

Ein Freund bittet Sie um Hilfe beim dritten Umzug in zwei Jahren, die Kollegin wäre Ihnen so dankbar, wenn Sie ihre Präsentation übernehmen könnten, Ihre Schwester möchte die Kinder nur gaaanz kurz vorbeibringen … Stopp! Haben Sie auch oft das Gefühl, dass alle Welt zu Ihnen kommt, weil Sie garantiert einspringen, weil Sie nicht nein sagen können? Anderen zu helfen ist toll, aber man darf sich dabei nicht selbst aus den Augen verlieren. 

Ein Nein bedeutet nicht das Ende einer Freundschaft

Haben Sie schon einmal den Kontakt zu einer Freundin abgebrochen, nur weil Sie Ihnen mal nicht helfen konnte? Nein, oder? Freundschaft bedeutet nicht, sich für den anderen aufzuopfern. Wahre Freunde werden verstehen, dass Sie ab und zu passen müssen. Wichtig ist nur, einen Grund dafür zu nennen. Sei es fehlende Zeit, Kraft oder zu wenig Know-how.

Sich anderen Menschen selbstsicher präsentieren

Wer eine unsichere Körperhaltung an den Tag legt, wird leichter von anderen ausgenutzt. Nein sagen lernen, heißt auch, dies mit aufrechtem Gang und erhobenem Kopf zu tun – so bringen Sie Kollegen und Freunde eher dazu, ein Nein zu akzeptieren.

Nein sagen lernen ohne schlechtes Gewissen 

Klar, jemanden zurückzuweisen hat einen faden Beigeschmack. Gerade, wenn der andere enttäuscht ist, steht schnell das schlechte Gewissen auf der Matte. Doch Übung macht bekanntlich den Meister: Mit der Zeit werden Sie merken, dass es okay und sogar wichtig ist, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und lernen, nein zu sagen.

Keine Angst, als Egoist abgestempelt zu werden

Niemand möchte gern selbstsüchtig wirken. Eine gesunde Portion Eigenliebe hat aber nichts mit Egoismus zu tun, sondern hilft einem dabei, persönliche Grenzen zu wahren. Falls Ihnen trotzdem jemand unsoziales Verhalten vorwirft, machen Sie sich klar: Wahrscheinlich will er mich damit nur unter Druck setzen und zu einem Ja drängen.

Machen Sie ruhig mal ein Gegenangebot

Es muss nicht immer gleich ein Nein sein – manchmal ist ein Kompromiss die beste Lösung. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Gegenüber, wie Sie die Sache angehen. Damit demonstrieren Sie: Hey, mir liegt wirklich am Herzen, dass es dir gut geht. 

Nein sagen lernen – auch zu sich selbst

Wenn Sie sich öfter selbst ausbremsen, klappt das auch bei anderen besser. Stoppen Sie zwischendurch immer wieder Ihren inneren Perfektionismus, etwa so: Es wäre toll, wenn ich heute noch die Steuer machen würde. Aber …nein, ich muss jetzt ins Bett.