Tabuthema Zwangsstörung – Tipps und Infos

Zwangsstörung: Arten, Ursachen, Therapien

Rund 1,5 Millionen Deutsche haben ihr Verhalten nicht im Griff. Dies sind die häufigsten Zwangsstörungs-Arten:

Waschzwang

Die Hände werden immer wieder sauber und gründlich gewaschen – aus Angst, sich mit einer Krankheit anzustecken, aus übertriebenem Ekel vor Bakterien und Keimen oder aus der Furcht heraus, andere zu beschmutzen.

Kontrollzwang

Ist das Fenster wirklich zu? Menschen mit Kontrollzwang müssen ständig alles überprüfen – aus Furcht, dass sonst etwas Schlimmes passiert. Die ewige Kontrolle bringt den Tagesrhythmus durcheinander und erzeugt großen Stress.

Ordnungszwang

Der permanente Druck, Ordnung herzustellen, ist übermächtig. Jede kleine Schublade muss perfekt sein. Alltagsgegenstände müssen zwanghaft symmetrisch angeordnet werden – alles andere bedeutet Chaos und Kontrollverlust.

Zählzwang

Betroffene müssen immer wieder Zählrituale ausführen. Einige haben den Drang, bestimmte Objekte, wie z. B. Pflastersteine, zählen zu müssen. Andere dürfen beispielsweise nur zwei Stufen auf einmal nehmen.

Und auch diese Zwangstörungen gibt es:

Sammelzwang: Betroffene heben einfach alles auf und können nichts wegwerfen.

Wiederholungszwang: Bestimmte Handlungen müssen wiederholt werden, bis eine bestimmte Anzahl erreicht ist.

Zwanghafte Langsamkeit: Alltägliches, wie essen, Haare waschen oder anziehen nimmt sehr, sehr viel Zeit in Anspruch.

Zwangsgedanken: Meist aggressive Gedanken, unter denen die Patienten leiden

Hier gibt’s Hilfe bei Zwangstörungen:

Zwangsstörungen allgemein:
Deutsche Gesellschaft für Zwangserkrankungen (DGZ): www.zwänge.de
Hilfe bei zwanghaftem Haarereißen:
www.trich.de oder www.trichotillomanie.de

Interview: „Alleine können sich Betroffene bei einer Zwangstörung nicht helfen“

Was genau ist eine Zwangsstörung?
Thomas Hillebrand, Dipl.-Psychologe aus Münster: „Meistens führen Menschen dabei Handlungen immer wieder aus. Sie kontrollieren etwa stundenlang, ob die Fenster zu sind. Oder sie waschen sich 90 Mal am Tag die Hände. “

Warum können sie damit nicht aufhören?
Hillebrand: „Die Betroffenen führen ansonsten ein normales Leben. Sie haben über alles andere Kontrolle – nur nicht über diesen Zwang. Das entscheidende Moment ist dabei die Angst. Während des Zwanges stehen die leidtragenden Personen massiv unter Angst.“

Wovor haben sie denn solche Angst?
Hillebrand: „Zum Beispiel fürchten Menschen, die unter einem Kontrollzwang leben, dass ein Einbrecher hereinkommen könnte, weil sie nicht richtig abgeschlossen haben. Ihr Kopfkino löst so starke Angst aus, dass die Vernunft abgeschaltet wird. Und dann geht es nur darum, wie kriege ich diese Angst weg. Das funktioniert nur, wenn ich noch einmal kontrolliere und noch einmal und noch einmal.“

Weiß man, was die Zwangstörungen für Ursachen haben?
Hillebrand: „Bei vielen kreisen die Ängste stets um ähnliche Themen – über Jahre. Die Zwangsstörung entwickelt sich. Das Alter, in dem die meisten stärkere Probleme kriegen, ist Anfang zwanzig.“

Gibt es für Zwangsstörungen Therapien?
Hillebrand: „Alleine können sich die Betroffenen nicht von einer Zwangsstörung befreien. Aber mit Hilfe kann man Handlungszwänge wie Wasch-, Ordnung