Tai-Chi lindert Kniearthrose

Schattenboxen mit fließenden Bewegungsabläufen

Chinesisches Schattenboxen, auch unter dem Namen Tai-Chi bekannt, war ursprünglich eine Kampfsportart. Heute praktizieren es weltweit viele Millionen aber eher aus gesundheitlichen Gründen oder zur Entspannung. 

Bessere Lebensqualität

In Boston (USA) zeigte sich jetzt, dass die fließenden Bewegungen dieser Sportart bei Kniearthrose vorteilhafter sind als eine normale Physiotherapie. Ärzte hatten 204 Personen mit Kniearthrose in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine trainierte drei Monate lang je zweimal die Woche Tai-Chi, die Teilnehmer der anderen Gruppe erhielten im gleichen Umfang eine Physiotherapie.

Am Ende der zwölf Wochen wurde der Behandlungserfolg verglichen. Sowohl Tai-Chi als auch Physiotherapie hatten die Schmerzen in den Knie der Teilnehmer gemindert. Auch Gelenkfunktion und Gehtests zeigten, dass beide Methoden gleich erfolgreich waren. Aber das Schattenboxen war der Physiotherapie in zweierlei Hinsicht überlegen: Die Tai-Chi-Gruppe berichtete über einen größeren Gewinn an Lebensqualität, auch litten die Teilnehmer weniger unter Depressionen als die Vergleichsgruppe. Depressionen und Arthrose treten oft Hand in Hand auf.

Zuvor gab es schon andere Studien, die die positive Wirkung des Schattenboxens bei Schmerzpatienten zeigten, zum Beispiel bei Fibromyalgie („Weichteilrheuma“). 

Muskelerhalt bei Senioren 

In Kanada wurden kürzlich 21 Studien zusammengetragen, die die gesundheitlichen Auswirkungen von Tai-Chi bei älteren Menschen bewerten. Danach fördert es bei dieser Personengruppe den Muskelerhalt. Senioren, die regelmäßig Tai-Chi trieben, schnitten bei Lauftests besser ab, konnten sich besser dehnen und strecken und berichteten nicht zuletzt über eine höhere Lebensqualität.