Ursachenforschung: Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Frauen sind deutlich häufiger betroffen

Die Ursache einer Blasenentzündung (Zystitis) ist nicht immer eindeutig zu klären. Trotz der besten Vorbeugemaßnahmen kann es plötzlich zu einem Infekt der Harnröhre und Blase kommen. Da stellt sich die Frage: Wo kommt die Infektion her? Ist die Blasenentzündung vielleicht ansteckend und man hat sich infiziert? Wir klären, wie hoch die Ansteckungsgefahr einer Blasenentzündung wirklich ist.

Wie bekommt man eine Blasenentzündung?

Die häufigste Ursache einer Blasenentzündung sind Bakterien. Vorwiegend handelt es sich um E.-coli-Bakterien, die natürlicherweise im menschlichen und tierischen Magen-Darm-Trakt vorkommen und dort die Verdauung unterstützen. Finden sie ihren Weg jedoch über die Harnwege in die Blase, lösen sie dort Schmerzen und Harndrang aus und machen das Wasserlassen zur Qual. Weil die Harnröhre bei Frauen kürzer ist als bei Männern, sind Frauen deutlich häufiger von einem Harnwegsinfekt betroffen. Erst mit zunehmendem Alter, wenn sich die männliche Prostata vergrößert und es zu Entleerungsstörungen kommt, klagen auch Männer oftmals über eine Blasenentzündung.

Blasenentzündung: Ansteckend oder nicht?

Grundsätzlich gilt eine Blasenentzündung nicht als ansteckend. Bestimmte Faktoren erhöhen jedoch das Risiko, sich mit den Keimen zu infizieren. Obwohl dabei auch andere Personen ins Spiel kommen, ist eine direkte Ansteckungsgefahr bei Blasentzündung nicht gegeben. Denn anders als beispielsweise Grippeviren wird die Blasenentzündung nicht per Tröpfcheninfektion übertragen.

Stattdessen spielt mangelnde oder falsche Hygiene häufig eine große Rolle. Das zeigen diese vier typischen Ursachen von Blasenentzündung:

  1. Händewaschen vergessen

Logisch, dass sich auf Toiletten Kolibakterien finden. Wenn sich Menschen nach dem Stuhlgang jedoch nicht gewissenhaft die Hände waschen, verteilen sie die Keime anschließend auf verschiedensten Oberflächen: auf Türklinken, Haltegriffe in Bussen und Bahnen, Touchscreens am Geldautomat und dem Einkaufswagen im Supermarkt. Wer damit in Berührung kommt und sich vor dem eigenen Toilettengang nicht die Hände wäscht, läuft Gefahr, den Bakterien den Weg in Harnröhre zu erleichtern. Vor allem wenn sie Tampons einführen, sollten Frauen sich vorab gründlich die Hände waschen.

  1. Falsches Abwischen auf der Toilette

Apropos Toilettengang: Dabei kann ebenfalls einiges schief gehen. After und Harnröhre liegen bei Frauen eng beieinander. Damit die eigenen Darmbakterien gar nicht erst in die Nähe der Harnröhre gelangen, sollten speziell Frauen sich immer von vorne nach hinten abputzen.

  1. Hohe sexuelle Aktivität

So schön Sex auch ist – in vielen Fällen erhöht er die . Häufiger Geschlechtsverkehr reizt die Schleimhäute und ermöglicht es den Darmbakterien, in den Harntrakt aufzusteigen. Weil die Blasenentzündung oftmals bei jungen Frauen auftritt, die sexuell sehr aktiv sind, spricht man auch von einer „Honeymoon-Zystitis“.

  1. Übertriebene Intimhygiene

Zu wenig Hygiene fördert das Infektionsrisiko – zu viel ebenso. Wenn bei der Intimhygiene zu viel Seife oder Waschlotion zum Einsatz kommt, wird die natürliche Schutzfunktion angegriffen. Dann haben es die Erreger leichter, sich an den Schleimhäuten festzusetzen und die betreffende Person mit .