Ein süßer Schluck für zu jeder Jahreszeit: Vin Santo

Versüßen Sie sich die Ostertage mit diesem Dessertwein-Klassiker!

21. März 2016

„Vin Santo“ – bei diesem Namen denkt man unweigerlich an die Übersetzung aus dem Italienischen, welche lautet: „heiliger Wein“. Doch wie kommt der italienische Dessertwein-Klassiker zu seinem Namen? Und was hat das mit Ostern zu tun? Die Antwort hierauf und ein paar interessante Tipps wie Sie ihn in den Ostertagen am besten genießen können, erhalten Sie von vinoa.de.

Der Vin Santo ist ein klassischer, italienischer Dessertwein aus der Toskana, der mittlerweile aber fast überall in Mittelitalien und teilweise auch in Trentino produziert wird. In einigen Regionen der Toskana, z.B. der Region Val d’Arbia erhielt er sogar den D.O.C. (bedeutet: „kontrollierte Herkunftsbezeichnung“ und ist ein Gütesiegel für Lebensmittel und Weine aus Italien) Status. Ein Großteil der Vin Santo Weine wird allerdings ohne D.O.C. Klassifizierung ausgebaut, da viele Winzer ihr „eigenes Rezept“ zur Herstellung des Vin Santos haben. Dies hat zur Folge, dass doch deutliche Unterschiede in Geschmack und Qualität gibt.

Traubentrocknung auf dem Dachboden © Gabriele Cantini

Wieso „heiliger Wein“?

Seinen religiösen Namen erhielt der Wein der Überlieferung nach, da er erst zwischen Ende November (nach einigen D.O.C.-Vorschriften sogar erst ab frühestens dem 1. Dezember) und der Karwoche gekeltert wird. Auf italienisch heißt die Karwoche „Settimana Santa“ und somit ging der Name des Kelterzeitraums auf den des Weins über. Nach der Ernte werden die Trauben nach traditioneller Art getrocknet bis sie fast rosinenartig sind. Durch die Trocknung verlieren die Weinbeeren an Wasser und ihr Geschmack wird intensiver und auch süßer. Somit fällt die Kelter oft in die Osterzeit.

 Der Kelterzeitpunkt hängt vom Süßegrad ab, der durch den Trocknungsvorgang erreicht werden soll. Trotz der Konzentration der Süße die von den Trauben ausgeht, kann der Wein von trocken bis sehr süß ausgebaut werden. Die Ausreifung nach dem Keltern geschieht überwiegend in Eichenfässer. Der Most wird traditionell in die Eichenfässer gegeben, aus denen der Vin Santo vergangener Produktionen erst kurz vorher entfernt wurde. Bei der Entnahme wird stets darauf geachtet, dass der Bodensatz des vorherigen Weins im Fass zurückbleibt. Dieser ist für den guten Geschmack des Vin Santo mitverantwortlich und bildet die Basis des neuen Weins. Der dickflüssige Rückstand wird häufig auch als „Madre“ bezeichnet. Traditionell werden die Fässer mit Zement verschlossen und erst nach 2 bis 6 Jahren wieder geöffnet. 

Früher und in kleinen Betrieben noch heute, wurde der Vin Santo in der „Vinsantaia“ (Dachboden auf dem Weingut) gelagert, also unter dem Dach und somit der Sommerhitze, wie auch der Kälte des Winters, ausgesetzt. Da der durch Verdunstung verursachte Flüssigkeitsverlust der Fässer nicht ausgeglichen wurde, resultierte ein stark oxidativer Ausbau, der für die typischen Noten des Vin Santo, wie getrockneter Aprikose, Honig, Gewürze und Nüsse verantwortlich ist. Heutzutage ist man darum bemüht dem Wein mehr Frische zu bewahren, indem man ihn bei konstanteren Temperaturen lagert.

Wozu passt er?

Der Vin Santo zeichnet sich durch seine bernsteingelbe Farbe aus. Sein an Rosinen, Aprikosen, Honig und Vanille erinnerndes Aroma kann bei einer leicht gekühlten Trinktemperatur von 6 bis 8 Grad Celsius genossen werden. Ganz traditionell wird er zu Mandelgebäck wie z.B. den recht knackigen Cantuccini gereicht. Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, wie man die zwei Mal gebackenen Mandelkekse eigentlich, außer sie vorher in den Kaffee getaucht zu haben, essen soll?! Alternativ taucht man sie kurz in den köstlichen Dessertwein. Somit sind die Cantuccini nicht nur zahnfreundlicher, sondern angereichert von den Aromen des Vin Santos. In Umbrien wird er gerne zum Osterkuchen „Ciaramicola“ und dem „Ciambellone“, einer Art Kranzkuchen gereicht. In letzterem wird der Wein gelegentlich auch als Backzutat verwendet. Für die Freunde eines guten Käses sei abschließend noch gesagt: in Verbindung mit Pecorino und Honig ergibt sich ein ganz besonderer Gaumenschmaus.

Passender Wein zum Ostermenü

Sie sind noch auch der Suche nach dem passenden Wein für Ihr Ostermenü? Dann sollten Sie auf jeden Fall ein Blick in den Artikel „Ostern: So finden Sie die perfekten Weine zu Ihrem Menü“ werfen. Hier geben Ihnen die Weinexperten von vinoa.de Tipps, welcher Wein zu Lamm, Fisch und Dessert am besten passt!

Themen