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ADHS bei Erwachsenen

Erkennen und richtig behandeln

Innere Unruhe, Schusseligkeit und Ziellosigkeit: Mehr als zwei Millionen Erwachsene leiden unter diesen Symptomen, die Hinweis auf eine ADHS-Erkrankung sein können. Denn nicht nur Kinder und Jugendliche trifft die Störung. Wie sich die Krankheit sicher feststellen lässt und wie eine erfolgreiche Therapie aussieht..

Bei ADHS denken die meisten an aufgekratzte Kinder, die weder still sitzen noch sich längere Zeit konzentrieren können. Was viele nicht wissen: ADHS tritt bei 2 bis 3 Prozent der Erwachsenen auf und bis zu 80 Prozent der im Kindesalter Betroffenen leiden auch noch als Erwachsene an den Symptomen.

Das Krankheitsbild

Allerdings verändern sich diese im Laufe des Lebens. Das Beschwerdebild bleibt nicht in jeder Altersstufe gleich. Die typische motorische Hyperaktivität ist im Alter meist nicht mehr so ausgeprägt wie bei Kindern. Innere Unruhe, Vergesslichkeit und Schusseligkeit treten in den Vordergrund. Und es gibt noch ganz andere Anzeichen: Menschen, die z.B. mitten im Alltag einfach „abschalten“. Diese Träumer sind keinesfalls leistungsunwillige Verweigerer, sondern leiden häufig unter einer besonderen Ausprägung dieser Störung. Typisch für ADHS im Alter:

Die Krankheit weist eine extreme Vielfalt an Symptomen auf und wird häufig durch andere psychische Leiden überlagert,

weiß ADHS Experte Dr. Rothfelder. Depressionen, Angststörungen und andere ernsthafte Persönlichkeitsstörungen wie etwa das schwer behandelbare Borderline-Syndrom lassen das Krankheitsbild ADHS nicht sofort erkennen.

Therapie-Maßnahmen

Was tatsächlich zu dieser Krankheit führt? Wissenschaftler können darauf keine eindeutige Antwort geben. Wahrscheinlich ist aber ein zu niedriger Pegel des Botenstoffs Dopamin in bestimmten Regionen des Gehirns der Betroffenen Schuld. Dies führt zu Störungen bei der Weiterleitung von Nervenreizen. Abhilfe kann eine Behandlung mit Methylphenidat (MPH) schaffen. Der Wirkstoff greift gezielt in die gestörte Dopamin-Regulation ein und trägt so zur Normalisierung bei.
Rund 75 Prozent der mit Methylphenidat behandelten erwachsenen ADHS-Patienten zeigten nach etwa drei Monaten eine deutliche Verbesserung des Gesamtzustandes. Daher sind immer mehr Ärzte von der medikamentösen Therapie überzeugt. 

Als hilfreich bei der Diagnostizierung von ADHS hat sich der Selbsttest von der Weltgesundheitsorganisation erwiesen. Er kann vorläufig Antwort geben, ob Sie von ADHS betroffen sind. Für eine eindeutige Diagnose sollten Sie aber unbedingt einen Arzt ihres Vertrauens aufsuchen.