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ADHS: Auslöser, Symptome und Behandlung

Was steckt hinter der Erkrankung?

ADHS – das steht für Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung. Doch was hinter der Erkrankung steckt und wie sie zu erkennen ist, wissen die wenigsten. So sind bei Weitem nicht nur Kinder und Jugendliche betroffen, sondern auch mehr als zwei Millionen Erwachsene. Über Symptome von ADHS, Auslöser und Experten-Tipps klären wir im Folgenden auf.

  • ADHS – Was ist das eigentlich?
  • Die unterschiedlichen Symptome von ADHS
  • Wodurch wird die Krankheit ausgelöst?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

ADHS – Was ist das eigentlich?

ADHS wird von den meisten Menschen noch immer mit zappeligen, unkonzentrierten Kindern und Jugendlichen verbunden, die sich in der Schule nur schwer konzentrieren und sich kaum länger mit einer Aufgabe beschäftigen können. „Das ist aber bei Weitem nicht die ganze Bandbreite er Krankheit – und auch nicht die einzige Patientengruppe“, so ADHS-Experte Dr. med Ulrich Rothfelder aus München. Bei 2 bis 3% tritt die Krankheit im Erwachsenenalter auf, rund 80% der im Kindesalter Betroffenen leiden auch als Erwachsene noch darunter. Die Symptome können dabei variieren.

Die unterschiedlichen Symptome von ADHS

Zu den allgemein bekannten Symptomen von ADHS gehören Unkonzentriertheit, Vergesslichkeit, überschießende emotionale Reaktionen und generelles Lebenschaos. Während die meisten von ADHS betroffenen Menschen unter diesen Symptomen leiden, gibt es auch eine Gruppe Erkrankter mit anderen Anzeichen: Menschen, die mitten im Alltag einfach „abschalten“, die scheinbar für eine gewisse Zeit die Verbindung mit der Realität verlieren. „ADHS verschwindet vielfach nicht einfach an der Schwelle zum Erwachsenen-Alter. Die Störung weist zudem eine extreme Vielfalt an Symptomen auf, wird häufig durch andere psychische Leiden überlagert“, so Dr. Rothfelder. 

Wodurch wird die Krankheit ausgelöst?

Noch immer gibt es keine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem Auslöser der Krankheit. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die genetische Veranlagung einen großen Anteil von schätzungsweise 70% ausmacht. „Wir wissen über ADHS unter Anderem, dass sich bei Betroffenen in bestimmten Hirnregionen ein zu niedriger Pegel des Botenstoffs Dopamin findet, was zu Störungen bei der Weiterleitung von Nervenreizen führt“, erklärt der Experte. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Genau hier kann eine der wichtigsten Therapiesäulen von ADHS ansetzten, die Behandlung mit Mehtylphenidat (MPH). Es gibt eine aktuelle, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte, pharmaunabhängige Studie der Universitätsklinik Freiburg. In der zeigte sich nach einer etwa dreimonatigen Behandlung bei 75% der mit Methylphenidat behandelten erwachsenen ADHS-Patienten eine deutliche Verbesserung des Gesamtzustandes.  Dr. med. Ulrich Rothfelder dazu: „Der Wirkstoff greift in die gestörte Dopamin-Regulation ein. Das führt häufig zu einer spürbaren Normalisierung. Unserer Erfahrung nach setzt der Effekt schon innerhalb kurzer Zeit ein, häufig schon nach der ersten Tablette: Manche Patienten berichten von einem Gefühl, als habe man einen Schleier weggezogen. Konsequent diagnostiziert und entsprechend therapiert, lässt sich das Leiden vieler Betroffener effektiv und nachhaltig lindern.“

 
Dr. med. Ulrich Rothfelder, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, München

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