Blasenschwäche betrifft mehr Menschen als allgemein angenommen

Was Betroffene dagegen tun können

"Blasenschwäche betrifft nur Frauen im höheren Alter" - eine Auffassung, die weit verbreitet ist. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Tatsächlich sind nämlich sowohl Männer als auch Frauen von unkontrolliertem Urinverlust betroffen - und das häufig auch schon in jungen Jahren. Wir verraten, was Betroffene tun können.

Warum Blasenschwäche nicht gleich Blasenschwäche ist

Laut der ÄrzteZeitung ergab eine Studie zu Inkontinenz bei Frauen, dass Blasenschwäche bereits in jungen Jahren auftreten kann. Mehr als ein Fünftel der rund 50.000 Studienteilnehmerinnen hatte entsprechende Symptome, der Anteil an Frauen im Alter von 20 bis 39 Jahren lag bei 12,2 Prozent. Mehr als 71 Prozent der betroffenen Frauen suchten trotz ihrer Beschwerden keinen ärztlichen Rat. Der Grund dafür, das zeigen weitere Studienergebnisse, ist häufig Scham. Dabei kann der richtige Umgang mit der Blasenschwäche den Alltag maßgeblich erleichtern. Wichtig zu wissen ist, dass die Symptome vielfältige Ursachen haben können. Die folgende Grafik zeigt, dass es bei Männern und Frauen drei Arten von Harninkontinenz gibt:

  • Belastungsinkontinenz: Sie tritt auf, wenn die Muskulatur des Beckenbodens geschwächt ist, zum Beispiel durch eine Operation oder die Geburt eines Kindes. Niesen, Lachen oder bestimmte körperliche Aktivitäten können dann einen plötzlichen Harnverlust herbeiführen, denn der Druck auf die Harnblase ist dabei hoch. Regelmäßige Beckenbodengymnastik kann dabei helfen, die Muskulatur zu stärken. Nach der Geburt sollten Frauen Rückbildungsgymnastik machen, die Übungen für den Beckenboden einschließt.
  • Dranginkontinenz: Diese Form der Blasenschwäche hat mit einer falschen Signalgebung der Harnblase zu tun: Sie gibt dem Körper zu verstehen, dass sie voll ist, obwohl dies nicht der Fall ist. Betroffene gehen häufig auf Toilette, weil sie den Drang dazu verspüren. Die Ursache für die falschen Signale kann zum Beispiel eine neurologische Erkrankung sein, beim Mann auch eine vergrößerte Prostata.
  • Mischinkontinenz: Sie ist - wie die Bezeichnung bereits verrät - eine Mischform aus der Drang- und Belastungsinkontinenz. Das bedeutet, dass sowohl ein erhöhter Druck auf die Harnblase als auch ein stetiger Harndrang zum Urinverlust führen.


Quelle: TENA.de Eine Blasenschwäche ist je nach Ursache und Form bei jedem Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt. Wichtig ist, sich mit seinen Symptomen auseinanderzusetzen und professionellen Rat zu suchen, um passende Lösungen für die Behandlung zu finden. Unter Umständen ist auch eine Blasenentzündung die Ursache für den ständigen Harndrang und Urinverlust. Solch eine Entzündung lässt sich sehr gut behandeln. TENA hält weiterführende Informationen zu Therapieformen und Hilfsmitteln bei Blasenschwäche bereit sowie Tipps, die den Alltag mit der Erkrankung erleichtern.

Was tun bei einer Blasenschwäche

Auch wenn es den meisten Betroffenen schwerfällt, den ersten Schritt zu gehen und über ihre Blasenschwäche zu reden, so ist dies unabdingbar für eine erfolgreiche Behandlung. Eine Untersuchung beim Arzt hilft dabei, die Ursache der Blasenschwäche zu finden und diese gezielt zu behandeln oder sogar zu heilen. Neben Beckenbodengymnastik können sich beispielsweise Sportarten wie Pilates, Yoga, Walking, Fahrradfahren oder Schwimmen positiv auf die Beckenbodenmuskulatur auswirken. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichendes Trinken fördern die Gesundheit der Harnblase. Auf koffeinhaltige Getränke und Alkohol sollten Betroffene verzichten, da diese den Harndrang in der Regel verstärken. Unter Umständen kann auch eine medikamentöse oder operative Behandlung sinnvoll sein. Zusätzlich können passende Slipeinlagen den Alltag Betroffener erleichtern. Lange Shoppingtouren, Sport oder andere Unternehmungen sind damit kein Problem. Die speziell entwickelten Einlagen sind trotz ihrer hohen Saugfähigkeit so dünn, dass sie sich nicht unter der Kleidung abzeichnen.