Immer mehr Fälle von Masern in Deutschland: Was kann ich tun?

Eine Masern-Impfung kann Leben retten

Fieber und rote Pusteln auf der Haut, daran kann man Masern erkennen: In Deutschland sind für das Jahr 2017 mehr als 920 Masernfälle gemeldet worden – fast dreimal so viele wie im Jahr davor. Die meisten gab es in Nordrhein-Westfalen und in Berlin. Wie Sie sich und Ihre Familie schützen und helfen können, die Ausbreitung von Masern in Deutschland zu verhindern, lesen Sie hier. 

Entgegen der weitläufigen Meinung handelt es sich bei Masern nicht nur um eine Kinderkrankheit. Die meisten Fälle von Masern in Deutschland treten heutzutage tatsächlich bei Jugendlichen und Erwachsenen auf. Je älter der Patient ist, desto gefährlicher ist die Erkrankung. Was also tun?

Ein kleiner Piks

Dabei wäre es so einfach, sich vor der Krankheit zu schützen und sie auszurotten: mit einem kleinen Impf-Piks könnte die Ausbreitung von Masern in Deutschland verhindert werden. Aber: Bundesweit bekommen nach Angaben der DAK nur 81,2 Prozent der Kinder nach dem ersten Lebensjahr die Erst-impfung. Bei der wichtigen zweiten Masernimpfung sinkt die Quote auf 63,3 Prozent. Kurios: Besonders wohlhabende und gebildete Eltern lehnen die Impfung ab, ergaben Studien.

Nicht harmlos

Dabei sind Masern beileibe keine Kinderkrankheit, und harmlos sind sie auch nicht. Die Infektion ist hoch ansteckend und sie schwächt das Immunsystem massiv. Deshalb kommt es oft zu Folgeerkrankungen wie Durchfall, Mittelohrentzündungen oder einer Lungenentzündung.

Hochgefährliche Folgen

Und: Nach der Infektion tragen vor allem Kleinkinder ein hohes Risiko, noch nach Jahren an einer tödlichen Gehirnentzündung zu erkranken. „Subakute sklerosierende Panenzephalitis“ (SSPE) lautet der Fachausdruck. Sie führt zu einem Verlust der geistigen Fähigkeiten und endet im Wachkoma. Für 15 bis 20 Prozent der Patienten endet die Hirnhautentzündung tödlich, bei weiteren 20 bis 40 Prozent ist mit dauerhaften Schäden des Gehirns zu rechnen. Die Betroffenen können auch noch nach Jahren sterben, SSPE kann nicht behandelt werden.

Impflücke schließen

Auch Erwachsene sollten sich deshalb unbedingt gegen Masern impfen lassen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt es allen nach 1970 Geborenen. Und: Man kann sich nicht „überimpfen“.