Kopfschmerzen: Was hilft gegen den lästigen Schmerz?

Was Kopfschmerzen auslöst, und was dagegen hilft

Kopfschmerzen, was hilft? Viele von uns behandeln das lästige Gefühl falsch. Denn erst wer weiß, welche Art ihn plagt, hat überhaupt die Chance, in Sachen Kopfschmerzen behandeln alles richtig zu machen. Unser Spezialist Prof. Dr. Göbel hat die Schnelltests auf dieser Seite entwickelt, mit denen Sie Ihrem Schmerz auf die Spur kommen. Und: Wir konnten ihm viele wissenswerte Fakten entlocken.

Kopfschmerzen behandeln: Soll ich immer zum Arzt gehen?

Leider kann man sich an Schmerzen nicht gewöhnen. Kopfschmerz, der nicht behandelt wird, macht noch mehr Schmerz. Das heißt, Betroffene werden noch schmerzempfindlicher, es können Komplikationen in Form von Schlafstörungen, Depressionen, Gereiztheit und schließlich auch Persönlichkeitsveränderungen durch chronische Kopfschmerzen auftreten. Deshalb würde ich die Frage „Kopfschmerzen: Was hilft?" immer wie folgt beantworten: „Man sollte nicht versuchen, den Schmerz auszuhalten, sondern rechtzeitig Hilfe beim Arzt suchen."

Erster Ansprechpartner

Wer öfter oder stark unter Kopfschmerzen leidet, sollte zuerst zum Hausarzt gehen – er überweist gegebenenfalls an einen Facharzt, der dann ganz gezielt die individuelle Form der eigenen Kopfschmerzen behandeln kann. Können die Ursachen nicht beseitigt werden, hält der Schmerz an. Beginnt er, im Mittelpunkt des Erlebens und Verhaltens zu stehen, und kommt immer wieder die Frage „Kopfschmerzen, was hilft?" auf, sollte möglichst schnell ein spezialisierter Schmerztherapeut aufgesucht werden, um die Grundlagen der Beschwerden zu beseitigen und damit eine weitere Chronifizierung zu vermeiden.

Chronischer Schmerz

Von einem chronischen Schmerz spricht man, wenn der Schmerz seine Warnfunktion verloren hat und länger als sechs Monate anhält oder immer wieder auftritt wie bei der Migräne. Es sollte dann einem Facharzt überlassen werden, die Kopfschmerzen zu behandeln.

Individuelle Therapie

Schmerzmittel müssen individuell eingesetzt werden. Dabei achtet der Arzt auch auf so genannte Kontra-Indikationen beim Patienten. Auch die Verträglichkeit ist verschieden. Was dem einen hilft und er gut verträgt, kann dem anderen nichts nutzen oder sogar zu Nebenwirkungen führen. Es muss also bei jedem Patienten eine maßgeschneiderte Schmerztherapie erfolgen.

Rezeptpflichtige Arznei

Patienten mit chronischen Kopfschmerzen sollten wissen, dass die Medikamente nicht nach Bedarf eingesetzt werden, sondern nach einem festen Zeitschema, welches der Arzt festlegt, um Kopfschmerzen vorbeugen zu können. So kommt man dem Schmerz zuvor, kann ihn im Entstehen unterbinden. Nehmen Betroffene die Präparate erst dann, wenn der Schmerz bereits stark ist, führt das zu einer reduzierten Verträglichkeit, zudem besteht die Gefahr einer Gewöhnung.

Freiverkäufliche Tabletten

Wer keine chronischen Schmerzen hat, kann bei leichten Beschwerden auch mal zur Tablette greifen, um Kopfschmerzen zu behandeln. Wichtig dabei: nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat. Sonst droht Kopfweh durch Medikamentenübergebrauch.

Aktuell aus der Forschung

Migräne auf der Spur

Kopfschmerzforscher der Schmerzklinik Kiel um Prof. Hartmut Göbel analysieren erstmalig das komplexe Kopfschmerzbild Richard Wagners (1813-1883), basierend auf dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Befunde. Der Komponist litt unter besonders schweren Attacken. Seine Schmerzen erfüllen komplett die aktuellen Kriterien der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft für Migräne. Interessant dabei: Neue Studien haben zwölf Risikogene für Migräne aufgedeckt, die auch ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt bedingen können. Richard Wagner litt unter schweren Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Er starb im Alter von 70 Jahren an einem Herzinfarkt. Diese Erkenntnis ist für die moderne Migränetherapie von großer Bedeutung. Mit diesem Wissen kann Betroffenen eine längere Lebenszeit ermöglicht werden.

Kopfschmerzen, was hilft: 4 bewährte Hausmittel

Pfefferminzöl

Ätherisches Minzöl (Apotheke) regt die Kälterezeptoren der Haut an und hemmt den Schmerz. Je einen Tropfen auf die Schläfen tupfen. Kommen die Schmerzen vom Nacken, auch etwas drauf geben.

Hibiskusblütentee

Das Aufgussgetränk wirkt krampf-lösend und ist gut bei Kopfweh. Dafür 1/2 TL Blüten (Apotheke, Reformhaus) mit einer Tasse Wasser über-brühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen.

Kaffee mit Zitrone

Bei akutem Kopfweh kann ein doppelter Espresso helfen. Extra-Tipp: Geben Sie den Saft einer frisch gepressten Zitrone dazu. Diese Koffein-Vitamin-C-Kombi ist auch in vielen Schmerzmitteln enthalten.

Kirschen

Die süßen Früchtchen enthalten schmerzlindernde Farbstoffe, so genannte Anthocyane, die bei Kopfweh helfen. 20 Stück reichen. Bis die Saison beginnt, kann man zu getrockneten Kirschen greifen.