Kreislaufprobleme bei Hitze: Das hilft jetzt!

Wenn sich plötzlich alles dreht

Die Welt dreht sich, der Boden wackelt – so schön der Sommer auch ist, so leiden auch viele Menschen unter Kreislaufproblemen bei Hitze. Die Probleme mit dem Gleichgewicht äußern sich vielfältig und haben verschiedene Ursachen. Wir klären auf, woher sie kommen können und was dann schnell hilft.

  • Die heiße Luft macht schlapp und benommen
  • Niedriger Blutdruck verursacht Hitzeschwindel
  • Tipps und Tricks für die schwülen Sommertage
  • So halten Sie den Kreislauf bei Hitze stabil
  • Man fühlt sich betrunken, sagen die Patienten
  • Schwindel-Ambulanzen bieten professionelle Hilfe
  • Der Notfall-Plan bei einer Attacke

Der Sommer ist für viele Menschen die allerschönste Jahreszeit – die Sonne scheint, es ist mild, eine Jacke ist überflüssig. Und es gibt wirklich kaum etwas Angenehmeres, als an lauen Abenden die milde Luft tief einzuatmen. Allerdings ist es manchmal auch zu viel des Guten – ist die Hitze zu groß, dann leiden viele Menschen unter Kreislaufproblemen. Vor allem Älteren macht die Hitze häufig ziemlich stark zu schaffen.

Die heiße Luft macht schlapp und benommen

Im Hochsommer kann die Wärme schnell Beschwerden auslösen – auch bei ansonsten völlig gesunden Menschen. Wenn das Wetter feucht und schwül ist, sind besonders chronisch Kranke, Kinder und Senioren von Schwäche und Schwindel betroffen. Denn durch die hohe Luftfeuchtigkeit kann der Körper nicht richtig schwitzen, der Organismus nicht richtig abkühlen. Die Folgen: Übelkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und Schwindel. Dagegen helfen Medikamente aus der Apotheke. 

Niedriger Blutdruck verursacht Hitzeschwindel 

Die Kerntemperatur des Körpers liegt bei 37 Grad, auch bei Hitze muss der Organismus diese Temperatur halten. Dafür arbeitet er ganz schön: Die Gefäße erweitern sich, das Blut wird aus dem Körperinneren abgezogen und zirkuliert näher an der Oberfläche, um den Körper zu kühlen. Deshalb sinkt der Blutdruck, denn es ist jetzt mehr Blut in den Gefäßen. Für Patienten, die sowieso einen niedrigen Blutdruck haben und für andere Risikogruppen wird Hitze so zur Belastung – der Kreislauf macht schlapp. 

Tipps und Tricks für die schwülen Sommertage

Um diese Tage gut zu überstehen, helfen folgende Tipps: Kühle Wadenwickel schenken schnell Erfrischung. Man sollte ausreichend trinken, denn durch die Hitze und das viele Schwitzen wird das Blut dickflüssiger – 1,5 bis zwei Liter Wasser, Schorle oder Tee sollten es sein. Warmer oder auch kalter Pfefferminztee ohne Zucker hilft auch gut über die hohen Temperaturen hinweg. Auch prima: Kaltes Leitungswasser über den Puls an den Handgelenken laufen lassen.

Sportler sollten ihre Aktivitäten auf die frühen Morgen- oder späteren Abendstunden verlegen, wenn es kühler ist. In der Sonne zu braten ist sowieso nicht gesund, man sollte lieber in den Schatten gehen. Eine leichte Ernährung mit viel Obst und Gemüse tut dem gestressten Körper ebenfalls gut. 

So halten Sie den Kreislauf bei Hitze stabil

  • Viel Wasser oder Tee hält das Blut flüssig: Trinken, trinken, trinken! Um die heißen Tage gut zu überstehen, sollten Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Ideal sind etwa 2 L stilles Wasser oder ungesüßter lauwarmer Tee. Eine Schorle aus einem Drittel Apfelsaft und zwei Dritteln Wasser führt dem Körper wertvolle Elektrolyte zu, die er beim Schwitzen verliert. Wichtig: Nichts Eisgekühltes trinken – das belastet den Kreislauf und kurbelt die Schweißbildung noch an.
  • Leichtes Essen entlastet Magen und Darm: Wenn es sehr heiß ist, bleibt der Hunger meist auf der Strecke. Das hat die Natur schlau eingerichtet, weil schwere Gerichte dem gestressten Körper viel Verdauungsarbeit aufbürden. Besser verträglich sind obst und Gemüse, leichte Salate, kalte Suppen.
  • Pflanzenstoffe kurbeln den Kreislauf an: An Nährstoffen benötigt der Körper jetzt vor allem Eisen, das reichlich in Kräutern, Erbsen und Kürbiskernen enthalten ist, und Chrom, das unter anderem in Beeren, Nüssen und Pilzen steckt. Im Akutfall hilft geballte Pflanzenkraft gegen Schwindelgefühle und Übelkeit.
  • Ein Fußbad kühlt den Körper herunter: Flüssigkeit hilft auch von außen: Lassen Sie kaltes Leitungswasser über die Innenseite der Handgelenke laufen. Oder nehmen Sie ein Fußbad: 3 TL Rosmarin mit 1 Tasse Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen. Mit kühlem Wasser aufgießen, Füße rein.
  • Gerüche regen an und räumen den Kopf auf: Düfte wirken belebend. Es muss ja kein Riechsalz-Fläschchen sein – träufeln Sie einfach ein paar Tropfen ätherisches Öl, etwa Rosenblüten, Lavendl oder Blutorange, auf ein Taschentuch und schnuppern Sie daran. Kein Duft zur Hand? Dann tut es auch eine aufgeschnittene Zitrone.
     

Man fühlt sich betrunken, sagen die Patienten 

Aber nicht nur die heißen Hundstage können Ursache für Schwindel sein. Das Phänomen hat oft auch andere Gründe. Meist sind es Erkrankungen des Innenohrs mit Störungen des Gleichgewichtszentrums. Fast jeder Dritte leidet irgendwann im Leben mal darunter. Manchmal dreht sich alles, manchmal schwanken die Betroffenen. In den meisten Fällen verschwindet Schwindel von selbst. Aber in bestimmten Fällen bleibt er und macht den Patienten das Leben schwer – oft genug können die Ärzte keine genaue Ursache finden. Es ist extrem unangenehm, wenn der Boden unter den Füßen schwankt und die Umwelt verschwommen erscheint. „Wie betrunken“ schildern Betroffene das fiese Gefühl. 

Schwindel-Ambulanzen bieten professionelle Hilfe

Doch inzwischen gibt es professionelle Hilfe: Viele Krankenhäuser verfügen über eine Schwindel-Ambulanz. Hier können Spezialisten die richtige Diagnose stellen.

Der Notfall-Plan bei einer Attacke

  1. Wenn der Schwindel sich ankündigt, sollte man sich hinsetzen oder hinlegen. Falls kein Stuhl in der Nähe ist: Versuchen Sie, sich irgendwo festzuhalten.
  2. Der Kopf sollte nur langsam bewegt werden, damit das unangenehme Gefühl nicht noch stärker wird. 
  3. Mit den Augen einen bestimmten Punkt in der ferne über längere Zeit fixieren. Die Augen nicht schließen.
  4. Ganz ruhig bleiben und schön tief durchatmen.
  5. Scharfes und Saures sind gute Gegenmittel: Bestreichen Sie ein Vollkornbrot mit 1 EL Senf, kauen Sie dies langsam. Oder knabbern Sie ein paar Gewürzgürkchen.

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