Typische Winterkrankheiten: Welche Krankheiten im Winter schlimmer werden und was dagegen hilft

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen, der Winter steht vor der Tür. Gerade jetzt, in der grauen und nasskalten Jahreszeit, treten viele typische Winterkrankheiten stärker in Erscheinung. Durch die Veränderungen beim Wetter werden sie begünstigt oder ausgelöst, sodass auch Menschen mit chronischen Erkrankungen stärkere Probleme haben. Es gilt: Auch gegen Winterkrankheiten lässt sich vorgehen! Wir stellen die sechs typischen Wintererkrankungen vor und klären auf, was gegen die Symptome hilft.

Der Winter ist grau und nasskalt. Die wenigen Sonnenstunden reichen in der Regel nicht aus, um die menschlichen Vitamin-D-Speicher aufzufüllen.

Krankheit 1: Vitamin-D-Mangel

Obwohl das bekannte Vitamin D eigentlich eine Hormonvorstufe ist, ist es unerlässlich für einen gesunden Körper und eine gesunde Seele. Vitamin D wird über die Haut gebildet, indem diese der Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird. Genau hier liegt das Problem: Im Winter nimmt die Sonnenstrahlung ab, sodass der Körper über die Haut nicht mehr ausreichend Vitamin D bilden kann. Die Folge sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Appetitlosigkeit.

Was hilft?

Vitamin D steckt glücklicherweise auch in der Nahrung. Gute Quellen sind fettreicher Fisch, Avocado, Milchprodukte und Pilze. Allerdings kann der Körper nur rund zehn bis maximal 20 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs über die Nahrung decken. Bei anhaltenden Beschwerden ist es also ratsam, Vitamin D zu substituieren.

Im Winter leiden Menschen vermehrt unter der sogenannten Winterdepression. Sie äußert sich ähnlich wie eine klassische Depression, tritt aber nur in der kalten Jahreszeit auf.

Krankheit 2: Die Winterdepression

Die sogenannte Winterdepression heißt fachsprachlich „Seasonal Affective Disorder“, kurz SAD. Sie tritt häufig bei Personen auf, die den Rest des Jahres keine Probleme mit Depressionen haben. Woher die Winterdepression kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Experten gehen allerdings davon aus, dass auch hier die Sonneneinstrahlung und das dunklere Wetter eine Rolle spielen. Die Symptome der Winterdepression ähneln häufig denen einer klassischen Depression. Hinzu kommen atypische Symptome, die eine recht klare Unterscheidung möglich machen. Dazu gehört ein gesteigerter Appetit auf kohlenhydrathaltige und sehr süße Lebensmittel.

Was hilft?

Es gibt zahlreiche Gegenmaßnahmen, um der Seasonal Affective Disorder entgegenzuwirken. Die Ernährung und ausreichende Bewegung gehören dazu. Der gezielte Einsatz von Lichttherapie hilft ebenfalls dabei, die Symptome der Winterdepression einzudämmen.

Krankheit 3: Eine Blasenentzündung

Vor allem Frauen sind in der kälteren Jahreszeit davon betroffen. Blasenentzündungen entstehen, wenn der Unterleib auskühlt. Dies kann passieren, wenn die Frau zu lange auf einer kalten Fläche sitzt. Zudem neigen viele Frauen dazu, zu wenig zu trinken, was die Entstehung von Harnwegsinfekten begünstigt. Der Körper braucht gerade in der kalten Jahreszeit viel Flüssigkeit, um die Temperaturschwankungen ausgleichen zu können. Auch Bakterien können ursächlich für eine Blasenentzündung sein. Ein erstes Anzeichen für eine Blasenentzündung ist ein schmerzhaftes Stechen oder Ziehen beim Wasserlassen. Dennoch ist nicht immer ein Arztbesuch notwendig.

Was hilft?

Sowohl vorbeugend als auch bei akuten Symptomen ist es wichtig, den Unterleib warm zu halten. Wärmflaschen oder Kirschkernkissen eignen sich dafür sehr gut. Es ist zudem hilfreich, viel zu trinken. Wasser sollte dabei die erste Wahl sein. Außerdem schwören viele Frauen auf Blasen- und Nierentees, die die Ausschwemmung der Bakterien begünstigten. In schlimmeren Fällen können Schmerzmittel lindernd wirken. Helfen Hausmittel nicht mehr, kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Hier ist es essentiell, dass das Medikament komplett aufgebraucht wird.

Leichte Bewegung an der frischen Luft ist bei Atemwegserkrankungen hilfreich und wichtig. Wichtig ist, dass der Sport nicht zu anstrengend wird.

Krankheit 4: Atemwegserkrankungen

Wer ganzjährig unter Asthma oder einer chronischen Bronchitis leidet, ist im Winter besonders gefährdet. Die kalte, trockene Heizungsluft drinnen und die nasskalte Luft draußen wechseln sich ab und begünstigen die typischen Beschwerden. Erkältungen kommen zudem häufiger vor und treten schneller auf als bei gesunden Menschen. Um schwerwiegende Folgen wie beispielsweise eine Lungenentzündung zu vermeiden, sollten einige Maßnahmen ergriffen werden.

Was hilft?

Auch bei Atemwegserkrankungen gilt, dass Bewegung wichtig ist. Allerdings sollten Asthmatiker auf schweren Sport in der kalten Luft verzichten. Gemäßigte Spaziergänge oder leichter Ausdauersport in ausreichend warmer Kleidung sind hingegen sehr sinnvoll. Außerdem ist es unerlässlich, durch die Nase zu atmen. So wird die eingeatmete Luft erwärmt, bevor sie die Lunge erreicht. Das hilft dabei, die Lunge zu entlasten. Auf längeren Strecken kann es sinnvoll sein, das Auto dem Fußweg vorzuziehen, sodass die Lunge nicht übermäßig stark belastet wird. 

Krankheit 5: Hauterkrankungen

Die Haut reagiert bei vielen Menschen empfindlich auf die kalte Winterluft. Die Folge sind trockene, juckende Stellen und Rötungen. Zudem werden zwei Hautkrankheiten im Winter extrem verstärkt. Patienten, die unter Neurodermitis leiden, werden aufgrund der Kälte eine Verschlimmerung ihrer Symptome oder einen Schub feststellen. Zur zweiten Risikogruppe gehören Patienten mit einer Kälte-Allergie. Bei diesen bildet sich zunächst ebenfalls ein roter, juckender Ausschlag auf der Haut. Außerdem kann es dazu kommen, dass der Körper zu viel Histamin ausschüttet, das das Herz-Kreislauf-System lahmlegen kann. Dann wird die Kälte-Allergie lebensgefährlich. 

Was hilft?

Grundsätzlich sollten Patienten mit Hauterkrankungen darauf achten, die Haut ausreichend zu pflegen. Cremes sind hier die erste Wahl. Diese sollten Jojoba-Öl enthalten, das beruhigend auf die Haut wirkt. Im Winter empfiehlt es sich zudem, immer mit Schal, Handschuhen und Mütze bewaffnet das Haus zu verlassen und auf längeren Wegen das Auto zu bevorzugen. Histaminblocker können, nach Absprache mit dem Hautarzt, zur Linderung eingesetzt werden.

Krankheit 6: Gelenk- und Rückenschmerzen

Sowohl die Gelenkkrankheit Arthrose als auch die klassischen Rückenschmerzen können sich in der kalten Jahreszeit verschlimmern. Eine Fehlhaltung aufgrund der niedrigen Temperaturen stellen eine Ursache dar. Außerdem ziehen sich die Gefäße zusammen und sorgen für Probleme mit allen Gelenken im Körper. Starke Schmerzen sind die Folge. Hier gibt es sowohl klassische Medikamente als auch Hausmittel, die Linderung verschaffen.

Was hilft?

Schmerzmittel helfen dabei, die Symptome kurzfristig zu lindern. Ihr Einsatz sollte grundsätzlich mit einem Arzt abgesprochen sein. Regelmäßige Bewegung ist bei allen Beschwerden hilfreich, sollte aber mit Bedacht ausgeführt werden, um eine Verschlimmerung der Symptome zu vermeiden. Wärme kann ebenfalls dabei helfen, Gelenkschmerzen zu lindern. Die Gefäße erweitern sich und die Muskeln entspannen sich, wenn Wärme-Bäder oder Wärmekissen darauf einwirken. Bei Rückenschmerzen gibt es zahlreiche Maßnahmen, die den Rücken stärken und die Schmerzen lindern. So kommen auch chronische Schmerzpatienten gut durch den Winter.