Unregelmäßige Periode: Das könnten die Gründe sein

Zyklus ohne Pille: Wenn man nie weiß, wann die Periode kommt

07. September 2020

Nur die wenigsten Frauen bekommen ihre Monatsblutung wirklich regelmäßig, wenn sie die Pille nicht nehmen. Bei ihnen kann die Zykluslänge stark variieren. Was hinter einer unregelmäßigen Periode steckt und was dagegen helfen kann, sagen wir hier.

Wann spricht man von einem unregelmäßigen Zyklus?

Glaubt man dem Biobuch, dauert der weibliche Zyklus genau 28 Tage. Aber: Kaum eine Frau bekommt ihre Tage so regelmäßig wie ein Uhrwerk. Denn der Monatszyklus kann unterschiedlich verlaufen. Manche Frauen wissen nie so genau, wann sie „dran“ sind. Man kann sagen: In der Regel dauern die Zyklen der Frau jeweils 23 bis 35 Tage. Wann die Menstruation auftritt, ist aber von Frau zu Frau verschieden. Eine unregelmäßige Periode liegt vor, wenn der Zyklus dauerhaft kürzer als 23 Tage oder länger als 35 ist. Dann spricht man von Zyklusstörungen. Außerdem sollte er nicht um mehr als acht Tage schwanken. Innerhalb dessen gelten alle Schwankungen als normal. Wichtig: Halten Sie monatlich im Kalender fest, wann Sie jeweils Ihre Regelblutung bekommen. Diese Informationen sind auch für den Frauenarzt wichtig, wenn Sie spätestens einmal im Jahr zum Check hingehen. Natürliche Schwankungen können durch verschiedene Umstände ausgelöst werden.

Mögliche Gründe für eine unregelmäßige Periode

Grund für die Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus ist oft der heutige Lebensstil mit ziemlich viel Stress und zu wenig Ruhe. Unregelmäßige Zeiten im Job, ständig Arbeit auf dem Tisch, dazu Familie und Haushalt: Das stört den Rhythmus bei vielen Frauen und kann zu Beschwerden und Menstruationsstörungen führen. Auch Schicht- und Nachtarbeit, eine gerade überstandene Erkältung oder ein längerer Aufenthalt in einem fremden Land können für eine unregelmäßige Periode sorgen. Das Gleiche gilt auch für starke Gewichtsschwankungen, Übergewicht, Magersucht, falsche Ernährung und Diäten. Nach Schwangerschaften oder der Stillzeit sind Schwankungen im weiblichen Zyklus ebenfalls normal. 

Natürliche Mittel gegen unregelmäßige Monatsblutung

Eine unregelmäßige Monatsblutung ist nicht weiter problematisch. Wenn man allerdings mit der Kalendermethode den Eisprung berechnen will, könnte es schwierig werden – schließlich weiß man nie genau, wann die fruchtbaren Tage sind. Die beste Medizin, um den Zyklus anzukurbeln und ihn wieder in geregelte Bahnen zu lenken, ist ein geordnetes Leben und Entspannung – dabei können als Therapie autogenes Training oder Yoga helfen. Und es gibt natürliche Mittel, um den Zyklus wieder auf Kurs zu bringen: Mönchspfeffer stabilisiert den Hormonhaushalt, Johanniskraut und Frauenmantel sollen die Regelblutung anregen. Schafgarbe hilft bei verlängerter Menstruation.

Auch die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) soll sich bei einem unregelmäßigen Zyklus und schmerzhaften Monatsblutungen bewährt haben. Sie soll nicht nur gegen prämenstruelle Beschwerden helfen, sondern auch Hitzewallungen in den Wechseljahren lindern. Für einen guten Effekt werden 40 bis 80 Milligramm Traubensilberkerze pro Tag über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten empfohlen.

So können Krankheiten den weiblichen Zyklus beeinflussen

Manchmal stecken aber ernsthafte Ursachen hinter einer unregelmäßigen Periode: Schilddrüsenerkrankungen beeinflussen den Hormonhaushalt, die Regel wird unregelmäßig. Auch Eierstock-Zysten (auch gutartige) und Myome (gutartige Tumore) in der Gebärmutter, aber auch Gebrärmutterkrebs lassen den Zyklus schwanken, ebenso wie Eileiter- und Eierstockentzündungen. Die äußern sich aber zusätzlich durch starke Unterleibsschmerzen und Zwischenblutungen. Ebenso können wiederholte Fehlgeburten eine unregelmäßige Periode und sogar seltene Monatsblutungen mit wehenartigen Schmerzen auslösen. Der Kinderwunsch von Paaren wird hierdurch zusätzlich erschwert. 

Eine unregelmäßige Periode tritt auch im Alter auf

Bei jungen Frauen in der Pupertät ist eine unregelmäßige Periode völlig normal. Mit dem Alter stabilisiert sich der Zyklus und man ist mit seinem Körper ein eingespieltes Team. Im Allgemeinen soll die Periode zwischen dem 30. und 39 Lebensjahr am stabilsten sein. Danach kann es hormonell wieder zu Veränderungen im Menstruationszyklus kommen – besonders ab 45 muss man als Frau damit rechnen, denn dann schießt sich der Körper so langsam auf die Wechseljahre ein. Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, sollte auf Verhütungsmittel weiterhin geachtet werden, dann Frauen können in diesem Lebensabschnitt durchaus noch schwanger werden.

Unregelmäßige Periode: In diesen Fällen sollten Sie sich durchchecken lassen

Sie brauchen nicht bei jeder Unregelmäßigkeit einen Grund zur Sorgen haben, aber wenn folgende Probleme immer wieder auftauchen, sollten Sie sich vom Frauenarzt durchchecken lassen:

  • vaginale Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmierblutungen oder Zwischenblutungen
  • wenn gar kein Rhythmus (mehr) in der Zyklusdauer zu erkennen ist
  • länger als sieben Tage anhaltende Blutungen
  • mehr als eine Periodenblutung pro Zyklus
  • unregelmäßigen Monatsblutungen mit starken Schmerzen und sehr starken Blutungen (Tampons etc. müssen stündlich gewechselt werden)

Der Arzt wird zunächst ausführlich die Krankengeschichte (Anamnese) unter die Lupe nehmen. Daher ist es auch wichtig, Buch über den Zyklus zu führen, weil der Arzt genau jetzt diese Angaben braucht. Auch werden allgemeine Erkrankungen wie Stoffwechselerkrankungen erfragt, aber auch psychische Störungen, Gewichtsschwankungen evt. einhergehend mit Magersucht sowie die Einnahme von Medikamenten. All das kann nämlich einen enormen Einfluss auf den Zyklus haben!

Liegt nichts von den vorgenannten Erkranken vor, sind dies die gängigsten Methoden, um Herauszufinden, woher die Beschwerden kommen.:

  • körperliche und gynäkologische Untersuche
  • Biopsie (Gewebeentnahme)
  • Messung der Basalttemperatur
  • Blutabnahme
  • Blutuntersuchung (Messung der Hormonkonzentration, um Hormonstörungen auszuschließen: Prolaktin, Schilddrüse, Östrogene, Gestagene usw.)
  • Ultraschall, Computertomografie (CT) und/oder Magnetresonanztomografie (MRT)

Wie berechne ich meinen Eisprung bei einem unregelmäßigen Zyklus?

Eben aufgrund der vorhandenen Zyklusschwankungen gibt es keine zuverlässige Methode, den Eisprung punktgenau zu berechnen. Es gibt aber ein paar Methoden, die den Zeitraum eingrenzen können:

1. Die Basaltemperatur mit einem Basalthermometer direkt nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen für 3 Minuten messen.

2. Den Zervixschleim am Vagina-Eingang entnehmen und überprüfen. Dabei wird die Qualität dokumentiert und in Klassen eingeordnet. Schleim und Temperatur kann man dann in Apps eintragen. Auf diese Weise soll man den Eisprung auf vier Tage eingrenzen können. Mehr Informationen zur Berechnung des Eisprungs finden finden Sie hier>>

Das passiert beim Zyklus

Der erste Tag der Periode ist auch der erste Tag des Zyklus. Sobald die Blutung vorbei ist, baut sich die Gebärmutterschleimhaut wieder auf. In den Eierstöcken reifen Eibläschen – so genannte Follikel –, die jeweils eine Eizelle enthalten. Eines dieser Follikel wächst weiter und gibt die Eizelle frei. Das bezeichnet man als Eisprung – er findet etwa am 14. Zyklustag statt. Um diesen Tag herum ist die Frau fruchtbar. Wird das Ei nicht befruchtet, wird die aufgebaute Schleimhaut mit der Blutung wieder abgestoßen. Der Zyklus endet mit dem Tag vor der nächsten Periode, danach beginnt er von vorn.

Datum: 07.09.2020

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