Vom Arzt krankgeschrieben: Was ist erlaubt?

Das sollten sie wissen & beachten

Wie scheußlich, jetzt haben Husten und Schnupfen wieder Hochkonjunktur. Wer vom Arzt krankgeschrieben ist, muss einiges beachten. Hier einige Tipps rund um das Thema Krankmeldung.

Der Kopf dröhnt, die Nase läuft – aber man will sich nicht gleich krankschreiben lassen. Ist ja „nur“ ein Schnupfen. Doch das ist eigentlich die falsche Entscheidung. Denn wer krank ist, macht mehr Fehler und steckt vielleicht auch die Kollegen an – er schadet also der Firma, den Mitmenschen und sich selbst. Meist ist also ein „gelber Schein“ sinnvoller. Doch was ist erlaubt, wenn man krankgeschrieben ist? Wir haben Antworten.

Wann und wie muss ich mich krankmelden?
Wer morgens aufwacht und merkt: Ich kann heute auf keinen Fall arbeiten, sollte so schnell wie möglich den Chef informieren. Auf welche Art, per Telefon, E-Mail, SMS oder WhatsApp, ist in jeder Firma anders geregelt. Das sollte man grundsätzlich einmal erfragen. Wer schon weiß, dass er zum Arzt gehen wird, sollte den Termin in der Nachricht oder in dem Gespräch nennen und zufügen, dass man sich anschließend sofort meldet.

Darf man zur Arbeit trotz einer Krankschreibung?
Man ist noch länger krankgeschrieben, fühlt sich aber schon wieder fit und will durchstarten … Grundsätzlich ist das möglich. Denn das Attest vom Arzt ist kein Arbeitsverbot, sondern bescheinigt lediglich, dass man derzeit unfähig ist, seinem Job nachzugehen. Aber es ist natürlich sinnvoll, so lange zu Hause zu bleiben, bis man wirklich wieder vollkommen fit und ganz gesund ist.

Wie lange darf ich ohne Attest zu Hause bleiben?
Gängige Regel ist, dass man als Arbeitnehmer drei Tage zu Hause bleiben darf. Merkt man, dass es einem nicht besser geht, muss man spätestens am vierten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber einreichen. Der darf ein solches Attest aber schon ab dem ersten Tag verlangen. Es kann also je nach Unternehmen Sonderregelungen geben.

Muss der Chef den Krankheitsgrund wissen?
Nein, das muss er nicht. Das Attest besteht aus mehreren Zetteln. Die Ausführung für die Krankenkasse enthält den Hinweis, um welche Erkrankung es sich handelt. Auf der Ausführung für den Arbeitgeber steht nur der Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit.

Was passiert, wenn das Kind krank ist?
Jeder Arbeitnehmer hat pro Jahr zehn Tage Anspruch auf Freistellung, wenn das Kind krank ist. Wichtig ist, dass man sich sofort am ersten Tag eine Krankenbescheinigung vom Arzt ausstellen lässt. Die muss man beim Arbeitgeber und der Krankenkasse einreichen. Die Kasse übernimmt den Lohn – aber nicht vollständig.

Wie lange gibt es Lohnfortzahlungen?
Wer eine langwierige Krankheit hat und deshalb wochen- oder monatelang zu Hause bleiben muss, für den gilt: Sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber weiterhin das Gehalt. Allerdings nur, wenn man zuvor wenigstens vier Wochen ohne Fehlzeiten im Unternehmen beschäftigt war. Nach den sechs Wochen hat man Anspruch auf Krankengeld. Das sind rund 70 Prozent des Bruttoverdienstes.

Arbeitslos und krank – was ist zu beachten?
Wer arbeitslos gemeldet ist, muss im Krankheitsfall eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei der Agentur für Arbeit einreichen, weil man dann nicht direkt einsatzbereit ist. Ist man länger als sechs Wochen krankgeschrieben, gilt dasselbe wie für Berufstätige: Dann wird Krankengeld von der Krankenkasse gezahlt.

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