Wann steht mir eine Kur zu?

Eine Auszeit für Körper & Seele

Eine Reha-Behandlung wird immer von geschultem Fachpersonal durchgeführt Bei einem verspannten Nacken kann eine gezielte Massage wahre Wunder wirken Frau entspannt in der Sauna Bewegungen im Wasser fallen trotz Schmerzen oft leichter Knieprobleme kommen häufig vor. Einige Kliniken haben sich darauf spezialisiert. Die richtige Therapie ist entscheidend für einen schnellen Heilungserfolg

Ständige Anstrengung, Kinder, Beruf und Haushalt unter einen Hut bekommen, der Kampf mit einee chronischen Krankheit oder nach einem Unfall wieder auf die Beine kommen. Da wünscht man sich nur eines: endlich einmal alle Kraft und Zeit für sich selbst aufwenden zu können, sich richtig zu rehabilitieren und den Alltag Alltag sein zu lassen. Und es stellt sich die Frage: Wann steht mir eine Kur zu? Wir klären auf.

Eigentlich ganz einfach und unbedingt einen Versuch wert: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, und klären Sie: Wann steht mir eine Kur zu? Beantragen Sie gemeinsam mit ihm eine Reha-Maßnahme. Was dabei zu beachten ist, haben wir für Sie zusammengestellt. 

Die verschiedenen Kuren 

Ambulante Vorsorge: Liegt bei Ihnen ein Gesundheitsrisiko vor, das in absehbarer Zeit zu einer Erkrankung führen könnte? Und bei Ihnen vor Ort sind alle Heilbehandlungen ausgeschöpft? Dann könnte eine ambulante Vorsorgekur für Sie genau das Richtige sein. Sie dauert zwei, höchstens drei Wochen und findet an einem staatlich zugelassenen Kurort statt. Sie müssen bei Ihrem Arbeitgeber Urlaub dafür nehmen. Die Krankenkassen zahlen einen Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung sowie für die Heilbehandlung. 

Stationäre Vorsorge: Wer körperlich beeinträchtigt ist oder eine umfassende ärztliche Betreuung braucht, sollte eine stationäre Reha-Maßnahme beantragen. Das ist alle vier Jahre möglich. Die Krankenkasse sucht den passenden Kurort aus und berücksichtigt dabei medizinische und wirtschaftliche Aspekte – und, so gut es geht, die Wünsche des Antragstellers. 

Eltern-Kind-Erholung: Die Mutter-Kind-Kur ist ideal, um Krankheiten zu verhindern, zu heilen oder um mal so richtig durchzuschnaufen. Sie findet immer stationär in einer Einrichtung des Müttergenesungswerks oder einer gleichartigen Einrichtung statt. Und es handelt sich nicht um einen Urlaub. Angeboten wird immer ein ganzheitliches Konzept mit Bewegung, Gesprächen und Untersuchungen, das zu Beginn abgestimmt wird. 

Reha-Maßnahme ambulant: Wenn Sie durch eine Krankheit stark eingeschränkt sind, ist diese Kur die richtige. Ambulant bedeutet hier, dass Sie tagsüber vier bis sechs Stunden in ein Reha-Zentrum in Wohnortnähe gehen und dort behandelt werden. 

Reha-Maßnahme stationär: Bei bestehenden chronischen Erkrankungen, schweren gesundheitlichen Einschränkungen oder nach Operationen können Sie sich alle vier Jahre in einer Kureinrichtung behandeln lassen. 

Voraussetzungen

Das muss vorab passiert sein: Ihr Arzt vor Ort hat sie behandelt und alle erforderlichen Medikamente, Therapien und Heilmittel verordnet. Alle Möglichkeiten wurden dabei ausgeschöpft. Auch ein Facharzt sollte Sie untersucht haben. Eine weitere Voraussetzung: Sie müssen bereits zu Hause für Ihre Gesundheit aktiv sein, etwa durch gesunde Ernährung und Bewegung. Und natürlich müssen die Ärzte oder der Medizinische Dienst das Vorhaben befürworten. 

Die Anträge 

Die richtigen Ansprechpartner: Wenn der Arzt eine Kur empfohlen hat, gilt es, den Antrag zu stellen – für ambulante Vorsorgekuren bei der Krankenkasse. Für Reha-Maßnahmen haben der Arzt oder das Krankenhaus die richtigen Formulare. Bei stationären Vorsorge-Kuren stellt man den Antrag als Angestellter bei der Rentenversicherung. Alle nicht Festangestellten wenden sich dafür an die Krankenkassen. Handelt es sich um eine Reha-Maßnahme nach einem Arbeits-, Wege- oder Schulunfall, wenden Sie sich an die Berufsgenossenschaften oder die Unfallversicherung. 

Die Wahl des Kurorts 

Wer darf entscheiden?: Bei ambulanten Vorsorge-Kuren suchen Sie den (staatlich zugelassenen) Kurort gemeinsam mit Ihrem Arzt aus. Bei stationären Kuren wählen die Krankenkassen eine geeignete Einrichtung für Sie aus. Ausführliche Informationen über Heilbäder und Kurorte finden Sie im Netz unter www.deutscher-heilbaederverband.de.

Pauschal im Ausland: Es gibt auch Pauschalkuren im europäischen Ausland, die von spezialisierten Reiseveranstaltern angeboten werden. Im Reisepreis sind von der Verpflegung bis zur ärztlichen Betreuung alles enthalten. Aber Vorsicht: Krankenkassen geben für Pauschalkuren keinerlei Zuschüsse. 

Die Kosten 

10 Euro/Tag für stationäre Kur: Alle vier Jahre übernimmt der Sozialversicherungsträger eine dreiwöchige stationäre Vorsorgeoder Reha-Kur. Darin enthalten sind Kurleistungen, der stationäre Aufenthalt und die Verpflegung. Der Kurende muss selbst 10 Euro pro Tag dazuzahlen. Das gilt also auch für Mütter, die mit ihren Kindern eine Vorsorgekur machen. 

10 Prozent bei ambulanter Kur: Bei einer ambulanten Kur zur Prävention zahlen die Krankenkassen 90 Prozent der Versorgungsmaßnahmen. Die verbleibenden 10 Prozent muss der Kurgast selbst tragen. Hinzu kommen zusätzlich 10 Euro für die Beratung durch den Kurarzt und noch einmal 10 Euro als so genannte Verordnungsblattgebühr, auf der die verschriebenen Anwendungen notiert sind. 

Und bei einer Rehabilitation?: Machen Sie eine ambulante Reha-Kur, fahren also täglich in ein spezielles Zentrum, zahlen Sie gar nichts. Auch die Fahrtkosten werden übernommen. Handelt es sich um eine stationäre Reha-Kur, fallen für Sie auch hier die 10 Euro pro Tag an. Geringverdiener können sich befreien lassen. 

Tipps und Infos zum Thema

Gut zu wissen: Da geht noch mehr

Entweder müssen Sie dringend wieder auf die Beine kommen oder brauchen eine Verschnaufpause, damit nichts Schlimmeres passiert. Der Antrag für die Kur ist raus. Aber da gibt es noch ein paar wichtige Dinge, an die Sie unbedingt denken sollten.

Haushaltshilfe beantragen 

Wenn Sie zur Kur müssen und die so genannte „haushaltsführende Person“ sind, können Sie eine Haushaltshilfe beantragen. Weitere Voraussetzungen: Ein Kind unter zwölf Jahren muss im Haushalt leben und niemand anderes darf dort wohnen, der die Arbeit übernehmen könnte. Mit einer Hilfe ist garantiert, dass der Rest der Familie während Ihrer Kur gut versorgt ist. Und vor allem: Sie stehen dann nicht vor Wäschebergen und noch mehr Stress, wenn Sie nach Hause kommen. 

Es geht in die Verlängerung 

Sie sind in der dreiwöchigen Kur und merken bald: Um wirklich fitter und belastbarer zu werden, brauche ich mehr Zeit. Dann sollten Sie den Arzt darauf ansprechen, der mit Ihnen gemeinsam die Verlängerung beantragt. Auch bei Mutter-Kind-Kuren ist das durchaus machbar. Auch der Arzt vor Ort kann entscheiden, dass eine Verlängerung aus medizinischer Sicht nötig ist. 

Abgelehnt. Und jetzt? 

Etwa jeder fünfte Kur-Antrag wird von den Kassen abgelehnt. Ärgerlich, heißt aber noch nicht viel. Lassen Sie sich von Ihrem Vorhaben nicht abhalten. Legen Sie Widerspruch ein. Das lohnt sich sehr oft. Fordern Sie zudem das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Kassen an, und besprechen Sie es mit Ihrem Arzt.