Die große Frühlings-Apotheke: Sanfte Helfer aus der Natur

Natürlich im Kampf gegen Beschwerden

Da sind sie wieder, die jungen Wilden: Waldmeister, Holunder, Wegerich, Löwenzahn und all ihre grünen Geschwister. Die Natur macht uns zu dieser Jahreszeit das schönste und gesündeste Geschenk überhaupt: Frische Kräuter, die bei den verschiedensten Beschwerden helfen, uns mit Vitaminen versorgen und mit ihren Blüten jeden Salat in einen Hingucker verwandeln. Wie Sie Ihre Frühlings-Apotheke auf ganz natürliche Art aufstocken können, verraten wir Ihnen hier.

Anleitung Die Kräuter wachsen zwar frei auf Wiesen und am Wegesrand – Experten warnen jedoch davor, sie einfach so zu pflücken. Zum einen, weil der Bestand teils gefährdet ist, zum anderen, weil sie mit Schadstoffen belastet sein können. Bestimmte Pflanzen ähneln auch giftigen Verwandten. Inzwischen gibt es aber ein großes Angebot an Workshops mit Kräuterpädagoginnen. Hier können Sie unter Anleitung Wildwachsendes ernten.

Verarbeitung Beim Sammeln sollten Sie sanft vorgehen, die Pflänzchen abschneiden und nicht grob ausreißen. So können sie nachwachsen. Am besten in einem Körbchen transportieren, zu Hause dann gut waschen und entweder frisch genießen oder schonend im Backofen trocknen. So entfalten die Kräuter ihr himmlisches Aroma am besten.

Scharbockskraut

Wirkung: Von Frühjahrsmüdigkeit bis zu Hämorrhoiden – es ist vielseitig einsetzbar.

Anwendung: Vorsicht! Die frischen Blätter dürfen nur in kleiner Menge und auch nur vor der Blüte gegessen werden, danach sind sie giftig. Getrocknet aber können sie weiter verwendet werden – als Tee oder Sitzbad.

Löwenzahn

Wirkung: Von wegen Unkraut! Die jungen Blätter enthalten eine Menge Vitamin C. Die Bitterstoffe im Löwenzahn regulieren die Verdauung. Bei Nieren- und Gallenproblemen sollten Sie aber vorher mit dem Arzt sprechen.

Anwendung: Frisch nimmt man die Blätter als Salat, getrocknet wird's ein Tee: 2 TL mit 200 ml Wasser zum Kochen bringen, 10 Min. ziehen lassen.

Spitzwegerich

Wirkung: Gut bei Entzündungen im Mund, Halsweh und Hustenreiz. Sein Inhaltsstoff Aucubin macht ihn zu einem natürlichen Antibiotikum, indem er sich schützend auf die Schleimhäute legt.

Anwendung: 2 TL getrocknete Spitzwegerichblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. 3 Tassen am Tag.

Veilchen

Wirkung: Das hübsche Blümchen hilft bei Husten und Bronchitis. Weil es schweißtreibend ist, wird es auch gern gegen Fieber eingesetzt.

Anwendung: 2 TL getr. Blüten mit 250 ml kaltem Wasser aufkochen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen. Die Blüten sehen auch im Salat toll aus.

Birkenblätter

Wirkung: Das zarte Grün vom sogenannten Baum der Jugend gilt als belebend und erfrischend und wird wegen seiner entwässernden Wirkung gern bei bakteriellen und entzündlichen Harnwegsinfekten eingesetzt. Aber auch bei Rheuma und Gicht.

Anwendung: Zwischen den Mahlzeiten eine Tasse Tee trinken: 1 EL mit 1 Tasse kochendem Wasser 15 Min ziehen lassen.

Holunder

Wirkung: Die weißen Holunderblüten helfen gegen Rheuma, Gicht, Fieber, Verschleimungen und beim Einschlafen.

Anwendung: 2 TL getrocknete Holunderblüten mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Min. zugedeckt ziehen lassen. Täglich 3 bis 4 Tassen trinken – möglichst erst in der zweiten Tageshälfte, dann wirkt er besser.

Liebstöckel

Wirkung: Viele nennen die Heilpflanze auch Maggikraut, denn ein bisschen riecht sie wirklich nach dem Gewürz. Liebstöckel wirkt gegen Magenschmerzen und Darmbeschwerden.

Anwendung: Wurzeln klein schneiden, dann 1-2 TL mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. Davon täglich 3 Tassen trinken. Die Blätter trocknen und später als Gewürz verwenden.

Waldmeister

Wirkung: Seine Inhaltsstoffe wirken beruhigend, sie helfen bei Kopfweh und Migräne. Und natürlich darf er bei keinem Sommerfest fehlen.

Anwendung: Man erntet vor der Blüte, lässt die Blätter anwelken, taucht sie 2 Std. in Limo oder Wein für eine Bowle.

Brunnenkresse

Wirkung: Kurbelt den Stoffwechsel an, gilt als appetitanregend aber auch als harntreibend. Hilft bei Entzündungen im Mund.

Anwendung: Die Brunnenkresse sollte frisch verzehrt werden, nur dann entfaltet sie ihre Wirkung. Schmeckt prima im Salat, auf Brot und passt zu Rührei.

Gundermann

Wirkung: Der Allrounder: Schon unsere Großmütter griffen bei schlecht heilenden Wunden, Bronchitis, Harnwegs- Erkrankungen und auch Schnupfen zu Gundermann.

Anwendung: Damit seine ätherischen Öle nicht so schnell verfliegen, wird er in Vollmilch aufgekocht. 2 EL Kräuter auf 500 ml Milch.

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