Die richtige Intimhygiene für die Frau

So wirkt sich eine falsche Intimhygiene auf Ihre Gesundheit aus

Schönheit und Körperpflege sind heute so wichtig wie nie – auch dort, wo es nur ganz wenige Menschen sehen: im Intimbereich. Die richtige Intimpflege ist wichtig, um Erkrankungen durch Pilze und Bakterien vorzubeugen. Wir haben die besten Tipps zur richtigen Intimhygiene für die Frau – aber auch für den Mann – zusammengestellt. 

Die die richtige Intimpflege ist wichtig, um Erkrankungen durch Pilze und Bakterien vorzubeugen. Doch rund 40 % der Frauen, die wegen eines Scheidenpilzes den Gynäkologen aufsuchen, verdanken diese Infektion tatsächlich einer zu intensiven Intimpflege. Wir verraten Ihnen deshalb, wie die optimale Intimpflege der Frau aussieht.

Inhalt

  • Die Gefahren einer falschen Intimpflege
  • Auf die Dosierung und die Mittel kommt es an
  • Richtige Intimhygiene: Keine Scheidenspülungen und Intimsprays
  • Der Einfluss der Unterwäsche auf die Intimpflege der Frau
  • Unterwäsche besser bei 60 Grad waschen
  • Die Hände sollten vor dem Einsatz sauber sein
  • Während der Regel gelten ein paar Zusatz-Regeln
  • Auch den After nicht vergessen
  • Intimpflege der Frau und die Intimrasur
  • Was kann, sollte, muss ER machen?

Die tägliche Dusche ist für uns inzwischen selbstverständlich. Und auch der Intimbereich bekommt immer mehr Aufmerksamkeit. Ein paar Regeln sollte man beachten, denn die richtige Intimhygiene für die Frau erhöht nicht nur das Wohlbefinden, sie beugt auch Infektionen und Krankheiten durch Pilze und Bakterien vor. Dass rund 40 % der Frauen, die wegen eines Scheidenpilzes den Gynäkologen aufsuchen, diese Infektion tatsächlich einer zu intensiven Intimpflege verdanken, zeigt, wie wichtig die richtige Pflege ist.

Die Gefahren einer falschen Intimpflege

Zu häufiges Waschen mit Seife oder Duschgel reizt die Haut und zerstört ihren Säureschutzmantel in diesem empfindlichen Bereich. Erreger können leichter eindringen und Infektionen verursachen. Zu wenig Intimhygiene ist aber genauso schädlich, denn auch in diesem Fall haben Bakterien leichtes Spiel. Hautärzte und Experten raten hier zu einer täglichen Wäsche mit lediglich lauwarmen Wasser und ohne Seife. Werden dennoch Lotionen verwendet, sollten diese möglichst schonend sein. Eines ist klar: fällt die Intimpflege gänzlich weg oder geschieht zu selten, kann das zu einem erhöhten Bakterienwachstum im Intimbereich führen und das Risiko einer Infektion steigt. 

Auf die Dosierung und die Mittel kommt es an

Jedoch führt tatsächlich oft keine zu geringe, sondern eine übermäßige Intimpflege zu Problemen. Das zu häufige Waschen mit Seife oder Intimlotionen schwächt die Vaginalflora und so werden Erkrankungen begünstigt. Denn gerade im Intimbereich sind Milchsäurebakterien für die gesunde Scheidenflora wichtig. Sterben hier die richtigen Bakterienkulturen ab, können sich Krankheitserreger wie Pilze leicht ausbreiten.

Auch der Zusatz von Parfum in Waschlotionen kann die empfindliche Haut reizen und so Rötungen verursachen. Ein zu häufiges Waschen trocknet die Haut zusätzlich aus. So entstehen entzündliche Risse, die das Eindringen von Krankheitserregern begünstigen. Auch der Analbereich ist Teil der Intimpflege und sollte möglichst nicht austrocknen, da sonst mit Schmerzen zu rechnen ist. Eine weitere Gefahr bei der falschen Intimpflege besteht zudem darin, dass Bakterien des Analbereichs in den Vaginalbereich geraten. Hier sollten Sie darauf achten, dass in der Bewegung von vorne nach hinten gewaschen wird.

Richtige Intimhygiene für die Frau: Keine Scheidenspülungen und Intimsprays

Die richtige Intimhygiene für die Frau beinhaltet nach Meinung der meisten Frauenärzte keine Intimsprays, Scheidenspülungen oder Sitzbäder. Etwas überspitzt formuliert, könnte man behaupten, die Intimpflege der Frau erledigt sich von alleine. Während ein pH-Wert von 7 bis 7,5 als neutral gilt, liegt er im Intimbereich der Frau bei ca. 4 bis 4,5. Das bedeutet, hier herrscht ein saures Milieu mit einer hohen Anzahl an Milchsäurebakterien. Diese sorgen für einen natürlichen Schutz gegen eindringende Keime. Duschgels hingegen haben in der Regel einen pH-Wert von 10. Ein normales Duschgel kann die Intimflora also aus dem Gleichgewicht bringen. Die Reinigung einmal am Tag unter der Dusche mit klarem Wasser oder einer pH-neutralen Waschlotion reicht also völlig aus. 

Denn die Scheide hat eine selbstreinigende Funktion, die Milchsäurebakterien töten eindringende Erreger ab. Wenn man die nun wegschrubbt, stört man diese natürliche Reinigungsfunktion und bringt den gesunden Bakterienhaushalt durcheinander. Intimsprays enthalten oft Parfümstoffe, welche die Haut reizen und manchmal sogar schlechte Gerüche erst produzieren. Schlechte Gerüche in der Vagina kommen übrigens von den weißlichen Ablagerungen (Smegma), die sich in den Hautfalten der Schamlippen bilden – deshalb muss frau sich auch täglich waschen. Wer einen Waschlappen benutzt, sollte ihn täglich wechseln oder Wegwerf-Waschlappen nehmen – Bakterien lieben das Milieu auf einem feuchten Tuch. Für Frauen, die zu Pilzinfektionen neigen, sind schonende, parfümfreie Waschlotionen speziell zur Intimhygiene empfehlenswert, bei trockener Haut außerdem eine fetthaltige Intimpflege-Creme.

Der Einfluss der Unterwäsche auf die Intimpflege der Frau

Häufig ist es der eigene Intimgeruch, der Frauen dazu veranlasst, eine zu intensive Pflege zu betreiben. Prinzipiell entstehen Gerüche überall dort, wo Bakterien auf Ihrer Haut anzutreffen sind. Ein Eigengeruch des Intimbereiches ist also völlig normal und kein Grund zur Sorge. Bedenklich wird der Geruch erst, wenn er sehr ausgeprägt ist und sehr streng riecht. Hier sollten Sie dann einen Gynäkologen aufsuchen.

Aber auch unsere Unterwäsche spielt eine große Rolle. Auch wenn es noch so sexy aussieht: String-Tangas sind für die Intimregion nicht sehr gesund. Denn der String kann reiben und so Erreger aus der Analregion Richtung Scheide transportieren. Spitzenunterwäsche ist oft aus Synthetik – dieses Material ist meist luftundurchlässig und fördert das Schwitzen. Wärme und Feuchtigkeit sind aber der ideale Nährboden für Pilze. Experten raten deshalb eher zu atmungsaktiver und nicht zu enger Unterwäsche aus Baumwolle. Wer auf Dessous aus Spitze und den String nicht verzichten möchte, sollte die Dessous wenigstens nicht täglich tragen. Auch Slipeinlagen mit einer Schutzfolie aus Kunststoff lassen keine Luft durch, die Feuchtigkeit sammelt sich, das erhöht die Infektionsgefahr und kann außerdem unangenehm riechen.

Unterwäsche besser bei 60 Grad waschen

Die richtige Intimhygiene für die Frau nützt nichts, wenn die Bakterien und Keime in der Unterwäsche bleiben. Deshalb sollte sie immer bei 60 Grad gewaschen werden – erst bei dieser Temperatur werden die Erreger vernichtet. Wenn die Wäsche nur bis 40 Grad gewaschen werden darf, sollte man einen Hygienespüler (Drogerie) benutzen, der killt die Bakterien ebenfalls zuverlässig.

Die Hände sollten vor dem Einsatz sauber sein

An den Händen tummeln sich Tausende von Keimen und Erregern, und wir nehmen auch welche auf, wenn wir Dinge anfassen. Deshalb ist es besonders wichtig, sich vor der Intimpflege die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Da reicht aber eine normale, antibakterielle muss es nicht sein – die greift nur den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an.

Während der Regel gelten ein paar Zusatz-Regeln

Ein Tampon sollte mindestens alle vier bis sechs Stunden gewechselt werden. Denn wenn er zu lange in der Scheide bleibt, kann sich das körpereigene Bakterium Staphylococcus aureus in dem vollgesogenen Schwämmchen vermehren und einen lebensgefährlichen toxischen Schock auslösen. Vor dem Einführen ist es wichtig, sich gründlich die Hände zu waschen. Man sollte die kleinstmögliche Größe für seine Blutungsstärke wählen und in der Nacht auf Binden umsteigen. Ansonsten gilt: Während der Regel nicht mehr Aufwand betreiben als sonst – klares Wasser und eine milde Seifenlotion reichen zur richtigen Intimhygiene bei der Frau völlig aus.

Auch den After nicht vergessen

Auch Darmbakterien können Blasenentzündungen oder andere bakterielle Entzündungen in der Scheide verursachen. Daher sollte der After nach einem großen Stuhlgang gereinigt werden – aus hygienischen Gründen werden von Ärzten gern Bidets und ein anschließendes Trockenfönen empfohlen. So gelangt nichts von hinten nach vorne. Heutzutage bieten immer mehr Hersteller Toiletten an, bei denen dank einer Fönfunktion auf Toilettenpapier vollständig verzichtet werden kann. Im asiatischen Raum ist eine Wasserreinigung nach einem großen Stuhlgang sehr beliebt. Im Alltag (und wer nicht so eine Toilette besitzt) kann Toilettenpapier angefeuchtet und der Po damit gesäubert werden. Auf Feuchtetücher sollten Sie verzichten, denn auch diese beinhalten oft hautreizende Substanzen wie Alkohol, Konservierungs- und Duftstoffe.

Intimpflege der Frau und die Intimrasur

Ob sich eine Intimrasur positiv oder negativ auf die Intimpflege auswirkt, ist prinzipiell nicht so leicht zu beantworten. Fakt ist, dass sich in den Haaren eine relativ hohe Anzahl an Bakterien sammelt, die eine Gefahr darstellen können. Bei der Rasur wird die empfindliche Haut im Schambereich jedoch auch stark gereizt und kleinste Risse entstehen, in die Bakterien eindringen können. Hautärzte raten daher eher von der Intimrasur ab. Um eine ausreichende Intimpflege zu garantieren, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Verzichten Sie auf Duftstoffe in Reinigungslotionen.
  • Verzichten Sie auf Intimdeos.
  • Waschen Sie Ihren Intimbereich am besten ausschließlich mit lauwarmem Wasser.
  • Einmal täglich ist dabei vollkommen ausreichend.
  • Verwenden Sie nur Intimlotionen mit entsprechendem pH-Wert.
  • Verzichten Sie auf Synthetik-Unterwäsche und auf String-Höschen.

Was kann, sollte, muss ER machen?

Die richtige Intimhygiene für die Frau ist eine Sache, aber auch Männer sollten den Intimbereich täglich waschen. Am besten reinigen sie ihren Penis und ihre Hoden unter fließendem Wasser mit einer milden Seife oder Waschlotion. Im Gegensatz zu Frauen brauchen sie nicht zu Lotionen mit einem bestimmten pH-Wert zu greifen. Wichtig ist vor allem, dass Sie das so genannte Smegma, die weiße bis hellgelbe Substanz zwischen Eichel und Vorhaut, gründlich abwaschen. Beim Waschen muss die Vorhaut komplett zurückgezogen werden, um die Substanz zu entfernen. Wird sie nicht entfernt, kann es zu Entzündungen und sogar Peniskrebs kommen.

Männer sollten die tägliche Reinigung auch dazu nutzen, Penis und Hoden auf Veränderungen zu untersuchen, zum Beispiel eine Schwellung. Und: Auch Männer können eine Pilzinfektion oder Harnröhrenentzündung bekommen. Dann sollte er sofort zum Arzt gehen, um sich die passenden Medikamente verschreiben zu lassen.

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