Doktor Google: Wie gut ist das Internet als Gesundheitsratgeber?

Alles über den Arztbesuch im Netz

Deutschland steuert auf einen ernsthaften Fachärztemangel hin. Das bekommen wir schon seit Jahren zu spüren. Wer hat nicht schon ewig auf einen Termin warten müssen? Da ist die Verführung groß, „Doktor Google“ zu befragen und sich die Ursachen für Beschwerden im Netz selber zusammenzusuchen. Klar, das geht schneller und ist bequemer, statt in einem stickigen Wartezimmer zu sitzen. Allerdings birgt das so seine Tücken. 

Eine aktuelle Befragung zeigt: Inzwischen sucht jeder zweite Deutsche bei „Doktor Google“ nach Symptomen und Krankheitsbildern. Worauf Sie achten sollten, lesen Sie hier: 

Was sollte bei der Recherche im Netz beachtet werden?  

Die Websites fassen meist alle Symptome zusammen, zählen alle möglichen Gründe für das Leiden auf – ohne zu gewichten. Wer nach Kopfschmerzen googelt, bekommt so Ursachen von Schlafmangel bis Hirntumor genannt. Das führt schnell zu unnötigen Sorgen und Stress. Besser: sich auf wenige und vor allem professionelle Seiten zu beschränken. Ebenfalls sinnvoll: die Quelle mit anderen Portalen zu vergleichen, um so eine „zweite Meinung“ einzuholen. 

Was können die Gesundheits-Portale wirklich leisten?  

Laut Experten ist das Netz eher eine Ergänzung, um einen Besuch beim Fachmann vorzubereiten. Wer gut recherchiert, kann beim Arzt auch gezielter nachfragen und so seine Heilungschancen erhöhen. Ebenfalls kann das Googeln nach einem Arztbesuch hilfreich sein, um die Informationen zu erweitern. Daran ist auch den Medizinern gelegen: 81 Prozent sehen es prinzipiell positiv, wenn Patienten sich selbst informieren. 

Was ist von Foren zu halten?  

Erst mal ist es natürlich positiv, als Betroffener auf Gleichgesinnte zu treffen und sich auszutauschen. Eine seriöse Informationsquelle sind Foren aber nicht, da die Nutzer in der Regel Laien sind. 

Wie erkenne ich, ob die Informationen seriös sind?  

Die Artikel sollten nicht älter als zwei Jahre sein. Nur so ist gewährleistet, dass der aktuelle medizinische Stand berücksichtigt wird. Der Verfasser sollte je nach Inhalt eine entsprechende Qualifikation haben und kenntlich sein. Neben guten Quellen stehen zahlreiche Seiten, die reines Marketing sind und somit keine verlässlichen Infos liefern. Skepsis ist etwa angesagt, wenn auf der Seite weder Impressum noch Datenschutzerklärung zu finden ist. 

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