Fasten – die „Wunderkur“ für Ihre psychische und physische Gesundheit

So gesund ist Fasten

Fasten – die „Wunderkur“ für Ihre psychische und physische Gesundheit Das Fasten ist seit jeher in vielen Kulturen fest verankert Es dient in erster Linie nicht der Gewichtsreduktion, vielmehr bringt es zahlreiche weitere Vorteile für die geistige und körperliche Gesundheit mit sich. 

Das Fasten wird derzeit als neuer Trend im Bereich Gesundheit sowie Abnehmen gefeiert, ist eigentlich aber bereits seit jeher in vielen Kulturen fest verankert. Tatsächlich dient das Fasten aber nicht in erster Linie der Gewichtsreduktion, sondern bringt zahlreiche weitere Vorteile für die geistige und körperliche Gesundheit mit sich. Wir klären auf, welche das sind und wie Sie von der „Wunderkur“ namens Fasten wirklich profitieren können. 

Im 21. Jahrhundert hält sich kaum noch jemand an die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern oder die Adventszeit und wenn, dann in allerlei Abwandlungen wie dem Verzicht auf Rauchen, Alkohol oder Süßigkeiten. Ursprünglich verfolgte das Fasten aber einen anderen Zweck und ist deshalb nicht nur in der christlichen, sondern auch in vielen weiteren Religionen sowie Kulturen fest verankert. Beim Fasten geht es in erster Linie um die Rückbesinnung auf sich selbst, um Verzicht, Dankbarkeit sowie Gesundheit. In der ursprünglichen Form wird dabei nicht nur auf Genussmittel wie Alkohol, Koffein, Nikotin oder Zucker verzichtet. Stattdessen steht die vollständige Enthaltung von Speisen sowie Getränken außer Wasser im Fokus. Im 20. Jahrhundert hat sich resultierend aus der Fastentradition das sogenannte Heilfasten entwickelt, dessen Ziele ein höheres Wohlbefinden sowie eine verbesserte Gesundheit darstellen. Der gesundheitliche Aspekt rückt beim Fasten also zunehmend in den Mittelpunkt und ist seither Gegenstand zahlreicher Studien.

Heilfasten ist mehr als „nur“ Gewichtsreduktion

Die Gesundheit als Ganzes steht beim Heilfasten im Fokus. Dazu gehört auch ein gesundes Körpergewicht, keine Frage. Jedoch wird die Gewichtsreduktion eher als positiver Nebeneffekt gesehen. Stattdessen geht es um die Entschlackung sowie Regeneration von Körper und Geist. Tatsächlich belegen Studien zahlreiche positive Effekte einer Fastenkur auf die Gesundheit – sowohl psychisch als auch physisch. Heilfasten kann also noch viel mehr als „nur“ das Abnehmen. Wie sehen diese Effekte aus?

Fasten lindert Gelenkschmerzen sowie Rheuma

Bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen sowie chronischen Rücken- oder Gelenkschmerzen kann das Heilfasten das Wohlbefinden positiv beeinflussen, die Schmerzen lindern sowie die Gelenkfunktion verbessern. Viele Betroffene können nach rund zwei Wochen Fasten ihre Schmerzmittel reduzieren oder sogar gänzlich absetzen. Ein Effekt, welcher auch nach der Fastenkur noch anhält und dadurch für dauerhafte Linderung sorgt. Dennoch lassen sich natürlich nur durch regelmäßiges Heilfasten nachhaltige Ergebnisse bewirken. Empfohlen wird zudem eine langfristige Ernährungsumstellung im Sinne einer Reduktion tierischer sowie pH-saurer Lebensmittel.

Es findet eine Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes statt

Die längerfristige Darmentleerung während einer Fastenkur führt zum Ausspülen vieler Giftstoffe aus dem Körper. Gleichzeitig kann der Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, denn nicht nur in Deutschland leiden viele Menschen unter einer Übersäuerung mit zahlreichen negativen Konsequenzen wie

•    Haarausfall
•    Osteoporose
•    Zahnfleischbluten
•    Müdigkeit
•    unreiner Haut
•    Muskelverspannungen
•    Schlafstörungen
•    Übergewicht

um nur einige zu nennen. Letzteres bedeutet demnach auch: Wer übersäuert ist, nimmt langsamer ab, was auch eine Studie an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg bestätigt. Bei einer stark ausgeprägten Übersäuerung hat sich daher das Basenfasten als Sonderform durchgesetzt. Hierbei wird nicht vollständig auf Lebensmittel verzichtet, sondern es werden für mindestens zwei Wochen oder länger ausschließlich basische Mahlzeiten zu sich genommen. Solch basischen Lebensmittel umfassen einige Obst- sowie Gemüsearten, Salate und Kräuter, manche Pilze sowie Mandeln, Sesam und frische Walnüsse. Zudem werden beim Basenfasten auch basische Fuß- und Körperbäder genommen. Weiterhin können Massagen und Leberwickel unterstützend wirken und dem Körper beim Entschlacken helfen. Allerdings sollte das Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushaltes natürlich auch anschließend an die Kur bestmöglich beibehalten werden, ansonsten kehrt die Übersäuerung mit ihren Folgeproblemen zurück.

Fasten als bewährtes Mittel zur Gewichtsreduktion

Diese Reduktion der Übersäuerung erleichtert also im Zuge einer Fastenkur das Abnehmen. Die Gewichtsreduktion findet aber natürlich auch durch die geringere Kalorienzunahme statt. Wie bereits erwähnt, sollte das Abnehmen nicht im Vordergrund stehen, dennoch ist das Fasten gerade für übergewichtige Personen in regelmäßigen Abständen empfehlenswert, um einen verbesserten Allgemeinzustand der physischen sowie psychischen Gesundheit herzustellen. Die vorherige Absprache mit dem Arzt ist aber auf jeden Fall ratsam. Allerdings hilft das Fasten nur gegen zusätzliche Pfunde, welche durch eine Fehlernährung mit vielen Kalorien sowie Fetten oder eine ungesunde Lebensweise entstanden ist – Stress beispielsweise oder mangelnde Bewegung. In diesem Fall stehen Ihnen für eine Gewichtsreduktion verschiedene Fastenarten zur Auswahl:

1.    Nulldiät: Beim traditionellen Fasten wird – wie eingangs erwähnt – komplett auf sämtliche Lebensmittel sowie Getränke außer Wasser verzichtet. Wird diese aber zu lange durchgeführt, können für den Körper gefährliche Mangelerscheinungen entstehen. Zudem ist die Abbruchquote bei einer Nulldiät sehr hoch, sodass sie nur selten zum gewünschten sowie nachhaltigen Erfolg führt.

2.    Basenfasten: Das bereits geschilderte Basenfasten hat vor allem die Entgiftung des Körpers zum Ziel. Eine eventuelle Übersäuerung wird reduziert und der Säure-Basen-Haushalt findet wieder ins Gleichgewicht. Gemeinsam mit einer langfristigen Ernährungsumstellung kann so durchaus eine nachhaltige Gewichtsreduktion erreicht werden, allerdings lassen die Erfolge meist deutlich länger auf sich warten, was die Motivation mindern und dadurch die Rückfallquote erhöhen kann. Es entsteht also der altbekannte „Jojo-Effekt“.

3.    Heilfasten: Beim Heilfasten wird hingegen nicht vollständiger Verzicht geübt. Stattdessen sind gewisse Gemüsebrühen, Säfte sowie Honig und Tee erlaubt – allerdings in begrenzter Kalorienanzahl. Im Fokus steht zudem die Schulung des Bewusstseins für Ernährung, sodass eine nachhaltige Umstellung des Lebenswandels erzielt werden kann. Auch Sport sowie Physiotherapie gehören zum Heilfasten, ebenso wie auf der anderen Seite Entspannung, eventuell Massagen und unter Umständen eine Psychotherapie. Das Heilfasten ist demnach als ganzheitliches Konzept und moderne Weiterentwicklung des traditionellen Fastens zu verstehen, bei welchem schnell Ergebnisse im Sinne einer Gewichtsreduktion erzielt werden können – jedoch nicht auf Kosten, sondern zugunsten der Gesundheit.

4.    Intervallfasten: Anstelle der Fastenkuren oder zusätzlich zum Heilfasten werden mit der Methode des Intervallfastens große Erfolge beim Gewichtsverlust festgestellt. Hierbei gibt es verschiedene Ansätze: Beim „Alternate-Day Fasting“ (ADF) findet die Kalorienaufnahme nur noch im Zweitagesrhythmus statt. So wird beim ADF an jedem zweiten Tag – dem „Fastentag“ – entweder überhaupt nichts gegessen oder Sie nehmen maximal 500 Kalorien auf. Studien belegen nachweisliche Erfolge bei der Gewichtsreduktion, während der große Vorteil vom Intervallfasten in dessen Nachhaltigkeit liegt: Dadurch, dass in gewissen Zeiträumen frei nach Belieben gegessen werden darf, ist das Gefühl des Verzichts geringer als beim klassischen Fasten. Das erhöht die Motivation, verringert die Abbruchrate und damit auch den „Jojo-Effekt“. Eine weitere Form des Intervallfastens ist das „Intermittierende Fasten“ (IF), bei welchem gemäß der 16/8-Methode nur in einem Zeitraum von acht Stunden gegessen wird – dafür aber ohne strikte Vorgaben. In den verbleibenden 16 Stunden wird hingegen gefastet. Es gibt zudem weitere Arten wie die „20/4-Variante“ oder die „5-zu-2-Diät“. Hier muss schlussendlich jeder Mensch selbst herausfinden, welche Gestaltung des Intervallfastens am besten zu ihm sowie seiner Lebens- und Ernährungsweise passt.

Fasten kann sogar die Psyche heilen

Das Fasten „heilt“ aber nicht nur auf physischer Ebene, sondern bringt auch für die Psyche zahlreiche positive Effekte mit sich. Einerseits kann das natürlich in dem größeren Selbstbewusstsein durch die Gewichtsreduktion, dem verbesserten Allgemeinbefinden auf körperlicher Ebene oder anderen äußeren Faktoren begründet sein. Andererseits belegen Studien aber auch folgende Effekte einer Fastenkur auf das Gehirn, den Hormonhaushalt sowie die Nerven – und damit auf den psychischen Zustand:

  • Die Nahrungsrestriktion beim Fasten führt zu einer Reduktion der Erregung im zentralen Nervensystem im Sinne von Stress oder Angst. Dadurch werden emotionale Reaktionen besser reguliert und Medikamente wie Psychopharmaka oder Beruhigungsmittel können im Laufe der Fastenkur bei Betroffenen häufig reduziert, manchmal sogar in Gänze abgesetzt werden.
  • Das Fasten regt die Aktivität das serotonergen Systems an und erwirkt dadurch einen „Harmonisierungseffekt“ auf die Psyche. Mögliche Folgen sind die Reduktion von Schlafproblemen sowie mehr Ausgeglichenheit und Glücksempfinden.
  • Gleichzeitig kommt es zu einer höheren Ausschüttung des Glückshormons Serotinin bei gleichzeitiger Hemmung von dessen Wiederaufnahme. Das Serotonin bleibt demnach länger im Gehirn bestehen. Fasten wirkt somit als eine Art natürliches Antidepressivum (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer). Müdigkeit, fehlende Motivation oder andere Hinweise auf eine depressive Verstimmung sind damit wie weggeblasen.

Dennoch kann es zu Beginn der Fastenkur zu einer Erstverschlimmerung kommen. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn Ihre Stimmung innerhalb der ersten Tage in den Keller rutscht. Durchhalten heißt dann die Devise – denn es lohnt sich!

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