Glücklicher leben, gesünder leben

Egal wo wir heutzutage hinsehen, überall versprechen uns Produkte und Dienstleistungen ein glücklicheres Leben und eine Steigerung unserer Lebensqualität. Nur zu oft und ohne Nachzudenken vertrauen viele Menschen den Werbebotschaften, von denen sie tagtäglich umgeben werden. Obwohl es durchaus tolle Dinge zu kaufen gibt, die das eigene Wohlbefinden erheblich verbessern können, liegt es zunächst an uns selber, bewusst mehr Raum für Zufriedenheit und Achtsamkeit zu schaffen. Dieser Artikel verrät wie.

Stress reduzieren

Die meisten von uns halten ihn für völlig normal und schaffen es nur selten, ihm aus dem Weg zu gehen: Stress. Dabei schlägt sich ein Leben im Dauerstress negativ auf die Gesundheit aus und ist deshalb für viele Zivilisationskrankheiten verantwortlich. Alle, die regelmäßig unter Stress leiden, bringen ihre Hormone aus dem Gleichgewicht, altern schneller und sind im Alltag reizbarer und ängstlicher. Natürlich ist ein Leben in vollkommener Gelassenheit unrealistisch, da uns früher oder später unvorhergesehene Dinge aus der Bahn werfen können. In Stressphasen sollte man deswegen ganz besonders bewusste Pausen machen und zum Beispiel eine zehnminütige Meditation einlegen. Alleine schon ein gut strukturierter Tages- oder Wochenplaner hilft dabei, den Überblick zu behalten und Zeit für sich selber einzuplanen.

 

Mehr Bewegung

Mit regelmäßigem Sport hält man nicht nur sein Gewicht, sondern fördert auch aktiv das eigene Glück und Wohlbefinden. Der bekannte Personaltrainer und Fitness-Guru Mike Vacanti rät daher, wöchentlich mindestens drei 30-minütige Trainingseinheiten einzulegen. Diese Regel sollte besonders von Menschen beachtet werden, die hauptsächlich einer sitzenden Tätigkeit nachgehen. Sportmuffel müssen noch nicht einmal einem Fitnessstudio beitreten, sondern können Tanzstunden nehmen oder zügig spazieren gehen. Durch jede körperliche Aktivität werden nämlich Glückshormone wie Dopamin, Serotonin und Endorphin ausgeschüttet und sorgen besonders nach der Trainingseinheit für eine positive Stimmung. Auch dem Stresshormon Kortisol wird so regelrecht der Gar ausgemacht.

Guter Schlaf

Leiden wir nachts an Schlaflosigkeit oder schlafen generell zu wenig, funktionieren wir am Tag nur mit Mühe und Not. Chronischer Schlafentzug versetzt Menschen in einen prädiabetischen Zustand, stört den Stoffwechsel und das Immunsystem und erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Übergewicht zu leiden. Schlafmangel ist auch mit Lethargie, launischer Stimmung und Lustlosigkeit verbunden. Das A und O für ein gesünderes, ausgeglichenes und glücklicheres Leben ist deshalb ausreichend Schlaf. Wie viel Schlaf jeder einzelne Mensch braucht ist genetisch bedingt und lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Die meisten von uns benötigen zwischen sechs und acht Stunden pro Nacht. In seltenen Fällen sind sogar zehn Stunden notwendig.

Grenzen respektieren

Nur wenn wir unsere eigenen Grenzen respektieren, haben auch unsere Mitmenschen Respekt vor uns, unseren Empfindungen und unserer Zeit. Menschen, die nicht „Nein“ sagen können, wirken auf Tyrannen besonders anziehend und laufen Gefahr, sich zu verausgaben und sogar ausgenutzt zu werden. Deshalb muss man abschätzen können, inwieweit die Energie für andere ausreicht und wann die eigenen Reserven aufgefüllt werden sollten. Dabei ergibt sich aus der Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst eine sogenannte „Win-win-Situation“: Geht es uns selber gut, können wir auch mehr geben und unsere Mitmenschen besser unterstützen. Nehmen diese wiederrum keine Rücksicht auf uns, ist es an der Zeit, die gesamte Beziehung infrage zu stellen.

Die innere Stimme

In unserer heutigen Leistungsgesellschaft sind wir fast täglich dazu gezwungen, unsere eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken und auch dann zu funktionieren, wenn es uns schlecht geht. So werden die deutlichen Warnsignale des Körpers einfach überhört, Grippen verschleppt und dabei immer mehr Überstunden angehäuft. Gerade Frauen leiden häufig unter einer Doppelbelastung, wenn sie sich neben einem herausfordernden Job auch um die Familie kümmern müssen. Sich eine Auszeit zu gönnen, eine Kur zu machen oder um Hilfe zu bitten sollte deshalb nicht als „Scheitern“ oder „Aufgabe“ angesehen werden, sondern eher als verantwortungsvoller Umgang mit dem eigenen Körper und Geist. Viele Menschen müssen neu erlernen, auf ihre innere Stimme zu hören und ihrer Intuition zu folgen.

Seinen eigenen Bedürfnissen Beachtung zu schenken und die sogenannte „Selbstpflege“ wirklich ernst zu nehmen, ist der erste Schritt in Richtung Glück, Zufriedenheit und Gesundheit. Nur so können wir den Stress des Alltags meistern und für diejenigen da sein, die wir lieben.