Mit Sport und Tanz auf dem Weg zur Weiblichkeit

ORION-Sexualexpertin Anja Drews: Mit diesen Sportarten fühlen Sie sich sexy

„Mach doch mal Sport, das wird Dir gut tun!“ Wenn ich diesen Satz höre, geht es in der Regel um körperliche Fitness. Und um meine Figur. Sport hält schließlich gesund, stärkt das Herz-Kreislaufsystem und führt bei einigen Glücklichen auch zu einer wunderbaren Figur. Letzteres hat bei mir eigentlich nie so richtig funktioniert. Egal, welche Sportart ich auch gerade exzessiv betreibe – mein Bauch hält sich immer. Beim vielen Herumprobieren habe ich herausgefunden, dass es dennoch Sportarten gibt, die mir sehr gut tun...

Der Bauch bleibt zwar genauso rund wie alles andere auch. Aber meine Haltung hat sich geändert, sowohl innerlich als auch äußerlich. Denn ich gehe aufrechter, fühle mich weiblicher und auch attraktiver. Mein Körper und ich sind ein Team. Meistens zumindest. Und das ist etwas, das uns Frauen oft fehlt. Wir sind so darauf trainiert, einem bestimmten Körperideal nachzulaufen, dass wir unsere bestehenden Werte gar nicht schätzen können. Wenn ich eine Frau frage, was sie an ihrem Körper mag, kommt als Antwort meistens entweder Schweigen oder etwas, das ihr gerade nicht gefällt. Der Po, der Bauch, die Oberschenkel. Kommt Ihnen das bekannt vor? Und auch die Frauen, die perfekt zu sein scheinen, haben immer etwas zu meckern. Uns fehlt die positive Verbindung zu unserem Körper. Aber es geht nicht immer nur um Leistung, Optimierung und Perfektion! Deshalb möchte ich Ihnen hier drei Möglichkeiten vorstellen, die nicht nur schweißtreibend sind, sondern sich auch auf die Balance zwischen Körper, Geist und Seele auswirken.

1. Tanzen mit NIA

Die Abkürzung steht für „Neuromuscular Integrative Action“, also Fitness für Nerven und Muskeln. Das ist aber viel zu eng gefasst, denn NIA ist viel mehr als das. NIA ist pure Lebensfreude, ein Tanz zwischen Körper, Geist und Seele! Elemente aus Yoga, Tai Chi, Tanz, Körpertherapien und Kampfsport werden zu fließenden Bewegungen verbunden. Im Mittelpunkt steht die Wahrnehmung des Körpers. In jeder Stunde wird einem bestimmten Teil des Körpers besondere Aufmerksamkeit geschenkt: Dem Becken, dem Schultergürtel, den Armen, den Füßen, den Gelenken, dem Skelett an sich oder auch bestimmten Bewegungen. Die Technik ist eher nebensächlich, auch wenn es natürlich nicht schadet, den anderen TeilnehmerInnen zu folgen. Letztendlich wird getanzt, mal mehr, mal weniger angeleitet, immer barfuß, abgewechselt von Übungen mit konzentrierter Kraft. Die Musik, eine Mischung aus New Age, Afro-Beats und Funky Dance, wechselt dabei zwischen schnellen Beats und meditativen Klängen. Und die kraftvollen Bewegungen aus dem Kampfsport entlocken in dieser Atmosphäre auch der schüchternsten Teilnehmerin laute Schreie. Männer habe ich übrigens nur vereinzelt gesehen, dafür aber Frauen jeden Alters. Das gefällt mir auch: Für NIA müssen wir uns nicht in funktionale Sportkleidung zwängen. Bevorzugt werden vielmehr fließende, weiche Stoffe, in denen wir uns wohlfühlen. Wer wie ich das Glück hat, einmal eine Stunde bei der Schwedin Ann Christiansen zu tanzen, wird sich der Faszination für diese Sportart kaum entziehen können. Und so wird NIA mittlerweile auch in immer mehr Sportstudios angeboten.

2. Mit Aerial Yoga an Selbstvertrauen gewinnen

Yoga kennt jeder, zumindest vom Hörensagen. Und natürlich gibt es hier auch diejenigen, denen der sportliche Aspekt sehr wichtig ist. Der ganze Körper ist gefordert, Muskeln und Sehnen werden gedehnt und gestärkt. Aber Yoga bietet noch viel mehr und darauf will ich hinaus: Entspannung für Körper, Geist und Seele, Abbau von Spannungen, Hilfe bei Migräne, Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf Problemen, Stress oder Schlafstörungen. Es gibt viele verschiedene Übungen und unterschiedliche Richtungen. Eine gefällt mir besonders gut und das ist eben Aerial Yoga. Wenn ich meinen Freunden zeige, was wir dort machen, höre ich immer: „Wow, das traust Du Dich?“ Ja, das traue ich mich! Und genau das hat mir auch so gut getan! Vertrauen in sich selbst ist das Stichwort, immerhin wird hier nicht auf dem Boden praktiziert, sondern in einem Tuch, das an einem Spezialhaken von der Decke hängt. Man kann sich wie in eine Schaukel hineinsetzen, sich in einer Luftrolle vorwärts oder rückwärts drehen oder auch kopfüber im Handstand frei in der Luft hängen. Dass ich mir das zutrauen würde, hätte ich vorher nicht gedacht. Und ganz ehrlich, nach der ersten Stunde musste ich heulen, so überwältigt war ich. Da gerieten die Asana-Übungen doch wirklich in den Hintergrund.

3. Mit Burlesque die Weiblichkeit entdecken

Oh, Burlesque habe ich noch nicht ausprobiert. Möchte ich aber unbedingt! Auch hier geht es nicht um den perfekten Körper. Denn nicht er ist es, der den Tanz so erotisch macht. Wobei ja Dita von Teese als bekannteste Vertreterin des Burlesque ganz fantastisch aussieht. Gefeiert wird die pure Weiblichkeit und dabei zählt nur die Ausstrahlung der Frauen. Und ihre Kurven. Burlesque können wirklich alle Frauen tanzen, ob alt oder jung, dick oder dünn. In der stetig wachsenden Szene in den USA sieht man Frauen im Rollstuhl, die sich auf der Bühne ausziehen. Nacktheit ist hier kein Tabu mehr. Wobei nackt relativ ist, denn es geht nicht darum, splitterfasernackt auf der Bühne zu stehen. Es wird das Ausziehen der Requisiten zelebriert, zu denen ganz im Stil der 30er Jahre Corsagen, Handschuhe und High Heels gehören. Und es geht um die Geschichte, die damit erzählt wird. Burlesque feiert Erfolge und auch in Deutschland steigt das Angebot an Kursen. Nur Mut, probiert es aus und versöhnt Euch mit Euren Kurven! Entdeckt Eure Weiblichkeit. Und entdeckt sie einfach nur für Euch selber.