Naturheilkunde: Kurkuma statt Schmerzmittel

Experten-Interview zur gelben Wunderknolle

In der traditionellen Medizin Indiens wird Kurkuma seit Jahrhunderten als natürliches Heilmittel angewendet. Kein Wunder, denn die Knolle stärkt nicht nur unser Immunsystem, sie gilt auch als natürliches Schmerzmittel. Internist und Ernährungsmediziner Dr. Wolfram Landmann aus Köln beantwortet die wichtigsten Fragen zur Wirkung und Anwendung von Kurkuma bei entzündlichen Krankheiten.

Akute und chronische Entzündungen im Körper

Akute Entzündungen, z. B. eine Erkältung oder eine Schürfwunde, können in chronische Entzündungen übergehen. Zu diesen sogenannten sekundär chronischen Varianten gehören beispielsweise Bindehaut- und Nasennebenhöhlenentzündung oder Bronchitis. Eine primär chronische Entzündung hingegen entsteht nicht aus einer akuten. Beispiele hierfür sind die Autoimmunkrankheiten rheumatoide Arthritis, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. „Verschiedene chronische Krankheiten gehen außerdem häufig mit Entzündungen einher, wie z. B. die aktivierte Arthrose“, erklärt Dr. Wolfram Landmann, „Symptome sind hier Schwellung, Überwärmung und Gelenkerguss. Eine aktivierte Arthrose ist besonders knorpelschädlich, denn durch den Abbau des Gleitgewebes wird die Arthrose mit jeder Entzündungsepisode beschleunigt.“

Der schlechte Ruf der chemischen Entzündungshemmer

Aus schulmedizinischer Sicht gilt die Gabe von entzündungshemmenden Wirkstoffen wie NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) als Standardtherapie bei entzündlichen Krankheiten. Doch diese ist umstritten und kann auf Dauer Nebenwirkungen mit sich bringen. Häufig geht die dauerhafte Einnahme chemischer Schmerzmittel mit Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre oder gar einem Magendurchbruch einher. „Eine aktuelle Studienanalyse legt außerdem den Schluss nahe, dass gängige Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac im Verdacht stehen, das Risiko für Herzerkrankungen zu erhöhen. Beide Wirkstoffe gehören der Gruppe der NSAR an, die in der Apotheke frei verkäuflich sind. Dadurch wird der Anschein erweckt, dass diese Wirkstoffe sicher seien. Sind sie aber nur unter Vorbehalt. Besonders Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen sollten nur nach gründlicher Nutzen-/ Risikoabwägung durch den Arzt auf NSAR-Produkte zurückgreifen und ggf. die Schmerzmittel so gering und kurz wie möglich dosieren“, so Dr. Landmann.

Unterstützung durch Naturstoffe

Eine sehr gute Alternative zu NSAR ist Curcumin, der wichtigste Inhaltsstoff der Kurkuma-Wurzel. „Zahlreiche Studien belegen die hervorragende Wirkung zur Entzündungshemmung, Schmerzlinderung und Reduktion der Morgensteifigkeit bei Arthrose und rheumatoider Arthritis. Und das mit deutlich besserer Verträglichkeit als bei den chemischen Entzündungshemmern Ibuprofen und Diclofenac“, weiß der Experte. Typische Nebenwirkungen der NSAR wie Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfälle oder in seltenen Fällen sogar Magengeschwüre oder Blutungen im Gastrointestinaltrakt treten nicht auf. Dadurch können die Betroffenen bei regelmäßiger Einnahme die Schmerzmitteldosis gegebenenfalls deutlich reduzieren - oder sogar vollständig ersetzen. 

„Außerdem wurden die antientzündlichen Eigenschaften von Curcumin durch die Aufnahme in die ärztliche Leitlinie zur Behandlung von Colitis ulcerosa bestätigt. Therapeutisch spannend ist eine Kombination mit Boswellia, wie in curcumin-Loges® plus Boswellia (nur in der Apotheke). Das natürliche Harz der Weihrauchbäume spielt, genau wie Curcumin, eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Entzündungszuständen“, so Dr. Landmann. Da Curcumin und Boswellia beide kaum wasserlöslich sind, war der therapeutische Nutzen in der Vergangenheit stark eingeschränkt. Die Lösung bietet hier die sogenannte bioidentische Mizellentechnologie. Mit Hilfe dieses Verfahrens kann erstmals sowohl Curcumin als auch Boswellia optimal vom Körper aufgenommen werden.