Richtig verhalten im Notfall: So leisten Sie Erste Hilfe

Dieses Wissen kann Leben retten

Ob im Supermarkt, im Bus oder beim Wandern – jederzeit können wir in eine Situation geraten, in der wir Erste Hilfe leisten müssen. Aus Angst, ihr Verhalten im Notfall könnte falsch sein, schrecken viele Menschen vor Erste-Hilfe-Maßnahmen zurück. Lesen Sie hier, wie Sie einen medizinischen Notfall richtig einschätzen und was Sie als Laie tun können.  

Na, erinnern Sie sich noch an den Erste-Hilfe-Kurs, den man vor Jahren für die Führerscheinprüfung machen musste? Dabei kann das richtige Verhalten im Notfall Leben retten. Plötzlich kippt eine Frau in der U-Bahn vom Sitz oder die eigene Mutter fängt am Tisch an, nach Luft zu ringen. Hätte man nur ... Warten Sie nicht, bis es zu spät ist. Informieren Sie sich jetzt über die wichtigsten Maßnahmen im medizinischen Notfall. Manches ist neu. Und immer gilt: Hauptsache Sie werden aktiv!

Starke Brustschmerzen als Vorzeichen eines Infarkts

Ihr Gegenüber klagt plötzlich über starke Brustschmerzen? Natürlich muss es nicht gleich ein nahender Herzinfarkt sein. Aber die Möglichkeit eines medizinischen Notfalls besteht. Männer wiegeln dann erst mal ab: So schlimm ist das schon nicht. Egal, lassen Sie sich davon nicht irritieren. Wählen Sie den Notruf – lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Sagen Sie, dass Sie einen Infarkt vermuten. Bis zum Eintreffen des Notarztes bringen Sie den Betroffenen in eine aufrechte Sitzposition, und sprechen Sie beruhigend auf ihn ein. Durch gutes Zureden wird Stress gemindert, wodurch das Herz weniger Schläge braucht.

Ein Asthma-Anfall ist erst mal beängstigend

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Café, und am Nachbartisch bleibt jemandem plötzlich die Luft weg. Er ringt nach Atem, ist vielleicht schon blau angelaufen ... Und jetzt? Bleiben Sie ganz ruhig. Wenn die Person an Asthma leidet, hat sie vermutlich ein Notfallspray dabei. Helfen Sie, das anzuwenden. In allen anderen Fällen: Notruf wählen, den Betroffenen in eine aufrechte Position bringen und ihn zur „Lippenbremse“ auffordern. Dabei gegen die geschlossenen Lippen ausatmen und „Pfff“ machen. Das erhöht den Druck im Lungensystem, und die Atemwege weiten sich.

„Das ist ein Polytrauma“, oder auch: ein übler Unfall

Eine Horrorvorstellung: Sie werden Zeuge, wie Auto und Radfahrerin zusammenprallen und die Radlerin am Boden liegen bleibt. Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mehrere Verletzungen hat, sehr hoch. Und was tun Sie? Ist das Unfallopfer bei Bewusstsein, halten Sie dessen Kopf und beruhigen es. Ansonsten: stabile Seitenlage oder Herzdruckmassage.

Wenn der Blutdruck im Galopp vorwärtsprescht

Die meisten Patienten, die an Bluthochdruck leiden, haben ein Notfall-Medikament dabei. Da kann man als Laie bei der Einnahme assistieren. Falls kein Arzneimittel vorhanden ist: Wählen Sie 1 12 oder den Bereitschaftsdienst: 11 61 17.

Plötzlich ist der Körper unterzuckert

Sie stehen in der Theaterpause im Foyer, die junge Frau neben Ihnen wird plötzlich ganz blass, fängt stark an zu zittern und fällt dann in Ohnmacht. Das kann eine Unterzuckerung sein. Ist die Betroffene noch ansprechbar, kann sie vielleicht auf ihr Notfallset verweisen. Ist sie ohne Bewusstsein, rufen Sie umgehend den Notruf. Außerdem ist hier die stabile Seitenlage sinnvoll. Was Sie auf keinen Fall tun sollten: einer Bewusstlosen ein Getränk verabreichen. Das kann zum Ersticken führen.

Wenn das Herz und der Kreislauf still stehen

Wenn Sie eine Person leblos auffinden, müssen Sie etwas tun. Checken Sie als Allererstes die Atmung. Ist die nicht vorhanden, suchen Sie gar nicht erst nach dem Puls. Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage – und wählen am besten zeitgleich die 1 12. An erster Stelle steht: Pumpen Sie oft und regelmäßig. Und hören Sie nicht auf, bis die Rettungssanitäter übernehmen.

Richtig reagieren bei einem allergischen Schock

Ein Spätsommertag, die Wespe landet auf dem Arm, es pikst gewaltig, und kurz darauf versagt der Kreislauf. Das ist ein allergischer Schock. Wer so etwas mitbekommt, sollte umgehend den Notruf wählen.

ERSTE-HILFE-NOTRUF: 1 12

Halten Sie folgende Informationen bereit:
Wo ist der Notfall passiert? Geben Sie den Ort so exakt wie möglich an.
Was ist passiert? War es ein Unfall? Ist jemand einfach umgefallen?
Wie viele Erkrankte gibt es? Der Rettungsdienst kann schnell planen und, falls nötig, gleich mehrere Rettungswagen losschicken.
Welche Art von Verletzungen oder Symptomen liegt vor?

GIFT-NOTRUF: Vorwahl + 1 92 40

Zusätzlich zu den W-Fragen sollten Sie weitere Infos geben:
Wer ist betroffen?
Womit und durch welche Menge ist die Vergiftung mutmaßlich eingetreten, wann hat sie stattgefunden, und welche konkreten Symptome gibt es?

Die Notrufnummer ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Für jedes Bundesland gibt es eine eigene Vorwahl.

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