So wertvoll sind Selbstgespräche fürs Glück

Mit sich selbst zu reden ist eine kleine Meditation: sie motiviert, trainiert das Gehirn und löst Probleme

Für 88 % der Frauen von 40-49 bedeutet Glück in erster Linie Harmonie. Das hat eine repräsentative Umfrage von „Idee für mich“ in Zusammenarbeit mit Emnid ergeben. Dazu gehört auch, im Einklang mit sich selbst zu sein. „Fenster zu, Heizung runtergedreht, Schlüssel dabei?“ Die Checkliste beim Aus-dem-Haus-Gehen murmeln wir oft vor uns her. Hört ja keiner, sonst wär’s doch peinlich … Ganz und gar nicht, meinen Experten: Selbstgespräche sind gesund – man sollte sie sogar trainieren. 

Gutes Gedächtnistraining
Gesagtes bleibt besser hängen als nur Gedachtes, weil wir beim Reden konzentrierter sind. Das hilft beim Lernen (etwa von Vokabeln) genauso wie im Alltag. Also sagen Sie im Supermarkt ruhig zu sich: „Ich muss noch Milch holen.“ Dann vergessen Sie am Kühlregal garantiert nicht, zuzugreifen.

Gefühle besser sortieren
Kinder lassen abends im Bett ihren Tag häufig noch laut Revue passieren, um alle Eindrücke zu verarbeiten. Das können wir uns abgucken. Denn Psychologen bestätigen, dass wir durch Selbstgespräche emotionale Probleme geschickter lösen und insgesamt bessere Entscheidungen treffen.

Prima Triebfeder
Fast alle Leistungssportler murmeln am Start Motivationsformeln vor sich hin. „Ich schaff das“, gibt auch uns den richtigen Push bei Herausforderungen. Wer sich dagegen öfter als Trottel beschimpft oder sich sagt: „Das wird doch eh nichts“, gibt eher vor dem Ziel auf.

Durchblick bekommen
Eine US-Studie konnte belegen, dass Menschen durch Murmel-Monologe Rätsel schneller lösen und komplizierte Zusammenhänge besser begreifen.

Geschickter werden
Wer etwa bei Reparaturen, beim Basteln oder Montieren eines Möbels „laut denkt“, erzielt bessere Ergebnisse – das zeigte ein groß angelegtes Experiment an der Universität Bamberg.

Neue Ideen entwickeln
Was in der Gruppe als „Brainstorming“ funktioniert, klappt auch solo – weil das Gehirn durch Reden besser auf Trab gebracht wird.

Gelassen bleiben
Bahn verspätet, im Stau gefangen, vom Einkaufswagen angerempelt: Wer sich jetzt sagt: „Ich bleibe ganz ruhig“, kann tatsächlich aufkommenden Stress im Keim ersticken.

Aktiv trainieren
Sie kriegen die Zähne nicht ohne Hemmungen auseinander? Das können Sie ändern. Der einfachste Weg ist, sich Fragen zu stellen, raten Experten. Etwa: „Wie kriege ich das hin?“ oder „Was wohl passiert, wenn ich …“ Kommentieren Sie Dinge, die Sie gerade tun. „Beim Bäcker rechts und dann bei der Kastanie links …“ – den Weg merken Sie sich garantiert. Und loben Sie sich ab und zu – gut fürs Ego.

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