Vorsorgeuntersuchungen: Diese körperlichen Bereiche sollte man regelmäßig checken lassen

Die meisten Menschen gehen immer nur dann zum Arzt, wenn sie akute Beschwerden haben. Dabei empfehlen nicht nur etwa das Bundesministerium für Gesundheit oder die Verbraucherzentrale, sondern auch die meisten Ärzt:innen regelmäßige Checks. Sie dienen dazu, bestimmte, teils gefährliche Krankheiten oder Anzeichen für sie, rechtzeitig zu erkennen und so früh vorbeugen zu können. Welche körperlichen Bereiche regelmäßig zu untersuchen sind und welche besonderen Checks die Krankenkasse übernimmt, haben wir in diesem Beitrag einmal zusammengefasst.

Das Blut: Hinweisgeber für diverse potenzielle Krankheiten

Kein konkreter körperlicher Bereich und doch essenzieller Bestandteil des menschlichen Körpers – das Blut. Über das Blut werden wir mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Außerdem verteilt das Blut die Wärme gleichmäßig im Körper und übernimmt noch einige weitere wichtige Aufgaben. Untersuchungen des Bluts liefern logischerweise somit auch aufschlussreiche Informationen über den gesundheitlichen Zustand des oder der Untersuchten.

Unsere Ernährung und der allgemeine Lebensstil wirken sich auf unseren Körper aus. Die Vitaminversorgung, der Hormonspiegel, die Mineralstoffe – all das beeinflussen wir mit den Dingen, wie wir unserem Körper zufügen und mit denen wir uns umgeben. Im Blutbild lassen sich entsprechende Werte einsehen und prüfen.

Da Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkte oder auch Diabetes in Zukunft weiter gefährlich häufig vorkommen oder gar ansteigen werden, ist dazu geraten, relevante Blutwerte mindestens alle zwei bis drei Jahre checken zu lassen.

Die Zähne: Unbedingt regelmäßig checken lassen

Vorsorgeuntersuchungen schützen nicht nur die Gesundheit, sie entlasten auch Krankenkassen. Aus diesem Grund gibt es Bonusprogramme. Sie bieten Kund:innen die Möglichkeit, durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen Bonuspunkte zu sammeln und dadurch finanzielle Zuschüsse zu bekommen.

Die bekannteste Vorsorge, die nach diesem Prinzip funktioniert, ist wohl die Prophylaxe. Dazu gehören diverse vorbeugende Maßnahmen, die dafür sorgen, dass nicht nur die Zähne, sondern auch der Kiefer und der gesamte Mundraum gesund bleiben. Selbst bei bester eigener Mundhygiene ist es wichtig, mindestens einmal pro Halbjahr zur Prophylaxe zu gehen. Die Kosten dafür werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen und es gibt, nach fünf Jahren regelmäßiger Vorsorgeuntersuchung, besagte Punkte fürs Bonusheft.

Gerade auch die Zahnreinigung, die Zahnärzt:innen vornehmen, hilft dabei, Beläge, Verfärbungen und Zahnstein gründlicher zu entfernen, als das mit der Zahnbürste möglich ist. Außerdem können Zahnärzt:innen dabei auch gleich das Zahnfleisch untersuchen. So kann Erkrankungen wie Karies oder Paradontitis bestens vorgebeugt werden.

Die Genitalien: Krebserkrankungen vorbeugen

Ähnlich unangenehm und dennoch sehr wichtig sind neben Untersuchungen im Mundraum für viele Patient:innen Untersuchungen der Genitalien. Doch auch ihnen sollte man auf keinen Fall aus Angst oder gar Scham aus dem Weg gehen. Denn sowohl bei Frauen als auch bei Männern stellen Krankheiten rund um den Genitalbereich keine Seltenheit dar – vor allem im Alter.

Gesetzlich krankenversicherte Frauen ab 20 Jahren haben zum Beispiel einmal pro Jahr einen Anspruch auf eine Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Frauen bis 25 Jahre können sich außerdem jährlich auf eine Infektion mit Chlamydien testen lassen. Zu beiden jährlichen Untersuchungen ist geraten.

Männern ab 45 Jahren steht, wenn sie gesetzlich krankenversichert sind, eine jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Genitalien und Prostata zu. Auch diese Untersuchungen sind bestenfalls immer wahrzunehmen.

Jungen Männern ist außerdem dazu geraten, bereits im Alter ab 20 Jahren regelmäßig selbst die Hoden abzutasten. Auffälligkeiten, wie Vergrößerungen oder Verhärtungen sollten von einem Arzt überprüft werden. So lässt sich Hodenkrebs am besten vorbeugen.

Die Haut: Auffälligkeiten ausschließen

Die Hautoberfläche verändert sich im Laufe des Lebens permanent. Das ist normal und gehört zum Älterwerden dazu. Dennoch sollten Auffälligkeiten, die einen beunruhigen, zur Sicherheit mit Hautärzt:innen besprochen werden.

Derlei Auffälligkeiten können etwa vermehrt und in kürzerer Zeit auftauchende, seltsame dunkle oder rote Flecken sein. Auch, wenn sich das Verhalten der Haut urplötzlich verändert, ist Achtsamkeit geboten. Wer beispielsweise sehr selten blaue Flecken hat, innerhalb kürzester Zeit aber mehrere größere und sich mitunter nicht verfärbende, sondern gleichbleibende Hämatome hat, holt am besten die Meinung eines/r Expert:in ein.

Für eine Rundum-Untersuchung der Haut mit einem Dermatoskop kommen, wenn kein konkreter Anlass gegeben ist, beim Hautarzt Kosten in Höhe von rund 40 Euro auf. Einmal pro Jahr sollte man sich eine solche Untersuchung aber gönnen. Denn malignen Hauttumoren, wie das Basalzellkarzinom oder Melanom, bleiben sonst vielleicht länger unentdeckt und könnten gefährlich werden.

Die Brust: Brustkrebs rechtzeitig erkennen

Wie gefährlich Brustkrebs ist und wie häufig er bei Frauen vorkommt, haben wir in einem detaillierten Artikel rund um die Krankheit bereits erläutert. An dieser Stelle wollen wir nur noch einmal betonen, wie wichtig es ist, regelmäßig die eigene Brust abzutasten. Denn nur so kann Brustkrebs so früh wie möglich erkannt werden.

Zu achten ist beim Abtasten darauf, ob sich entweder die Größe einer oder gar beider Brüste grundlos verändert hat oder ob sich das Gewebe knotiger anfühlt als sonst. Auch schmerzhafte Stellen an einer Brust, die vorher nicht da waren, sollten von Ärzt:innen gecheckt werden.

Grundsätzlich rät man dazu, dass Frauen ihre Brust mindestens einmal im Monat gründlich abtasten sollten. Das geht schnell und ist gerade bei Frauen vor den Wechseljahren eine Woche nach Beginn der Regelblutung am einfachsten. Denn zu diesem Zeitpunkt ist die Brust am weichsten.

Da es keine speziellen Faktoren gibt, die Brustkrebs begünstigen, kann vorbeugend gegen ihn leider nichts getan werden. Umso wichtiger ist es, den Krebs rechtzeitig zu erkennen, sobald er auftritt, da die Heilungschancen dann deutlich höher sind.

Ganzkörperuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen

Neben spezifischen Körperteilen ist es ratsam, den gesamten Körper auf alle seine Funktionen von Zeit zu Zeit von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen zu lassen. Schon gesetzlich krankenversicherten Kindern und Jugendlichen stehen eine Reihe von Untersuchungen zu, die der Früherkennung und Vorsorge dienen.

  • In den ersten sechs Lebensjahren können ganze zehn Untersuchungen stattfinden, die ratsam sind, um eine gesunde Entwicklung ins Kleinkindalter hinein zu ermöglichen. Diese Untersuchungen werden „U-Untersuchungen U1 bis U9, inkl. U7a“ genannt. Nach der Geburt erhalten Eltern ein Heftchen, in denen alle wichtigen Untersuchungen zu finden sind.

Die U-Untersuchungen umfassen Checks der Sinnes-, Atmungs- und Verdauungsorgane, des Skeletts und der Muskulatur. Außerdem werden Kinder auf angeborene Stoffwechselstörungen geprüft. Auch mögliche Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sollen ausgeschlossen werden.

  • Zwischen 12 und 15 Jahren können Jugendliche eine weitere Untersuchung wahrnehmen. In dieser soll die körperliche Verfassung, aber auch die seelische Entwicklung überprüft werden. Gerade Letztere ist in diesem Alter nicht zu vernachlässigen, da mit Beginn der Pubertät bei vielen Jugendlichen erste starke Selbstzweifel auftreten können und oft diverse Ängste besprochen werden sollten.
     
  • Auch etliche Regelimpfungen, etwa zu Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern und Mumps gehören zum Vorsorgeangebot für Kinder und Jugendliche. Zudem übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Schutzimpfung gegen Krebs des Gebärmutterhalses (für Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren HPV-Impfung), insofern vorab eine ärztliche Beratung stattgefunden hat.

Der einmalige Rundum-Gesundheitscheck

Auch Erwachsenen steht ein Gesundheitscheck zu, der den gesamten Körper umfasst. Er wird von der Krankenkasse einmalig im Alter zwischen 18 und 34 Jahren übernommen. Folgende Untersuchungen sind Teil dieses Rundum-Checks:

Anamnese, in der etwa Fragen nach konkreten Beschwerden gestellt werden. Auch die Erfassung des Risikoprofils spielt hier eine wichtige Rolle. Ärzt:innen berücksichtigen hierbei Faktoren, wie etwa Rauchen und anderen Drogenkonsum, eine eventuelle Neigung zu Übergewicht, familiäre (Krebs-)Risiken) und mehr. Außerdem wird hier noch einmal der Impfstatus gründlich überprüft

  • Ermittlung des Ganzkörperstatus, bei welcher auch der Blutdruck gemessen wird
     
  • Laboruntersuchung, bei welcher aus dem Blut das Lipidprofil untersucht wird. Es stellt eine einfache und komfortable Methode da, um hohe Cholesterin- oder anderen Lipidwerte festzustellen, die etwa für Herzkreislaufkrankheiten verantwortlich sein können
     
  • Der Urin wiederum wird auf die Eiweiß- und Glukosewerte sowie rote und weiße Blutkörperchen hin untersucht

Abschließend nach den diversen Checks erfolgt eine umfassende Erläuterung und Beratung zu den Ergebnissen. Sofern medizinisch angezeigt werden zudem Präventionsempfehlung gegeben. Das können beispielsweise Ernährungsempfehlungen, aber auch der Rat zur Teilnahme an Kursen rund um die Bewegung oder auch Stressbewältigung sein.

Ab einem Alter von 35 Jahren zahlt die Krankenkasse den oben genannten Rundum-Check alle drei Jahre. Niemand sollte unsicher sein, bei der Hausärztin/ beim Hausarzt zumindest einmal danach zu fragen.