Läuse bei Erwachsenen: So erkennen Sie eine Ansteckung und handeln richtig

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Wer kennt es nicht: Irgendwo im Bekanntenkreis sind Läuse im Umlauf. Meist sind Kinder betroffen und die Ansteckung findet in der Schule oder im Kindergarten statt. Sehr schnell jedoch können die kleinen Plagegeister auch auf den Kopf eines Erwachsenen übergehen. Doch woher kommen Läuse eigentlich, wie handeln Sie richtig bei einer Übertragung und sind Ansteckungen meldepflichtig beim Arbeitgeber?

Woher kommen Läuse?

Eine Ansteckung mit Läusen ist vor allem unter Kindern stark verbreitet. Schätzungen zufolge sind circa acht Prozent der Jungen und sogar drei Mal so viele Mädchen pro Jahr von den kleinen Krabbeltierchen betroffen. Bei Erwachsenen ist dieser Wert deutlich geringer. Erfahren Sie hier, wie Sie effektiv einen Kopflausbefall behandeln>>
Die Übertragung von Läusen findet fast ausschließlich über den Kopf-zu-Kopf-Kontakt oder genau genommen von Haar zu Haar statt. Entgegen gängigen Annahmen können die kleinen Insekten weder springen noch fliegen. Nur in absoluten Ausnahmefällen überleben die Parasiten für kurze Zeit an Gegenständen, die häufig Kontakt zum Kopfhaar haben, wie Kämmen, Bürsten oder Mützen. Eine Ansteckung mit Läusen auf diesem Wege ist daher äußert unwahrscheinlich.

Läuse bei Erwachsenen: Wie kommt es zur Übertragung?

Grundsätzlich unterscheiden Läuse nicht zwischen dem Kopf eines Kindes und dem einer erwachsenen Person. Die Ansteckung erfolgt stets bei direktem Kopfkontakt. Dazu krabbeln die kleinen Insekten auf ein nahegelegenes Haar und klammern sich fest.
Meist findet die Verbreitung von Kopfläusen in Gruppen mit vielen Kindern statt. Während die Kleinen auf dem Spielplatz, in der Kita oder beim Sportunterricht keine Berührung scheuen, sind Erwachsene wesentlich distanzbewusster. Selten kommt es da im Alltag zu derart engem Kontakt. Dennoch sind gerade in Familien mit kleinen Kindern auch Übertragungen von Läusen auf Erwachsene ein Thema. Außerdem zählen Berufsgruppen, die mit Heranwachsenden arbeiten, wie beispielsweise Erzieher, zur Risikogruppe.

Nach der Ansteckung: Wie überleben Läuse?

Läuse ernähren sich von Blut, das sie zur Nahrungsaufnahme mithilfe ihres Stechrüssels durch die Kopfhaut saugen. Dabei sondern sie blutgerinnende, gefäßerweiternde Substanzen in die Einstichwunde ab, die für einen Juckreiz sorgen können.
Ohne das nährende Blut des Menschen überleben Läuse nur sehr kurz. Sie verlassen daher äußerst ungerne das Haar, an dessen Form, Dicke und Struktur ihre Klammerglieder perfekt angepasst sind. Nur wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, wie beispielsweise bei direktem Kontakt mit anderem Haar, wechseln die kleinen Blutsauger ihren Träger.

So finden Sie heraus, ob Sie von einer Ansteckung mit Läusen betroffen sind

Haben Sie den Verdacht oder einen Hinweis aus dem näheren Umfeld erhalten, dass Läuse im Umlauf sind und auch Sie möglicherweise von einer Ansteckung betroffen sein könnten? Folgende Maßnahmen sollten Sie treffen, um die Krabbeltierchen ausfindig zu machen:
- Scheiteln Sie das Haar an mehreren Stellen nacheinander und suchen Sie die Kopfhaut nach Larven ab. Diese sind mit circa einem Millimeter Länge wesentlich kleiner als ausgewachsene Läuse, die maximal vier Millimeter messen.
 - Im nächsten Schritt inspizieren Sie den Haaransatz. Dunkle, bräunliche Punkte weisen auf Läuseeier hin. Diese lassen sich nur schwer entfernen, da sie am Haar anhaften.
 - Nissen, die leeren Eihüllen geschlüpfter Läuse, sehen Schuppen zum Verwechseln ähnlich. Auch sie befinden sich in der Nähe des Haaransatzes und lösen sich nicht ohne Weiteres.
 - Kämmen Sie schließlich Strähne für Strähne die Haare mit einem Nissenkamm durch. Einen Läusebefall erkennen Sie an ausgewachsenen Läusen, die am Kamm hängen bleiben.
Achtung: Nicht immer geht mit einem Lausbefall auch ein Juckreiz einher. Viele Betroffene zeigen nach einer Ansteckung mit Läusen keinerlei Symptome. Auch ohne bestimmte Anzeichen sollten Sie sich bei Hinweisen auf eine Übertragung deshalb sofort untersuchen lassen.  

Was tun bei einer Ansteckung mit Läusen?

Konnten Sie eine Ansteckung mit Läusen bei Ihnen feststellen, ist das kein Grund zur Panik. Die Blutsauger können zwar Krankheitserreger übertragen, in Mitteleuropa sind gefährliche Bakterienspezies jedoch sehr selten. Um dennoch die Übertragung von Läusen und gegebenenfalls den Juckreiz zu stoppen, gilt es die Plagegeister so schnell wie möglich loszuwerden.
Dazu kommen verschiedene Shampoos, Spülungen und weitere physikalisch oder chemisch wirkende Präparate zum Einsatz. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker. Außerdem ist, zusätzlich zu einer wirkstoffbasierten Therapie, das Auskämmen von Läusen, Eiern und Nissen mithilfe eines Nissenkamms unerlässlich.
Meiden Sie bis zur erfolgreichen Behandlung den engen Kontakt zu anderen Personen. Informieren Sie bei genaueren Hinweisen auf den Ausgangspunkt der Übertragung auch Ihren Bekanntenkreis darüber, woher die Läuse kommen.

Ist ein Kopfhaarbefall von Läusen meldepflichtig beim Arbeitgeber?

Aufgrund der schnellen Verbreitung von Läusen ist eine Ansteckung bei Kindern unverzüglich der Schule oder dem Kindergarten mitzuteilen. Die Einrichtung muss eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt tätigen und entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung der Läuse-Übertragung treffen.
Für Erwachsenen hingegen sind Läuse nicht beim Arbeitgeber meldepflichtig. Dennoch sollten Sie bei der Ausübung von Berufen mit engem Kontakt zu anderen Personen (wie beispielsweise bei Pflege- oder Erziehertätigkeiten) unbedingt auf einen ausreichenden Abstand zu anderen Personen achten. Sobald Sie die kleinen Plagegeister dann nach einer erfolgreichen Behandlung vollständig eliminiert haben, können Sie auch wieder mit freiem Kopf durchstarten.

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