Tipps und Tricks gegen das Vergessen

Das Gedächtnis ist ein unverzichtbarer Begleiter im Alltag. Es stellt nicht nur die Voraussetzung für Erinnerungen an die eigene Biographie dar, sondern trägt dafür Sorge, dass wir uns im Leben orientieren können. Jede alltägliche Handlung ist an das praktische Gedächtnis gekoppelt, jedes Wort wurde irgendwann einmal im lexikalischen Gedächtnis abgespeichert. Dementsprechend bedeutsam ist eine gute Gedächtnisleistung. 

Mit zunehmendem Alter nimmt die Gedächtnisfähigkeit leider ab. Obwohl die kristalline Intelligenz (Fähigkeit zur Verknüpfung von schon Gelerntem) zeitlebens zunehmen kann, steht der Verlust der Gedächtniskapazität dem reibungslosen Funktionieren der Gehirnleistung im Wege. Schwere Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer greifen das Gedächtnis an und sind eine große Belastung für die Patienten und ihre Angehörigen. 

Glücklicherweise gibt es Mittel und Wege, wie das eigene Gehirn gefördert werden kann, um die Gedächtnisleistung zu erhalten oder sogar zu verbessern. Auch wenn Krankheiten wie Demenz und Alzheimer immer und für jeden ein Risiko darstellen, kann man dem Verschleiß der kognitiven Fähigkeiten bis zu einem gewissen Grad entgegenwirken. 

Allgemeine Tipps und Tricks

Das Gedächtnis ist eine Fähigkeit, die sowohl von physischen als auch von psychischen Voraussetzungen abhängt. Wie gut oder wie schlecht man sich an etwas erinnert, beruht daher auf vielen verschiedenen Faktoren, die vielleicht teilweise überraschend wirken. 

Die Ernährung ist einer dieser zumeist übersehenen Faktoren. Eine Ernährung auf Basis von fettigen und zuckrigen Speisen sorgt für die Freisetzung von freien Radikalen. Diesen wiederum sagt man einen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Alterung nach. Im Gegensatz dazu verhelfen Vitamine und Mineralstoffe dem Nervenapparat eines gesunden Menschen, zu dem auch das Gehirn gehört, zur reibungslosen Funktion. In den letzten Jahren wurden mehrere Studien durchgeführt, um die Auswirkungen dieses oder jenes Produkts auf die Gedächtniskapazität zu testen. Hierbei wurde beispielsweise festgestellt, dass sich Kurkuma oder Ginkgo, sinnvoll eingesetzt, positiv auf das Gedächtnis und die Konzentration auswirken und Krankheiten wie Alzheimer vorbeugen kann. 

Ein weiterer Trick besteht darin, den Kopf nicht von jeder Anstrengung zu befreien. Ein Beispiel: Bei der Bilanzierung im eigenen Haushalt neigt man gerne dazu, einen Taschenrechner für simple Additions-, Multiplikations- oder Subtraktionsrechnungen zu verwenden. Das Gehirn wird jedoch bei Rechenaufgaben stimuliert. Deswegen lohnt es sich, die ein oder andere Rechnung im Haushalt selbst zu übernehmen. Anschließend kann man seine Rechnung ja immer noch mit einem Taschenrechner überprüfen. Die Quintessenz ist hierbei, dass man nicht jede Denkaufgabe an Maschinen oder andere Hilfsmittel delegiert. Auch alltägliche Denkaufgaben reizen das Gehirn und verlangsamen den Gedächtnisverlust.

Ein besseres Gedächtnis dank Gehirnjogging?

Ab dem 25. Lebensjahr beginnt das Gedächtnis langsam nachzulassen. Je älter man wird, desto schwieriger ist es, Zahlen, Daten, Fakten und Erinnerungen schnell und verlässlich abzurufen. Die Forschung ist sich aber einig, dass der Verfall der Gedächtnisleistung aufgehalten bzw. verlangsamt werden kann. Eines der wichtigsten Hilfsmittel dabei ist regelmäßiges Gehirnjogging. 

Gehirnjogging ist eines der Trendworte des neuen Jahrhunderts. Im Wort steckt mit dem Joggen eine sportliche Betätigung, die den eigenen Körper herausfordert, die Gesundheit verbessert und vor allem die Leistung verbessert. Mit dem Gehirn zu joggen, soll die Leistung des Gehirns konservieren und sogar steigern. 

Wie funktioniert Gehirnjogging?

Dabei reicht es jedoch nicht, das Gehirn einmal in der Woche oder dreimal im Monat im Rahmen eines Sprachkurses herauszufordern. Vielmehr gilt es, die eigene Denkfähigkeit regelmäßig, am besten mehrmals täglich, auf die Probe zu stellen. Hierfür gibt es kein Patentrezept. Ob es sich um ein Buch mit einem völlig neuen Wissensbereich, um eine knifflige Rätselaufgabe oder sogar um einen Malkurs handelt, ist egal. Die Hauptsache ist, dass man sich mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert und das Gehirn Stimulanzien aussetzt, die es so noch nicht kennt. 

So ist es zum Beispiel nicht zielführend, wenn man jeden Tag nur ein Kreuzworträtsel macht. Kreuzworträtsel reizen das immer gleiche Gehirnareal und verbessern daher auch nur die Leistung in diesem einen Bereich. Sie sorgen nicht für eine Vernetzung. Dabei sind es die Synapsen (Vernetzungen zwischen verschiedenen Nervenzellen), die mit der Zeit verloren gehen und mit ihrem Verschwinden für den Verlust der Gedächtnisfähigkeit sorgen. Daher ist es notwendig, stets neue Herausforderungen zu suchen. Das bedeutet nicht, dass regelmäßige Kreuzworträtsel nicht sinnvoll sind. Sie alleine reichen nur nicht aus. 

Weitere Informationen zum besseren Memorieren von Gegenständen bzw. zur Geschichte der Mnemotechniken gibt es hier

Geistig fit bis ins Alter

Mit der richtigen Herangehensweise kann der Gedächtnisverlust verlangsamt, aufgehalten oder minimiert werden. Mittels wiederholter Gehirnübungen stimulieren Sie Ihre kognitiven Areale und sorgen für Vernetzungen im Gehirn. Hiermit wirken Sie dem natürlichen Verfall entgegen.