Was ist der Unterschied zwischen Akne und Pickeln?

Gesundheit

Hier und da mal ein kleiner Pickel, das ist normal und kann in jedem Alter auftreten, zum Beispiel nach einem stressigen Tag, bei schlechter Ernährung oder wenn das Immunsystem angeschlagen ist und man sich ohnehin schlecht fühlt. Diese Pickel finden sich im Gesicht, vielleicht auf dem Kopf, auf dem Rücken oder dem Dekolleté. Doch woher weiß man, ob die kleinen Mitesser oder entzündeten Erhebungen im Gesicht tatsächlich eine „echte“ Akne sind oder nur eine kurzzeitige Episode, die schnell wieder vergeht?

Der Unterschied zwischen Akne und Pickeln besteht darin, dass Akne eine Krankheit ist und die Pickel ihre Symptome sind. Dabei gibt es verschiedene Ausprägungen von Akne, die leicht oder schwer verlaufen kann und nicht immer entzündlich sein muss!

Wie viele Pickel sind „normal“?

Wenn Sie 20 bis 100 Mitesser, 15 bis 50 entzündete Beulen oder insgesamt 30 bis 125 Läsionen haben, gilt Ihre Akne als mäßig. Dermatologen empfehlen normalerweise verschreibungspflichtige Medikamente bei mittelschwerer bis schwerer Akne.

Ganz wichtig zu wissen: Akne entsteht nicht durch mangelnde Pflege und ist kein Anzeichen dafür, dass jemand sich nicht wäscht oder vernachlässigt. Ganz im Gegenteil kann übermäßige oder die falsche Pflege die Haut sogar reizen und die Symptome verschlimmern!

Akne entsteht, wenn etwas mit dem Gleichgewicht der Haarfollikel und Öldrüsen der Haut nicht stimmt. Die Drüsen der Haut bilden eine ölige Substanz namens Talg und sind durch kanalförmige Follikel mit den Poren verbunden. Wenn Talg und abgestorbene Hautzellen zusammenklumpen, bilden sie eine Verstopfung im Follikel. Bakterien in dieser Verstopfung verursachen dann Entzündungen, die bei Akne zu roten Pickeln führen. 

Was verursacht Akne? 

Obwohl die genauen Ursachen für Akne nicht identifiziert wurden, wurde festgestellt, dass bestimmte Dinge sie auslösen oder verschlimmern können. Dazu zählen zum Beispiel:

- Hormonelle Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft und Menstruationszyklus. 
- Quetschen oder Ausdrücken von vorhandenen Pickeln. 
- Reinigen oder Schrubben der Haut mit zu großem Druck. 
- Reibung auf der Haut wie Kragen, Hüten, Helmen und Rucksackgurten 
- Eine hohe Luftfeuchtigkeit.
- Bestimmte Kosmetika, etwa Produkte auf Ölbasis. 
- Sonnenschutzmittel und Haarprodukte. 
- Medikamente wie Kortikosteroide und anabole Steroide.
- Nikotin und Alkohol sowie der übermäßige Verzehr von Süßigkeiten.
- Ob Stress Pickel verursacht, war lange umstritten, mittlerweile mehren sich jedoch die Stimmen, die hier einen eindeutigen Zusammenhang sehen. Ob die Pickel „von innen“ begünstigt werden oder durch das nervöse Knibbeln und Reiben der Haut entstehen, ist nicht eindeutig klar. Eines kann man jedoch sagen, und das ist, dass man die Hände unbedingt aus dem Gesicht lassen sollte.

Akne-Symptome 

Verschiedene Symptome können auf verschiedene Arten von Akne hinweisen und sie umfassen: 
1. Mitesser: verstopfte Poren auf der Hautoberfläche.
2. offene Weißköpfe: verstopfte Poren unter der Hautoberfläche.
3. Geschlossen Papeln: kleine, zarte rote oder rosa Beulen.
4. Pusteln: Papeln mit Eiter obendrauf. 
5. Knötchen: große, schmerzhafte Klumpen tief unter der Hautoberfläche 
6. Zysten: schmerzhafte, mit Eiter gefüllte Klumpen unter der Hautoberfläche 

Akne-Behandlung

Noch einmal eine der wichtigsten Regeln: Hände aus dem Gesicht! Drücken, Quetschen, Reiben und Kratzen macht alles nur noch schlimmer. Dadurch kann man einen Kreislauf in Gang setzen, der sich vielleicht nicht so leicht wieder stoppen lässt. Bemerkt man, dass man vermehrt Pickel hat und die Sache nicht in den Griff bekommt, sollte man eine Kosmetikerin und/der einen Arzt aufsuchen. Gleichzeitig kann man sich fragen, ob es bestimmte Ereignisse gibt, die das Ganze ausgelöst haben.

Es gibt bestimme Medikamente, die vom Arzt verschrieben werden. Manchmal werden auch rezeptfreie Medikamente empfohlen. Empfohlene Aknemedikamente können Wirkstoffe wie Differin enthalten, welches ein topisches Retinol ist, Benzoylperoxid oder Salicylsäure, obwohl dies bei Akne nicht häufig empfohlen wird. Der Dermatologe empfiehlt möglicherweise auch eine Therapie in Kombination mit Medikamenten oder allein. 

Therapien für Akne umfassen: 
-    chemisches Peeling 
-    Lichttherapie wie photodynamische Therapie oder IPL-Therapie (Intensive Pulsed Light) 

Akne-Prävention 

Es gibt viele Schritte zur Selbstpflege, die man unternehmen kann, um Akne vorzubeugen oder um Akne zu heilen und sie leichter zu händeln. Hier sind einige Tipps: 
- Waschen Sie Ihr Gesicht mit warmem Wasser und einem milden Gesichtsreiniger. 
- Verwenden Sie nur milde Wirkstoffe.
- Vermeiden Sie es, bei Pickeln zu quetschen oder sie auszudrücken. 
- Berühren Sie Ihr Gesicht nicht mit den Händen, dem Telefon oder den Haaren.
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und vermeiden Sie Magermilch und Lebensmittel mit hoher glykämischer Belastung.

Ein Hinweis und eine Bitte an alle Eltern:

Kann sich nicht jeder von uns an diese eine Person erinnern, die eines Tages mit einem blühenden Gesicht auf der Schulbank saß und am liebsten im Boden versunken wäre? Wie unwürdig ist es, mit einem entzündeten und schmerzenden Gesicht seinen Klassenkameraden entgegentreten zu müssen. Die Pubertät ist schwierig genug und das Selbstbewusstsein ist oft am Boden. Liebe Eltern, Akne ist eine Krankheit, die schmerzt und den Körper zwingt, die Entzündungen zu bekämpfen. Lassen Sie Ihr Kind zu Hause, wenn es einen schweren Schub hat und machen Sie lieber einen Termin beim Arzt oder bei der Kosmetik. Schulstoff lässt sich nachholen!