Wechseljahre: Die häufigsten Beschwerden & wie man sie behandelt

Ratgeber

Die sogenannten Wechseljahre beginnen in der Regel ab Mitte 40 mit der letzten Regelblutung der Frau, der sogenannten Menopause. Danach können Frauen keine Kinder mehr bekommen. Die Wechseljahre werden oft mit vielen teils unangenehmen Symptomen eingeleitet. Welche das sind und wie man sie behandelt, verrät der folgende Artikel.

Beschwerden während der Wechseljahre

Mit der Menopause, also dem Zeitpunkt der letzten Menstruation, der mindestens 12 Monate lang keine Blutung mehr folgt, gehen oft verschiedene Beschwerden einher. Dazu zählen zum Beispiel Hitzewallungen, Schlafstörungen, eine innere Unruhe, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme oder Scheidentrockenheit. Einige dieser Beschwerden können mit einfachen Hausmitteln gelindert werden, andere sollten hingegen medikamentös bzw. unter Anleitung eines Arztes bekämpft werden. Generell können Betroffene aber sicher sein, dass die Wechseljahre nach 12 Monaten oder spätestens nach einigen Jahren durchgestanden sind.

Hitzewallungen

Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind Beschwerden, unter denen mindestens zwei Drittel aller Frauen leiden. Mindestens ein Drittel der Betroffenen gibt an, sogar bis zu fünf Jahre von diesen Symptomen begleitet zu werden. Oftmals tritt die plötzliche Hitze in Schüben auf, zunächst im Bereich des Halses, dann im Gesicht und zuletzt breitflächig im Bereich des Oberkörpers. Einige Frauen berichten von unregelmäßigem Nachtschweiß. Gegen diese Symptome helfen verschiedene Hausmittel, regelmäßiger Sport, Wechsel-Duschen und selbstverständlich die richtige (gegebenenfalls lockere) Bekleidung. Zudem kann eine Umstellung der Ernährung helfen: Viel Salat, Obst und Gemüse sowie gesunde Proteine aus Fisch, magerem Fleisch und Linsen oder Erbsen können Hitzewallungen reduzieren.

Schlafstörungen

Schlafprobleme treten ebenfalls bei vielen Frauen in den Wechseljahren auf – oft in Verbindung mit dem bereits erwähnten Nachtschweiß. Als Ursache gilt ein niedriger Östrogenspiegel. Gegen Schlafstörungen hilft eine Reduzierung von Stress in Verbindung mit gezielten Entspannungsübungen. Einschlafrituale, eine gesunde Ernährung und viel frische Luft helfen dabei, den gesunden Schlaf zu unterstützen. Yoga kann manchmal ebenso wahre Wunder bewirken.

Scheidentrockenheit

Der Hormonhaushalt wird in den Wechseljahren quasi auf den Kopf gestellt. Man hat festgestellt, dass während der Wechseljahre die Schleimhäute im Bereich der Scheide dünner und vor allem trockener werden. Die Scheide wird also weniger feucht, was beim Geschlechtsverkehr Verletzungen begünstigen und zu Schmerzen führen kann. Scheidentrockenheit kann man gut behandeln: Zum Beispiel durch den Einsatz von Binden statt Tampons, Entspannungstechniken und Hormonpräparaten. Bei den speziellen Präparaten handelt es sich um Zäpfchen und Salben, die lokal in der Scheide angewandt werden. Alternativ kann man während des Geschlechtsverkehrs eine Gleitcreme verwenden.

Zunahme des Körpergewichts

Viele Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden, kämpfen plötzlich mit dem eigenen Gewicht. Das ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich – auch Männer nehmen im Alter in der Regel zu. Als Ursache gelten eine schwindende Muskelmasse und ein niedrigerer Kalorienbedarf bei gleichzeitig weniger Bewegung. Auch bei diesem Symptom können eine gesunde Ernährung und viel Bewegung hilfreich sein. Nach den Wechseljahren sollte man dieses Verhalten jedoch beibehalten. Eine gesunde Ernährung und Bewegung halten den Körper fit und garantieren eine hohe Selbstständigkeit im Alter.

Unruhe und schlechte Stimmung

Stimmungsschwankungen und innere Unruhe können Menschen den ganzen Tag vermiesen. Nicht selten lässt man dann das Unwohlsein an seinen Liebsten aus. Diese Symptome sind meist auf Hormonschwankungen zurückzuführen. Baldrian und Hopfen wirken hierbei beruhigend und können Reizbarkeit und Unruhe reduzieren. Wichtig: Um abzuklären, dass sich keine depressive Verstimmung dahinter verbirgt, sollte man einen Arzt konsultieren.

Hormonbehandlung

Wer mit den Hausmitteln nicht mehr weiterkommt, für den kommt eine Hormontherapie infrage. Mit den entsprechenden Präparaten treten die Symptome zwar nicht mehr auf, dafür kommen mit fremden Hormonen bedeutende Risiken auf den Körper zu. Das Risiko für Brustkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann steigen. Je älter die Frau, desto höher das Risiko. Insbesondere Frauen ab 60 sollten sehr vorsichtig mit dieser Form der Therapie sein. In jedem Fall sollten Hormone das letzte Mittel der Wahl sein.

Fazit

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine ganz normale Lebensphase, die von jeder Frau früher oder später durchlebt wird. Es gibt keinen Grund, sich hierfür zu schämen oder schlechte Gedanken zu haben. Lindern Hausmittel die Beschwerden nicht spürbar, dann sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Ansonsten kann man sich sicher sein, dass nach 12 Monaten oder spätestens ein paar Jahren die Wechseljahre überstanden sind und man einen weiteren, glücklichen Lebensabschnitt beginnen kann.