Wissenswertes zur Bauchdeckenstraffung

Ratgeber

Im Laufe der Jahre verändert sich unsere Haut auf natürliche Weise und kann dabei an Elastizität verlieren. So wird die Bauchdecke schlaffer und kann so über den Unterbauch hängen. Auch nach einer Schwangerschaft oder infolge von Übergewicht kann es passieren, dass die Bauchdecke erschlafft. Mitunter helfen Sport- und Fitnessübungen nur bedingt, um wieder einen formschönen Bauch zu bekommen. In diesen Fällen kann eine Bauchdeckenstraffung hilfreich sein.

Bauchdeckenstraffung: In diesen Fällen kann sie sinnvoll sein

In besonders ausgeprägten Fällen kann ein hängender Bauch Betroffene in ihrer Lebensqualität einschränken. Besonders für Menschen, die enorm an Gewicht verloren haben, oder auch Mütter, die nach der Entbindung überdehnte Haut mit Dehnungsstreifen haben, kommt eine Bauchdeckenstraffung in Frage, um wieder einen flachen und straffen Bauch zu bekommen. 
Ablauf und Kosten der Bauchdeckenstraffung
Bei einer Bauchdeckenstraffung handelt es sich um einen geplanten medizinischen Eingriff.  Dieser findet unter Vollnarkose in einer Klinik statt. Normalerweise bleibt man eine Nacht in der Klinik und kann am nächsten Tag wieder nach Hause gehen. Patienten sollten sich vor der Operation umfassend beraten lassen und den Eingriff ausschließlich von einem Facharzt oder einer Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie durchführen lassen. Vor der Operation sollten Patienten keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen, nüchtern bleiben und weder Alkohol, noch Zigaretten konsumieren. Die Operation dauert zwischen 3 und 4 Stunden. Nach der Operation müssen Sie einen Bauchgurt oder ein Kompressionsmieder für 4-6 Wochen tragen. Sport und körperliche Anstrengung ist erst nach 4-6 Wochen wieder erlaubt. 

Formen der Bauchdeckenstraffung 


  • In ausgewählten Fällen kann eine Plasmastraffung der Bauchhaut ohne großen Bauchschnitt durchgeführt werden. Dies erfolgt in Kombination mit einer Fettabsaugung am Bauch und anschließender Plasmastraffung der Haut von innen, ohne das dabei zusätzliche Narben entstehen. 
  • Ein relativ kleiner Eingriff, der auch im Dämmerschlaf beim Patienten erfolgen kann, heißt Mini-Bauchdeckenstraffung. Hierbei lösen die Mediziner lediglich die Haut zwischen Bauchschnitt und Bauchnabel ab, ohne den Bauchnabel zu versetzen. Die länge der Narbe beschränkt sich hier meist auf den Unterbauch und ist ca. 15-20cm lang. Die Heilungsphase ist im Vergleich zu einer Abdominoplastik deutlich verkürzt.
  • Eine sogenannte “Abdominoplastik” dauert hingegen mit zwei bis vier Stunden erheblich länger und erfordert ein Vollnarkose. Hier straffen die Ärzte den gesamten Bauchbereich, wobei sie auch den Bauchnabel neu einsetzen. Vorteilhaft an dieser Operation ist, dass auch auseinandergewichene Bauchmuskeln, wie es zum Beispiel nach einer Schwangerschaft oft der Fall ist, vernäht werden können, um dem Bauchbereich wieder mehr Stabilität zu geben.  Außerdem können kleine Bauchnabel- oder Leistenbrüche sowie vernarbtes Gewebe, das durch einen Kaiserschnitt entstanden ist, korrigiert werden. Manchmal kombinieren die Ärzte solch einen Eingriff mit einer Fettabsaugung, um eine optimales Ergebnis zu erreichen. Die Narbe ist hier etwas länger als bei einer Mini-Bauchdeckenstraffung.
  • Eher selten wird inzwischen die Fettschürzenentfernung angewandt, die bei der lediglich überschüssiges Haut- und Fettgewebe entfernt wird, ohne die Haut anschließend zu straffen.
  • Als ein komplexer Eingriff gilt das Bodylifting. Patienten, die viel Gewicht verloren haben, unterziehen sich mehreren Eingriffen. Dies ist notwendig, da die Ärzte nicht nur den Bauch und die Taille, sondern auch den Gesäßbereich und die Hüfte straffen und in allen Regionen überschüssiges Hautgewebe ablösen. 
  • Es gibt wenige Ausschlusskriterien, die eine OP zur Bauchdeckenstraffung untersagen. Schwangere und stillende Frauen dürfen sich dem Eingriff nicht unterziehen. Idealerweise sollten die Familienplanung zudem abgeschlossen sein, damit das korrigierte Ergebnis nicht durch eine erneute Schwangerschaft beeinträchtigt wird. Einer neuerlichen Schwangerschaft steht nach einer Bauchdeckenstraffung aber nichts im Wege.

Die Kosten für solchen Eingriff müssen Sie, sofern keine medizinische Notwendigkeit vorliegt, selbst tragen. Sofern Sie wie andere Patienten unter gesundheitlichen Einschränkungen wie entzündlichen Hauterkrankungen unter den Bauchfalten leiden, könnten Sie allerdings eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse beantragen. Der Antrag sollte rechtzeitig schriftlich bei der Krankenkasse eingehen und alle relevanten Unterlagen inklusive medizinische Gutachten/Befunde enthalten. Sofern die Kosten nicht übernommen werden können, sollten Sie schätzungsweise mit einem Eigenanteil zwischen 3.000 und 10.000 Euro kalkulieren. 

Diese Risiken entstehen bei einer Bauchdeckenstraffung

Wie nach jedem medizinischen Eingriff kann es in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. Äußerst selten treten in diesem Zusammenhang Wundheilungsstörungen und Infektionen auf. Auch Schwellungen, Blutergüsse und breitere Narben sowie Thrombosen gehören zu den Risiken. Um solche Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie eine operative Bauchdeckenstraffung ausschließlich bei erfahrenen Plastischen Chirurgen vornehmen lassen. Er klärt Sie vor einer Operation über die Risiken und mögliche Komplikation auf.

Darüber hinaus kommt es nach der Operation auf eine konsequente Narbenpflege an. Für mindestens vier bis sechs Wochen müssen sich Patienten schonen und dürfen nur Bewegungen ausführen, die die Bauchmuskulatur nicht anspannen. Um die langsam heilende Wunde zu schützen, sollte zudem die maßgeschneiderte Kompressionswäsche konsequent getragen werden. Frühestens nach vier bis sechs Wochen dürfen Sie wieder mit leichten sportlichen (Ausdauer)Übungen beginnen, die sie langsam steigern. Gemächliches Joggen oder Schwimmen sind ebenso erlaubt wie ein langsames Workout im Wohnzimmer. Richten Sie sich allerdings darauf ein, dass Ihr Körper erst mindestens drei bis vier Monaten wieder belastbar ist.
Mit diesem Ergebnis können Sie nach einer Bauchdeckenstraffung rechnen
Abhängig von Ihrer individuellen Ausgangssituation können Sie nach dem Eingriff mit einem merklich strafferen, flacheren Bauch rechnen. Schlussendlich richtet sich das ästhetische Ergebnis auch danach, ob Sie übergewichtig sind oder lediglich leichte Korrekturen vornehmen lassen. Sofern Sie einen gesunden Lebensstil beibehalten und keine extremen Gewichtsschwankungen haben, kann das Ergebnis ein Leben lang halten.  
 

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