4 Dinge, für die es nie zu spät ist

Den Führerschein machen, Sport treiben, ein neues Hobby – solche Dinge können Sie auch spät noch anfangen.

„Dafür bin ich schon zu alt!“ – Je mehr Kerzen auf der Geburtstagstorte sind, desto leichter kommt uns dieser Satz über die Lippen. Manchmal allerdings völlig zu Unrecht. Immerhin gibt es noch eine ganze Reihe an Dingen, für die keiner so schnell zu alt ist. Einfach ausprobieren, heißt hier die Devise. Ganz nach dem Motto: „Warum auch nicht?“

Sport treiben

Viele Menschen sind der Meinung, dass es sich nicht mehr lohnt, erst in den Vierzigern Fünfzigern mit dem Sport zu beginnen. Dabei ist es tatsächlich nie zu spät, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Eher das Gegenteil ist der Fall: Mit zunehmendem Alter wird es immer wichtiger, sich körperlich zu betätigen.

Etwa ab Mitte Dreißig beginnt schon der Alterungsprozess: Über die Jahre verlangsamt sich der Stoffwechsel, gleichzeitig baut der Körper Muskelmasse ab und den Gelenken wird das Wasser entzogen, sodass sie nicht mehr so beweglich sind und im Alter schmerzen. Diese Abbauerscheinungen müssen Sie aber nicht einfach so hinnehmen. Statt sich Ihrem Schicksal zu ergeben, sollten Sie aktiv werden. Regelmäßige Bewegung hilft Ihnen dabei, den Anzeichen des Alters entgegenzuwirken. 

Wer sich regelmäßig bewegt und auch die Ausdauer trainiert, wird auch im Alter noch fit, beweglich und belastbar sein. Denn Sport kräftigt die Muskulatur und verhindert einen zu starken Abbau der Muskelmasse. Durch die Bewegung werden Knochen und Gelenke stärker. Das macht es einfacher, im Alter noch den Alltag zu bewältigen, und der Körper steckt Verletzungen besser weg, weil Brüche oder Wunden leichter heilen. 

Zugleich verringert ein gestärkter Körper die Wahrscheinlichkeit, im Alter zu stürzen, weil durch Krafttraining der Aufbau neuer Knochenmasse angeregt und somit Knochenschwund verhindert wird. Allgemein steigert Sport das allgemeine Wohlbefinden, wirkt sich also auch positiv auf den seelischen Zustand aus. Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walken halten das Herz-Kreislauf-System gesund. Das bewahrt Sie vor vielen schweren Erkrankungen. Es lohnt sich also auch noch, spät mehr Bewegung und Sport in den Alltag einzubauen.

Ein neues Hobby anfangen

Für gewöhnlich beginnt man seine Hobbys schon im Kindes- oder Jugendalter. Im Laufe der Zeit können sich die Freizeitaktivitäten verändern, doch die meisten haben „ihr“ Hobby bis zum Erwachsenenalter gefunden und bleiben dann dabei. 

Wer sein Hobby dann aus zeitlichen oder anderen Gründen aufgeben muss oder kein Interesse mehr daran hat, ersetzt es nun viel seltener durch eine neue Beschäftigung als das im Kindesalter der Fall ist. Dabei ist man für ein neues Hobby nie zu alt, vielmehr verhindert es Langeweile und Eintönigkeit im Alltag. Gerade dann, wenn die Kinder erwachsen werden und zuhause ausziehen, müssen Eltern wieder lernen, ihre Freizeit zu gestalten. 

Ein neues Hobby bewahrt vor Langeweile im Alter. Foto: Fotolia

Auch viele Rentner haben das Problem, dass sie durch den Wegfall ihrer täglichen Aufgaben auf der Arbeit plötzlich nicht mehr so recht wissen, was sie den ganzen Tag lang tun sollen. Ein Hobby oder vielleicht sogar mehrere verschaffen Ihnen wieder neue Aufgaben, die dazu noch Spaß machen. Aus diesem Grund ist es sogar eine sehr gute Idee, sich im Erwachsenenalter bzw. spätestens mit Eintritt in das Rentenalter eine neue Freizeitbeschäftigung zu suchen. 

Das hat auch gesundheitliche Vorteile: Was Sie auch in Ihrer Freizeit tun möchten – auf gewisse Weise werden dafür immer Ihre kognitiven wie auch motorischen Fähigkeiten und Konzentration benötigt. Das hält, je nach Hobby, nicht nur die grauen Zellen, sondern auch den Bewegungsapparat auf Trab und wirkt deswegen wahrhaftig wie eine Verjüngungskur. Ein Hobby, das Sie in einer Gemeinschaft ausüben (ein Tanz-, Sprach- oder Malkurs oder ähnliches), bewahrt Sie außerdem vor Vereinsamung. 

Den Führerschein machen

Seit zehn Jahren können Jugendliche bereits mit 17 ihren Führerschein machen. Dennoch gibt es viele Erwachsene, die auch mit 30 oder sogar mit 50 noch keinen Führerschein haben. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich: Ein Auto war für den Arbeitsweg bislang nicht nötig, im Alltag kam man ohne Auto zurecht, das Geld dafür fehlt oder es hat sich einfach nicht ergeben, den Führerschein zu machen. 

Wenn sich aber die Lebensumstände plötzlich ändern, kann ein Führerschein von heute auf morgen essenziell werden. Etwa, wenn ein Umzug geplant ist, sodass die gewohnten Anlaufstellen nicht mehr ohne Auto zu erreichen sind, oder wenn Sie auf der Suche nach einem Job sind und der Besitz eines Führerscheins Voraussetzung ist.

Mit 50 plus noch in die Fahrschule? Nur Mut! Foto: Fotolia

Als Erwachsener mag es ein seltsames Gefühl sein, sich zusammen mit den Jugendlichen in den Fahrschulunterricht zu setzen, doch davon sollten Sie sich nicht beirren oder gar entmutigen lassen. Es kommt häufiger vor als man meint, dass auch andere erst spät mit dem Führerschein anfangen, manche sogar erst mit über 50. 

Trotzdem plagt viele Erwachsene die Angst, sich vor den Jugendlichen zu blamieren oder den Führerschein nicht zu schaffen. Doch diese Sorge ist unbegründet. Im Unterricht und mit Hilfe von entsprechendem Übungsmaterial für zuhause lernen Sie alles, was Sie für die theoretische Prüfung wissen müssen. Und: Dank neuster Technik ist es heutzutage einfacher, das Fahren auf der Straße zu lernen. Immer mehr Fahrschulen sind mit sogenannten Fahrsimulatoren ausgestattet. 

Das macht es Ihnen möglich, sämtliche Gefahrensituationen zu üben, bevor Sie tatsächlich auf der Straße fahren. So können Sie das Fahren lernen, ohne dass Sie jemand dabei sieht, und üben verschiedene Verkehrssituationen im gefahrenfreien Raum, bis Sie sie beherrschen. Dadurch fallen Ihnen die Fahrstunden und die Praxisprüfung umso leichter. 

Ein neues Styling wagen

Mit zunehmendem Alter ist man nicht mehr so offen für Veränderungen. Das bezieht sich auch auf den Kleidungsstil: Als Erwachsener weiß man, was einem gefällt, welche Schnitte und Farben einem stehen. Und an diesen Dingen orientiert man sich dann. Das ist an sich eine gute Sache, doch so schleicht sich im Kleiderschrank über die Jahre eine gewisse modische Routine ein. 

Grund genug, dass sich ab den Vierzigern etwas ändert. Warum gerade jetzt? Frauen ab Vierzig haben wieder mehr Zeit für sich: Die Zeit der Familienplanung und des Hausbaus ist abgeschlossen, die Kinder sind schon ausgezogen und beruflich sitzen sie fest im Sattel. Ein guter Zeitpunkt also, um sich mehr um sich selbst zu kümmern und neuen Pepp in den Kleiderschrank zu bringen

Viele Frauen wünschen sich ein Umstyling, wissen aber oft nicht so recht, wie sie das Vorhaben umsetzen sollen. Hier ein paar Tipps für Frauen ab 40:

  • Nicht mehr jedem Trend nacheifern: Achten Sie nun verstärkt auf Schnitte, Farben und Muster, die zu Ihnen passen und Ihnen wirklich stehen, und lassen Sie dafür gern mal den ein oder anderen Modetrend links liegen. Das heißt natürlich nicht, dass Modetrends nun keine Bedeutung mehr für Sie haben sollen. Es geht nur darum, Trendteile und Klassiker so miteinander zu kombinieren, dass sich daraus ein Look ergibt, der Ihre Persönlichkeit unterstreicht.
  • Qualität vor Quantität: Ab 40 sollten Sie vor allem bei Handtaschen und Schuhen lieber in hochwertige Klassiker investieren anstatt viele Exemplare aus weniger guter Qualität anzusammeln. Echtleder sollte nun definitiv zu Ihren Kaufkriterien gehören. Das sieht nicht nur gleich viel besser aus als die künstliche Variante, sondern sorgt bei Schuhen auch für mehr Tragekomfort.
  • Natürliche Materialien: Auch bei Ihrer Bekleidung sind jetzt Naturstoffe wie Leinen, Baumwolle oder Seidengemische den Kunstfasern wie Polyester vorzuziehen. Naturfasern sehen seriöser und edler aus und nehmen Schweiß auf. 
  • Die Ausstrahlung zählt: Setzen Sie auf Kleidungsstücke, die Ihrem Figurentyp entsprechen und Ihre natürliche Ausstrahlung unterstützen. Schrille Kleidung mit wilden Mustern und Farben ist dafür nur bedingt geeignet. 

Doch nicht nur die Kleidung verdient bei Frauen im besten Alter ein Upgrade, sondern auch die Frisur. Mit dem Alter wirken Gesichter weniger weich und dafür kantiger. Das bedeutet, dass Ihnen die bewährte Frisur unter Umständen nicht mehr steht oder sie zumindest Ihre Gesichtszüge nicht mehr optimal in Szene setzt. Zurückgebundene Haare verstärken den kantigen Effekt der Gesichtskonturen. 

Lassen Sie beim nächsten Friseurbesuch Ihre Haarstruktur und Ihre Gesichtsform analysieren. Die neue Wunschfrisur sollte dann diesen natürlichen Gegebenheiten angepasst werden. Was den meisten Frauen ab Vierzig gut steht: Ein sanfter Stufenschnitt, der das Gesicht umschmeichelt, lässt die Knochenstruktur weicher aussehen. Ein Pony, der direkt über den Augenbrauen endet, lässt Mimikfalten auf der Stirn verschwinden.