Ikigai – Glück im Alltag mit dieser japanischen Formel

Ständige Erreichbarkeit, flüchtige Kommunikation, jede Menge Termine und Stress. Unsere Art zu Leben ist häufig hektisch und verplant und in den meisten Fällen darauf fokussiert, was als nächstes gemacht werden muss. So verfliegt die Zeit in Windeseile und man wundert sich, wie es sein kann, dass man gestern noch im Badeanzug im Schwimmbad saß und morgen schon das neue Jahr an die Tür klopft. 

Tiefe Wünsche und persönliche Ziele geraten im Alltag häufig in den Hintergrund, schließlich muss alles funktionieren und ist meist ordentlich durchgetaktet. Gerade in Zeiten von Smartphones, Computern und jeder Menge virtuellen Lebensinhalten wird es immer schwerer, in der Realität zu bleiben und den Alltag im Hier und Jetzt zu leben. 

Das Glück im Alltag finden: Die Japaner machen es vor

Dabei ist es umso wichtiger, Glück auch im Alltag zu finden. Die meisten denken beim Begriff Glück an den großen Gewinn im Lotto, den Jackpot im Online Casinos, das Erlangen von Ruhm und Berühmtheit oder eine große Erbschaft. 
In diesem Artikel geht es jedoch um das persönliche Lebensglück und die Suche nach einem Grund, aus dem wir jeden Morgen mit Vorfreude auf den Tag aufstehen.  

Die Japaner haben sich schon im 14. Jahrhundert mit diesem Thema beschäftigt und mit dem Wort Ikigai einen Begriff geprägt, der heute wichtiger ist denn je. Ikigai heißt so viel wie „Lebenssinn“, frei übersetzt bedeutet es „das, wofür es sich zu leben lohnt“. 

Ikigai hat zwei verschiedene Bedeutungen. Es meint einerseits bestimmte Lebensumstände, Aktivitäten oder Interessen, die das Leben erst so richtig lebenswert machen. Darüber hinaus beschreibt Ikigai aber auch noch das Gefühl, wenn der Zustand der Lebensfreude erreicht wurde. Aus westlicher Perspektive betrachtet meint Ikigai das persönliche Wohlgefühl, wenn das eigene Leben als sinnhaft empfunden wird und pure Freude darüber besteht, am Leben zu sein.     

Wie man sein persönliches Ikigai finden kann

Den Sinn des eigenen Lebens zu hinterfragen und für sich selbst herauszufinden, ist nach dieser japanischen Formel der Weg, ein erfülltes und langes Leben zu führen. Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen ist es wichtig, dass wir in uns gehen und ein paar grundlegende Dinge mit uns selber klären.

Zunächst sollte man sich folgende Fragen beantworten:

  1. Was ist meine Leidenschaft bzw. was tue ich liebend gerne?
  2. Womit könnte ich anderen Menschen helfen?
  3. Womit lässt sich Geld verdienen?
  4. Worin bin ich gut und talentiert?

Die Schnittmenge beziehungsweise Kombination aus diesen vier Bereichen ist die Formel für Ikigai – ein erfülltes, sinnhaftes Leben. So findet man seine persönliche Mission, Berufung und der ideale Beruf und das alles für eine Sache oder ein Thema, für die Ihr Herz schlägt. 

Hilfe auf dem Weg zum Ikigai

Falls man nun vor einem Blatt Papier sitzt und nicht weiß, wie man auf die Fragen antworten soll, hier noch ein paar Hilfestellungen:

Zu 1. Was ist Ihre Leidenschaft?

  • Worüber könnten Sie den ganzen Tag sprechen ohne, dass es Sie ermüdet?
  • Hat Sie dieses Thema/diese Tätigkeit schon in jungen Jahren begeistert?
  • Könnten Sie sich vorstellen diese eine Sache den ganzen Tag lang zu machen?

Zu 2. Womit können Sie anderen Menschen helfen?

  • Lösen Sie die Probleme anderer Menschen?
  • Sollte es in der Welt bleiben, selbst wenn Sie mal nicht mehr da sind?
  • An welcher Stelle und wem würde Ihre Leidenschaft fehlen, wenn Sie sie eine Zeit lang nicht ausüben würden? 

Zu 3. Womit können Sie Geld verdienen?

  • Beziehen Sie bereits Einkommen daraus?
  • Wofür würden andere Menschen Geld bezahlen?
  • Welche Einnahmen haben Sie aktuell?

Zu 4. Worin sind Sie besonders gut?

  • Was können Sie besonders gut?
  • Worin haben Sie eine Ausbildung genossen, was haben Sie gelernt und was haben Sie sich selber beigebracht? 
  • Was sagen andere, was Sie besonders gut können?

Keine Angst vor den Antworten!

Man sollte sich viel Zeit und Ruhe für die Beantwortung dieser Fragen nehmen und diese vor allem ehrlich beantworten. Wer auf sein Bauchgefühl hört und vor ungewöhnlichen Antworten nicht zurückschreckt, der ist auf dem richtigen Weg. Wenn zu den persönlichen Lieblingsbeschäftigungen Tätigkeiten wie Fernsehen oder Urlaub machen gehören, sollte man nicht zögern diese aufzuschreiben.
Auch Dinge die man gerne tut  – wie zum Beispiel Geige spielen – jedoch nicht sonderlich gut beherrschen, sollten unbedingt aufgeschrieben werden. Genau diese Tätigkeiten sind nämlich wichtig, um den Glücksfaktor in das eigene Ikigai einzubauen. Es gibt kein richtig oder falsch. Jeder hat seine eigene Wahrheit und seinen ganz eigenen Lebenssinn. 

So setzt man Ikigai im Alltag um

Wenn man die Antworten auf die weiter oben erwähnten Fragen gefunden hat, ist dies der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung. Er sollte dazu motivieren, im eigenen Leben darauf hinzuarbeiten, dass einem jeder einzelne Tag einen tieferen Sinn verleiht. Um sich einer Umsetzung seines Ziels anzunähern ist es darüber hinaus wichtig, dass man lernt auf sich zu achten. Diese Schritte können dabei helfen.

  • Praktizieren Sie Selbstfürsorge wann immer es geht. Yoga, ruhige Momente, tun Sie, was Ihnen gut tut!
  • Seien Sie dankbar für die kleinen Dinge im Leben.
  • Vermeiden Sie Stress so gut es geht. 
  • Umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie mögen und die Ihnen gut tun. 
  • Verbringen Sie viel Zeit in der Natur, das beruhigt und inspiriert.
  • Bleiben Sie immer neugierig, auch im Alter. 
  • Akzeptieren Sie Veränderungen und versuchen Sie selbst im Schlechten immer auch etwas Gutes zu sehen. 
  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Träume und genießen Sie sie. 

Wir alle haben nur dieses eine Leben und sollten sorgsam damit umgehen.