Komplimente machen: Warum liebe Worte uns gut tun – und schwerfallen

Was unsere Erziehung damit zu tun hat

Schon ein paar nette Komplimente machen anderen eine große Freude. Aber warum legen wir eigentlich so viel Wert darauf? Und: Warum tun wir uns oft so schwer damit? Wir klären auf!

Der belgische Priester und Schriftsteller Phil Bosmans sagte einmal: „Ein Kompliment ist Sonnenschein mit Worten.“ Und wer von uns freut sich nicht über ein paar helle, wärmende Strahlen, die uns den Tag versüßen und uns aufblühen lassen? Zeit, diese Sonnenkraft an unsere Liebsten weiterzugeben. 

Komplimente machen: mehr Wertschätzung und Dankbarkeit

Was wären wir nur ohne all die lieben Menschen um uns herum, die unser Leben Tag für Tag bereichern? Die Unterstützung von Freunden, Familie und Kollegen nehmen wir allerdings viel zu oft als selbstverständlich hin. Wenn wir sie bewusster wahrnehmen und öfter ein Kompliment aussprechen, das von Herzen kommt, beschenken wir damit auch uns selbst – weil uns wieder klar wird, für wie viele Dinge wir dankbar sein können. Und auch wir selbst wollen gewertschätzt werden – dabei geht es meist nicht um große Dinge, sondern um die vielen kleinen im täglichen Leben. Ein einfaches „Danke, dass du heute den Einkauf gemacht hast!“ heißt nämlich auch: Danke, ich sehe was du täglich tust, danke dass du dich gekümmert hast und ich es nicht brauchte. Darum legt jeder Mensch Wert auf Komplimente!

Warum tun wir uns mit Komplimenten machen oft so schwer?

Laut Alexandra Sievers würden Komplimente nicht der deutschen Art entsprechen. Als Expertin für zeitgemäße Umgangsformen und Rhetorik und mit Vorstandssitz in der Deutschen-Knigge-Gesellschaft muss sie es ja wissen. Auch würden die Deutschen zur Bescheidenheit erzogen. Es liegt also an unserer Erziehung! Zum Lernen ist es aber Gott sei Dank nie zu spät – wenn es um unser Glück und das unserer Lieben geht, dann sollte man jeden Tag an sich arbeiten. Zu lernen Komplimente zu machen, ist dabei eine Sache. Dazu gehört auch, Komplimente anzunehmen. Auch hier tun wir uns schwer. Eine nett gemeinte Äußerung zu unserem neuen Kleidungsstück, einem neuen Sofa oder wie gut wir heute aussehen bringt uns schnell in Verlegenheit. Wir schmälern dann den Pullover, die neue Einrichtung oder uns selbst, um nicht im Mittelpunkt zu stehen. Dabei sollten wir aus voller Brust antworten: „Vielen Dank, wie liebt von dir!“

Was liebe Worte in uns bewirken


Mit lieben Worten jemandem zu sagen, wie wichtig er für uns ist – Psychologen haben bei Studien herausgefunden, dass das bei unserem Gegenüber (und uns!) positive Energien freisetzt, das Wohlbefinden steigert und Beziehungen stabilisiert. Das Beste: Komplimente sorgen nicht nur einen kurzen Moment für Glücksgefühle, sondern beflügeln uns lang anhaltend. 

Ein Kompliment zur rechten Zeit ist wie ein gutes Parfum: Es duftet, ist aber nie aufdringlich

Mit Nettigkeiten den Alltag anderer Menschen versüßen


Ein Kompliment zu machen geht so einfach: Schreiben Sie Ihrem Lieblingsmenschen, bedanken Sie sich für das vertraute Miteinander. Loben Sie die Kollegin für die tolle Team-Arbeit. Sagen Sie Ihrer Stammverkäuferin beim Bäcker, wie wunderbar Sie ihren Service finden. Tipp: Wenn Sie ein „Danke, dass du da bist“ schriftlich machen wollen: Eine E-Mail tut ihren Zweck, aber eine Postkarte oder ein Brief sind um ein vielfaches persönlicher. Die Person, der Sie ein Kompliment machen wollen, wird garantiert angenehm überrascht sein. 

Nicht vergessen: Seien Sie gut zu sich selbst!


Ja, auch wir hören gerne nette, lobende Worte. Und wenn gerade keiner da ist, der sie uns sagen kann? Dann halten wir uns an den Rat von Kolumnistin Barbara Becker: „Mach Dir Komplimente – wie Deiner besten Freundin.“  oder Schriftsteller Mark Twain: „Wenn du keine Komplimente bekommst, musst du dir selbst welche machen.“ Oder lassen sich von unserer Inspiration des Tages beflügeln!

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