Hartz IV-Urteil: Jetzt müssen die Eltern ran

Kürzung, wenn junge Erwachsene noch bei den Eltern wohnen

21. September 2016

Viele junge Erwachsene wohnen noch lange bei den Eltern, bevor sie sich ein eigenes Zuhause einrichten. Vor allem junge arbeitslose Menschen können sich oft die Miete nicht leisten und sind froh über ein Zimmer in der elterlichen Wohnung. Bekommt der Sprössling allerdings Arbeitslosengeld II (ALG II), kann das für die Eltern eine finanzielle Belastung bedeuten.

Das Bundesverfassungsgericht entschied gerade in einer kniffligen Angelegenheit. Nach seinem Urteil müssen junge Erwachsene unter 25 mit einer Kürzung des Hartz-IV-Satzes um 20 Prozent rechnen. Und zwar immer dann, wenn sie noch bei ihren Eltern leben. Sogar auch in dem Fall, wenn die Eltern ihren Kindern gegenüber nicht mehr unterhaltspflichtig sind. Denn das Gericht geht davon aus, dass die Eltern ihre Kinder trotzdem unterstützen.
BVerfG, Az.: 1 BvR 371/11