7 brillant-einfache Rechen-Kniffe für Selbermacherinnen

Wer bastelt, muss automatisch messen und rechnen. Kein Problem

Egal ob gehäkelte Mütze oder selbstgebautes Regal - ohne Zahlen geht es beim DIY keinesfalls. Und vor allem diejenigen, die es mit trockenem Rechnen und Messen nicht so haben, sollten jetzt gut aufpassen, denn wir haben unheimlich einfache Kniffe zusammengestellt. 

1. Mehrere Löcher auf einem Brett

Dieser Kniff hilft in allen DIY-Lebenslagen, in denen es darum geht die notwendigen Abstände einer gewünschten Anzahl von Dingen auf einer vorgegebenen Distanz herauszufinden. Zu abstrakt? Dann als Beispiel:

Man hat ein herrlich verwittertes Brett mit 50 Zentimetern Länge und will für sechs Teelichter Vertiefungen hineinbohren und zwar so, dass alle den gleichen Abstand untereinander wie zum Rand haben. Keine Panik, die Rechenformel, die folgt, sieht wilder aus als sie ist. Man muss einfach nur seine jeweiligen Werte eingeben:

Setzen wir mal die Zahlen für das 50 Zentimeter lange Brett mit den sechs Teelichtern ein:

Auf diese Weise kann man sich immer behelfen, solange man nur ein Maßband und einen Taschenrechner hat.


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X Löcher in gleichem Abstand auf einem Y-Zentimeter langen Brett. Mit der richtigen (simplen) Formel ist das super-easy.

2. Wenns Zoll sein soll

Vor allem, wenn man sich für Bastelanleitungen auf Pinterest umschaut, wo viele US-Amerikaner Sachen posten, wird man immer wieder auf ein Symbol hinter einem Zahlenwert treffen: ″ 

Diese Gänsefüßchen bedeuten, dass es sich um einen zölligen Wert handelt. Also keine Milli- oder Zentimeter, sondern Zoll oder im Englischen Inch (Zoll und Inch sind das Gleiche) 

Hierzulande werden einem diese Werte auch im Baumarkt in der Rohrabteilung begegnen, denn auch dabei wird diese Maßeinheit immer noch verwendet, auch wenn die Rohre „eigentlich“ metrisch bemaßt werden.

Das Problem: Maßbänder, „Zoll“stöcke und Co. sind bei uns alle metrisch, man muss also umrechnen. 

Dafür kann man sich folgenden Satz merken:

2 Freundinnen mit 5 Kindern essen 4 Pizzen zu Abend

→    Um von Zoll auf Zentimeter zu kommen, multipliziert man den Zoll-Wert mit 2,54 
→    Um von Zentimeter auf Zoll zu kommen, teilt man den Zentimeter-Wert durch 2,54

Das wird vor allem dann wichtig, wenn man gerade nicht sein Handy mit der dazugehörigen Umrechnungs-App zur Hand hat.


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Wer sich sowieso ein Maßband anschaffen will, sollte darauf achten, dass es sowohl Zoll wie Zentimeter anzeigt. Dann geht's ganz ohne Umrechnen.

3. Mit der Schnur um Rundungen

Das Problem im Heimwerkerbereich ist, dass die meisten Messinstrumente ziemlich starr sind. Wer kein biegsames Blech-Maßband hat und auch nicht so clever war, sich ein Nähkasten-Maßband in die Werkzeugkiste zu packen, legt da schnell die Stirn in Falten. 

Es geht aber auch nur mit Lineal oder Zollstock:

Mal angenommen, man hätte einen runden Tisch und wollte um dessen Rand einen umlaufenden Stoffstreifen kleben, wie misst man, wie viel man braucht?

Ganz einfach: Man legt ein Seil drumherum. Dort, wo das Seil das Ende wieder berührt, malt man einen Strich auf. Dann muss man das Seil nur noch auslegen und per Zollstock abmessen – klappt auch bei Dingen, die nicht rund, sondern nur gewellt sind. 


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Für genaue, große Kreise braucht man bloß ein Stück Abfallholz, in das man im nötigen Abstand Löcher für Stift und Befestigung bohrt.

4. Ringsherum ohne Zirkel

Einen normalen Schul-Zirkel haben viele noch zuhause und er ist ein unheimlich wertvolles Tool, wenn man mal einen (Teil-)Kreis aufzeichnen muss – etwa um ein Loch aus etwas herauszusägen, das größer als gängige Bohrer ist.

Aber ein Zirkel ist eben doch ziemlich limitiert. Mehr als 20, 25 Zentimeter Radius sind kaum drin. 

Dabei geht’s viel einfacher und man muss nur dafür sorgen, dass man einen langen Streifen Pappe oder eine alte Holzlatte oder Ähnliches hat.

1.    An einem Ende macht man ein Loch. Das wird der Mittelpunkt des Kreises
2.    Dann misst man den Radius (also den halben Kreisdurchmesser) von dieser Lochmitte ab und markiert an seinem Ende einen weiteren Punkt
3.    Dort macht man ebenfalls ein Loch

Jetzt muss man seinen „Zirkel“ nur noch mit einem Nagel oder einer Schraube in der künftigen Lochmitte befestigen, ins zweite Loch einen Stift stecken und einmal im Kreis zeichnen. 

5. Sooo anschmiegsam

Bei alten Häusern gibt es ein Phänomen: Obwohl man meinen sollte, dass dort jede Zimmerecke rechtwinklig ist (also 90° hat), ist das in der Praxis selten bis nie der Fall – früher wurde noch viel mehr auf Augenmaß gearbeitet.

Das fällt einem spätestens dann unangenehm auf, wenn man irgendetwas bauen möchte, das genau in diese Ecke passen soll, vielleicht ein hölzernes Eckregal. Wenn der Winkel zu groß ist, hat man da hässliche Spalten, ist er zu klein, passt das Regal auch gar nicht hinein.

Muss man den exakten Winkel abmessen? Nein, man braucht ja nur zu wissen, wie man sägen muss, das geht sogar ganz ohne Mathematik. 

Möglich macht das ein uraltes, unheimlich simples Werkzeug, die Schmiege. Sie besteht aus nicht viel mehr als zwei an den Enden beweglich verbundenen Holzlatten. Die hält man in die Ecke, legt die beiden Arme an die jeweilige Wand und zieht die Flügelmutter an. 

Jetzt hat man den Winkel und muss die Schmiege nur noch aufs Brett legen und anzeichnen. Und das Beste: man kann sie sich auch selbst bauen.

 

 

6. Ganz genau die Mitte

Nicht immer ist ein Brett so breit, dass man dieses Maß schön komfortabel teilen kann. Wenn das Werkstück statt der 50 Zentimeter, die man ganz easy zu 25 halbieren kann, 57,38 oder irgendein anderes „krummes“ Maß hat, wird das Halbieren auf direktem Weg zum Schätz-Spiel.
Doch wenn es nicht direkt geht, dann eben indirekt. Man braucht nur einen Zollstock:

1.    Den Zollstock legt man etwas schräg auf das Brett und dreht ihn, bis man eine einfache gerade, gut zu halbierende Zahl zwischen den beiden Brettseiten abmisst. Dann zieht man einen Bleistiftstrich entlang des Maßbandes und markiert sich auch den halben Wert (etwa 40 gemessen, dann bei 20 markieren)
2.    Dann verschiebt man den Zollstock einige Zentimeter nach oben oder unten, bis man die zuvor gemessene Zahl wiederhat und zeichnet eine neue Linie, beide Striche sind jetzt parallel. Auch hier die Hälfte markieren

Jetzt muss man nur noch die beiden Halbierungspunkte auf den zwei Strichen durch einen dritten Bleistiftstrich verbinden und siehe da, er führt genau durch die echte Brettmitte. 


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Wenn sich die echte Brett-Breite nicht gut teilen lässt, setzt man sein Messinstrument einfach schräg, bis man eine gut teilbare Zahl hat und halbiert diese.

7. Mit 3, 4, 5 zum rechten Winkel

Die gute Heimwerkerin besitzt natürlich ein Winkeleisen, mit dessen Hilfe sie immer einen ganz genauen 90-Grad-Winkel einzeichnen kann.

Und was wäre, wenn das Winkeleisen gerade vom Haushund entführt worden wäre, man aber trotzdem ganz schnell einen rechten Winkel konstruieren müsste? Dann braucht man die 3-4-5-Regel. Das ist die praktische Anwendung des Satzes des Pythagoras, den wir alle irgendwann mal in der Schule gelernt und wahrscheinlich vergessen haben. 

Wie es geht? Ganz einfach:

1.    Einen 3 (oder falls das besser passt 30) Zentimeter langen Strich aufzeichnen
2.    Zollstock an einem Ende dieses Striches grob rechtwinklig anhalten und 4 (40) Zentimeter abmessen
3.    Zollstock an den freien Enden ansetzen und messen. Ist der Abstand genau 5 (50) Zentimeter, ist die Ecke zwischen 3er und 4er Strich genau rechtwinklig. 

Und falls nicht? Falls die Strecke kleiner ist, muss der Winkel geöffnet werden, ist er zu groß, entsprechend verkleinert. Man muss vielleicht mehrmals messen, dafür kommt man aber auch zu einem mathematisch genauen rechten Winkel.