Kinderfotos im Internet: Das sollten Sie beachten!

Was Eltern und Großeltern beachten sollten, damit die Kids sich später nicht schämen müssen

Schnell ein Foto geschossen und schon ist es gepostet. Ist ja auch verständlich: Die Kleinen sind manchmal so zuckersüß. Damit es für die Kinder später nicht peinlich wird, sollten Eltern und Großeltern bestimmte Dinge beachten, wenn sie Kinderfotos im Internet veröffentlichen. Mit der Kampagne „Schau hin!“ will das Deutsche Kinderhilfswerk auf den richtigen Umgang mit Kinderfotos im Internet aufmerksam machen.

 

 

Kinderfotos im Internet: Kinder haben auch im digitalen Raum Rechte

„Ach guck mal, wie süß!“ – noch schnell den Schnappschuss auf Facebook, Instagram und Co. teilen und schon ist es passiert: Die Kinderfotos sind öffentlich. Würde man die Kinder vorher fragen, würden sie das wahrscheinlich nicht wollen – Fotos mit Tante Gisela und lustigen Papphütchen können einen schließlich später zum Gespött bei Freunden und Klassenkameraden machen. Von der fehlenden Privatsphäre einmal abgesehen. Früher hat man Fotos bestenfalls mit Verwandten und guten Freunden geteilt, heute werden Bilder der eigenen Kinder, sicher voller Stolz, mit der ganzen Welt geteilt. Das sollten Eltern und Großeltern vielleicht einmal überdenken. Unabhängig davon, dass Kinder die veröffentlichten Fotos später peinlich finden könnten, ist das wahllose Posten auch nicht ganz ungefährlich. Im schlimmsten Fall können die Bilder nämlich auch in falsche Hände geraten. Die Kampgagne „Schau hin!“ des Deutschen Kinderhilfswerks will darauf aufmerksam machen, dass Kinder auch im digitalen Raum Rechte haben und dass vielen Erwachsenen leider ein Problembewusstsein hinsichtlich Kinderfotos im Internet fehlt.

Persönlichkeitsrechte von Kindern erstrecken sich über alle Lebensbereiche und damit auch auf den digitalen Raum. Es ist daher wichtig, nicht nur bei den Kindern selbst sondern auch bei Erwachsenen, insbesondere den Eltern, ein Bewusstsein für den Umgang mit persönlichen Informationen und Bildern von Kindern in Sozialen Medien zu schaffen

so Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, auf der Internetseite www.schau-hin.info.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Politikforschungsinstituts Kantar Public im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes informieren sich nur 54 Prozent der befragten Erwachsenen über Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte im Zusammenhang mit der Nutzung sozialer Medien wie Facebook, WhatsApp oder Instragram. Das Thema Datenschutz ist für nur 51 Prozent relevant. Wer auch weiterhin Kinderfotos im Internet veröffentlichen möchte, sollte daher folgende Tipps beachten:

6 Tipps zum Umgang mit Kinderfotos im Internet

Tipp 1:
Posten Sie Fotos Ihres Kindes niemals in unangemessenen Situationen! Gehen Sie bewusst damit um, welche Kinderfotos im Internet Sie teilen.

Tipp 2:
Niemals den vollständigen Namen des Kindes im Zusammenhang mit einem Foto angeben.

Tipp 3:
Vermeiden Sie Fotos, die Rückschlüsse auf die Aufenthaltsorte des Kindes zulassen.

Tipp 4: 
Überprüfen Sie regelmäßig Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen auf den Social-Media-Plattformen – behalten Sie den Überblick, wer die Kinderfotos im Internet wirklich sehen darf.

Tipp 5:
Promis machen es vor und verpixeln die Gesichter Ihrer Kinder oder setzten Emojis drüber. Auf diese Weise wahren Sie die Persönlichkeitsrechte ihrer Kinder, wenn sie noch zu klein sind, um ihre Zustimmung für eine Veröffentlichung geben zu können.

Tipp 6:
Beziehen Sie Ihre Kinder ins Posten von Fotos mit ein, sobald sie groß genug sind. Für kleine Kinder, die das Ausmaß nicht absehen können, tragen Sie die Verantwortung! Seien Sie selbst Vorbild im Umgang mit Sozialen Medien.