Altbau sanieren

wertvolle Tipps zum Dachausbau

Wer das Dach in einem Altbau sanieren möchte, hat mitunter eine Menge zu tun. Damit hinterher auch alles ordnungsgemäß aussieht und vor allem gut bewohnbar ist, sind einige Dinge zu beachten. Zwar hat dieser Raum eine niedrige Kniestockhöhe, dafür aber genügend Wohnfläche mit ausreichender Raumhöhe. Eine gute und moderne Dämmung ist für echte Wohnraumqualität unter dem Dach ganz entscheidend.

Im Zuge der Sanierung eines Altbaus bietet sich in vielen Fällen die Gelegenheit, sich das Dach genauer anzuschauen und eventuell einen Dachausbau vorzunehmen. So kann mehr Stauraum unterm Dach oder im besten Falle sogar Wohnraum geschaffen werden, wo vorher vielleicht nur eine große Abstellfläche vorhanden war, die effizienter genutzt werden kann. Wichtig ist, dass das Bauvorhaben gut geplant und durchdacht wird. Damit beim Umbau alles reibungslos klappt, haben wir einige wertvolle Tipps zum Dachausbau zusammengetragen.

Der Dachstuhl muss untersucht und überprüft werden

Wer sich dem Dachausbau widmen möchte, muss vorher den Dachstuhl überprüfen und bestenfalls von Experten untersuchen lassen, da dieser eine – wortwörtlich – tragende Rolle bei der ganzen Sache spielt. Viele vergessen nämlich, dass der Dachstuhl nicht nur sich selbst sowie das Gewicht des Eindeckungsmaterials tragen muss. Vielmehr kommen bei einem ausgebauten Dach außerdem noch Lasten durch etwa die Wärmedämmung und eine Schalung dazu. Vor allem, wenn es sich um ältere Bestandbauten handelt, sollte daher der Experte rangelassen werden. Besonders der Zustand der Auflagepunkte und diverse Indizien für Bauschäden können im Grunde nur Fachleute ordnungsgemäß bestimmen. Was dagegen die meisten Leute erkennen können: Holzmehl. Dieses deutet oftmals auf einen Holzwurm hin, durch den der Dachstuhl mitunter marode sein kann und somit nicht mehr als sturmfest gilt. Wer selbst handwerklich geschickt ist und sich mit Dächern, Dachstühlen & Co. auskennt, kann natürlich auch versuchen selbst eine Zustandsanalyse vorzunehmen. Wichtig dabei: Damit im Dachboden auch tatsächlich Wohnraum entstehen kann, ist auch eine lückenlose Deckung ist Voraussetzung. Wie etwa eine professionelle Dacheindeckung mit Sandwichpaneele und Metalldachpfannen aussieht, verdeutlichen unter anderem 3D-Animationen und Modelle, die man sich genauer betrachten sollte. Besonders geachtet werden muss darauf, dass selbst kleinste Löcher bei der Eindeckung ausgebessert werden. Denn sonst kann Feuchtigkeit einsickern, welche die Wärmedämmung und den Dachstuhl nachhaltig schädigt und so zu immensen Kosten führen kann.

Die Gesetze sind zu beachten

Bevor mit dem Ausbau angefangen wird, sind außerdem die entsprechenden, vom Gesetzgeber vorgeschriebenen, Regeln und Gesetze zu beachten. Denn je nachdem, wie der Umfang des Ausbaus ist und auf welche Art ausgebaut wird, hat dieser leider ein Wörtchen mitzureden. Als Beispiel: Die Anbringung einer Untersparrendämmung kann in den meisten Fällen genehmigungsfrei stattfinden. Sind dagegen größere Umbauten geplant, bei der auch das Aussehen des Hauses maßgeblich verändert wird, bedarf es nicht selten bauamtlicher Zustimmung. Sind solche größeren Ausbaumaßnahmen in Planung, sollte außerdem auch das Kürzel „EnEV“ im Hinterkopf behalten werden, die sich leider regelmäßig verändert. Die sogenannte Energie-Einsparverordnung besagt, dass ab einer festgelegten Grenze ganz bestimmte Maßnahmen zur Steigerung der Gebäude-Energieeffizienz Pflicht sind.

Es ist richtig zu dämmen

In den meisten Fällen ist zwischen den Sparren in Altbauten bereits eine Dämmung installiert. Diese jedoch ist altersbedingt häufig schon betagt und extrem schwach und kann so kaum eine echte Wohnraumqualität schaffen. Denn nur eine Dämmung, die absolut in Schuss ist, kann die Wärme wirksam im Inneren des Raumes und die Kälte außerhalb dieses halten und somit auch die Heizkosten senken. Die gute Nachricht: Viele Zwischensparrendämmungen müssen nicht vollständig ausgewechselt werden. Stattdessen kann man auch einfach „nachrüsten“, also bei einer intakten Altdämmung auf die Unterseite der Dachsparren oder auf eine schon vorhandene Verkleidung eine Konterlattung anbringen. In die Zwischenräume dieser Lattung legt man dann Dämmplatten oder Dämmfilze. Dabei ist es sehr wichtig, präzise zu arbeiten, da sonst Kältebrücken entstehen können, wodurch Schimmelbildung ermöglicht wird. Je nach individuellem Wunsch und Geschmack kann der Aufbau abschließend mit Gipsbetonplatten oder mit Profilhölzern bekleidet werden.

Die Benutzung einer Dampfbremse in Erwägung ziehen

Ebenfalls gegen Schimmelbildung und für ein verlässliches Trockenbleiben der Dämmschicht im Dachgeschoss sorgt eine Dampfbremse. Denn mit ihrer Hilfe wird verhindert, dass die ausfallende Luftfeuchtigkeit sich in die Dämmung absetzt. Gerade in der Nähe der Fensteröffnungen ist eine Dampfbremse sorgfältig zu verlegen. Es kann außerdem helfen, zusätzliche überlappende Bahnen dort anzubringen, wo die Folie verlegt wurde. Dadurch wird die Luftdichte nochmal erhöht. Weitere Informationen zum Einsatz einer Dampfbremse bei Altbausanierungen finden sich übrigens zahlreich im Netz.

Der Dachraum sollte bewusst gestaltet werden

Leider eignen sich nicht alle Dachstühle gleichermaßen gut zum Wohnen. Es wird empfohlen, dass mindestens die Hälfte der Wohnfläche eine Raumhöhe von mindestens 2,3 Metern hat. Besonders Dachgauben eignen sich gut, um mehr Platz im Zimmer zu gewinnen. Gerade bei kleineren Dachräumen und einem niedrigen Kniestock, wenn die Dachschrägen schon ab dem Fußboden oder nur knapp darüber beginnen, sind Dachgauben besonders empfehlenswert. Auch Dachfenster mit speziellen Aufkeilrahmen bieten sich in diesem Fall zum Schaffen von mehr Wohnfläche an, da sie etwa 10% steiler sind als das Dach. Übrigens gibt es Dachgauben in den unterschiedlichsten Ausführungen:

  • Schleppgauben
  • Flachgauben
  • Spitzgauben
  • Dreieckgauben
  • Weit ausschwingende Fledermausgauben

Es muss in jedem Fall darauf geachtet werden, dass fast alle Gauben (im Gegensatz zu Dachfenstern) einer Genehmigung bedürfen.

Das Raumklima sollte optimiert werden

Vor allem im Sommer meiden die meisten Menschen die Dachräume. Das liegt allerdings nur daran, dass vorab nicht für einen ausreichenden Hitzeschutz gesorgt wurde. Das Problem ist, dass man sich dann unter dem Dach auch einfach nicht wohlfühlen kann. Denn die Sonne scheint über den Tag hinweg oft senkrecht aufs Dach und heizt dieses schnell auf. Neben einem Hitzeschutz gehören in jeden optimierten Dachstuhl daher auch Dachfenster mit optimierten Lüftungsmöglichkeiten. Am besten sind Schwingfenster, da die Frischluftzufuhr mit ihnen sehr fein reguliert werden kann: Je nach Öffnung, kann unten Kaltluft durch den unteren Lüftungsspalt ein- und Warmluft oben ausströmen, wobei der Dachstuhl selbst bei Regen trocken bleibt. Das gute Klima rundet die Altbausanierung im Dach ab und macht es erst so richtig angenehm bewohnbar!