Für mehr Komfort: Das können Sie im Haus nachrüsten

So bessern Sie Ihr Zuhause auf

02. November 2020

Bei der Hausplanung gilt es, an möglichst alles zu denken, damit keine Wünsche an das Eigenheim offenbleiben. Das ist nicht immer leicht umzusetzen, zumal sich manche Bedürfnisse erst im Nachhinein ergeben. Besonders dann, wenn manche Zimmer mit der Zeit eine andere Funktion bekommen. Doch glücklicherweise lassen sich in Sachen Wohnkomfort einige Dinge problemlos nachrüsten. 

Einen Insektenschutz anbringen

Gerade an warmen Tagen ist es schwierig, Fenster und Außentüren offen stehen zu lassen, ohne dass Wespen, Fliegen und andere Insekten zur Plage werden. Zwar gibt es einige gute Hausmittel dagegen – besser ist es aber, wenn sie erst gar nicht ins Haus gelangen. Mit einem Insektenschutz ist es möglich, die frische Luft und die Sonnenwärme ohne diese lästigen Zeitgenossen zu genießen.

Die Vorgehensweise bei Fenstern

Um Ihr Zuhause vor unerwünschten fliegenden Eindringlingen zu schützen, sind für die Fenster Fliegengitter mit Klettband besonders praktisch. Sie lassen sich einfach montieren. 

Schritt 1: Fensterrahmen reinigen. Reinigen Sie den Fensterrahmen mit einem fettlösendem Haushaltsreiniger, damit weder Staub noch Dreck die Klebeeigenschaften hemmen. Anschließend mit klarem Wasser nachspülen und gründlich trocknen. 

Schritt 2: Klettband anbringen. Bringen Sie jetzt das Klettband von innen am Rahmen an. Am besten gehen Sie so vor, dass Sie die Folie Stück für Stück vom Streifen entfernen und diesen festkleben.

Schritt 3: Fliegengitter zuschneiden. Schneiden Sie das Fliegengitter auf die passende Größe zu, wobei es zunächst an allen Seiten überstehen sollte. 

Schritt 4: Fliegengitter befestigen. Spannen Sie das Gitter über das Fenster. Hierbei ist es sinnvoll, am oberen Rahmen anzufangen und sich dann über die Seiten nach unten zu arbeiten. 
Bei Dachfenstern ist die Klebevariante nicht umsetzbar, stattdessen schützen Fliegengitter mit Innenrahmen vor Insekten. 

Schritt 1: Den Rahmen bauen. Messen Sie das Fenster aus und schneiden Sie die Profile auf das gewünschte Format zu. Stecken Sie anschließend die Profile mithilfe der Verbindungselemente zusammen.

Schritt 2: Fliegengitter zuschneiden. Schneiden Sie das Fliegengitter auf die Größe des Rahmens zurecht und lassen Sie dabei ausreichend Platz an den Rändern, um das Gitter noch in die Profile stecken zu können.

Schritt 3: Fliegengitter befestigen. Klemmen Sie das Fliegengitter seitlich in die Profile und bespannen Sie so den Rahmen. Überstände können Sie mit einer Schere abschneiden.

Schritt 4: Einhängefedern festschrauben. Montieren Sie in jeder Ecke des Rahmens eine Einhängefeder. Achten Sie darauf, die Federn genau entlang der senkrechten Achse auszurichten.

Schritt 5: Rahmen einhängen. Zum Schluss können Sie das Fliegengitter mit den Einhängefedern in den Fensterrahmen einhängen. 

Die Vorgehensweise bei Außentüren

Für Balkon- oder Terrassentüren gibt es verschiedene Varianten, um einen Insektenschutz anzubringen:

  • Fliegengittertüren am Türrahmen verschrauben,
  • magnetische Fliegergittertüren mit Klettband befestigen oder
  • Lamellenvorhänge mit Klebeband am Türrahmen fixieren.

Wie bei den Fenstern, muss auch bei den Außentüren zunächst der Rahmen gründlich gereinigt werden. Außerdem müssen die Fliegengitter vor dem Anbringen immer auf die richtige Länge zugeschnitten werden. 

Magnetische Fliegengittertüren mit Klettband und Lamellenvorhänge sind deutlich weniger aufwendig als verschraubte Fliegengittertüren und können ohne Rückstände wieder entfernt werden. Die magnetische Fliegengittertür besteht aus zwei Lamellen, die in der Mitte von einem Magnetstreifen zusammengehalten werden. Dieser Streifen lässt sich öffnen, sodass Sie durch die Tür gehen können. Die Tür ist mit Klettband umrandet. An drei Seiten – rechts, links und oben – müssen Sie das Klett-Gegenstück anbringen. Auf dessen Rückseite befindet sich, nach Abzug der Folie, eine Klebeschicht. Mit dieser fixieren Sie die Fliegengittertür am Rahmen. 

Ein Lamellenvorhang besteht aus separaten Schals, die am unteren Ende mit einem Gewicht versehen sind. An der oberen Innenkante des Türrahmens wird von außen die Leiste angeklebt. Diese ist aufklappbar und enthält einen Klebestreifen, an dem die Lamellen befestigt werden, sobald sie die richtige Länge haben. Wichtig ist, die Lamellen so anzubringen, dass sie sich ein Stück weit überlappen. Die Gewichte halten sie in Position. So haben Insekten keine Chance, aber Sie können durch die Tür gehen, indem Sie die Lamellen nach rechts und links schieben. 

Einen Sicht- und Sonnenschutz montieren

Im Haus ist nicht unbedingt jedes Fenster mit Rollladen ausgestattet. Wenn Sie den betreffenden Raum irgendwann anders nutzen möchten und dafür Schutz vor neugierigen Blicken, zu viel Licht oder Wärme brauchen, können Sie Jalousien, Rollos oder Plissees nachrüsten.

Jalousien

Jalousien haben einzelne Lamellen, die im Winkel verändert werden können. So dienen sie als Sichtschutz, können aber auch halbdurchlässig eingestellt werden. Je nach Material schützen sie damit auch vor Sonneneinstrahlung. 
Häufig werden Jalousien an einer Schiene oberhalb des Fensters befestigt, die verschraubt wird. Sie können aber auch direkt am Fenster installiert werden, etwa in Fensternische oder -flügel. Damit die Jalousien senkrecht nach unten führen, verlaufen sie bei manchen Ausführungen durch eine Führungsschiene. Jalousien eignen sich für so ziemlich alle Fensterformen. 

Rollos

Rollos sind besonders gut dazu geeignet, um Räume vollständig abzudunkeln. Sie sind an halbrunden Aufhängungen befestigt, die wiederum oberhalb des Fensters angebracht werden. Durch diese Aufhängung können sie ohne Führungsschiene abgerollt werden. Rollos eignen sich für Rechteck- und Dachfenster. 

Plissees

Plissees sind in regelmäßige Falten gelegte Stoffe. Optisch sowie funktional verbinden sie die positiven Eigenschaften von Rollos und Jalousien und haben noch mehr zu bieten: Plissees bestehen aus dünnen Stoffbahnen, die sich beliebig verschieben lassen. Sie sind für alle Fensterformen geeignet und sind in verschiedenen Varianten erhältlich. Zur Befestigung können sie an den Fensterrahmen geklebt oder geklemmt werden – bohren ist nicht notwendig. 
Zusätzlich zum Sicht-, Wärme- und Lichtschutz, den auch Rollos und Jalousien bieten, sind Plissees als dekorative Elemente einsetzbar: Durch die Auswahl an bunten Farben und Mustern können sie passend zum Raum-Design gewählt werden. 

Steckdosen einbauen

In älteren Gebäuden ist häufig noch die ursprüngliche Elektroinstallation in Betrieb. Die wird den heutigen Ansprüchen an den Wohnkomfort nicht mehr gerecht wird. Daher mangelt es in einigen Räumen, etwa der Küche und dem Wohnzimmer, an Steckdosen. Doch sogar in einem Neubau können Stromanschlüsse fehlen. Beispielsweise, wenn Sie die Räume nach einigen Jahren anders nutzen möchten als bisher. 

Soll aus dem Kinderzimmer später einmal ein Arbeitszimmer werden, ändern sich die Anforderungen an die Anzahl und Platzierung der Steckdosen. Schließlich wurden diese entsprechend der anfänglichen Raumplanung verteilt. 
Eine mögliche Lösung sind Steckerleisten. Allerdings stellen sie und die herumliegenden Kabel immer potenzielle Stolperfallen dar. Je nachdem, welche Geräte daran angeschlossen werden, kann es bei dauerhafter Überlastung auch zu Kurzschlüssen kommen, was wiederum Brände auslösen kann. Komfortabler und sicherer ist es daher, zusätzliche Steckdosen einzubauen.

Die Vorgehensweise

Schritt 1: Die Stromquelle für die Steckdose ermitteln. Das ist üblicherweise eine Verteilerdose, die sich in der sogenannten Installationszone befindet. Das ist ein Streifen, der 15 bis 45 Zentimeter unter der Decke beziehungsweise über dem Fußboden verläuft. Mit einem Leitungssuchgerät können Sie die Dosen aufspüren. Bei neueren Häusern sind statt Verteilerdosen oft Geräteabzweigdosen hinter Lichtschaltern oder Steckdosen eingebaut.

Schritt 2: Die Verteilerdose freilegen. Anschließend können Sie die Tapete rund um die Dose vorsichtig einschneiden. Der Deckel lässt sich einfach abheben. Jetzt ist zu erkennen, welche Kabel in dieser Dose vorhanden sind.

Schritt 3: Den Weg der neuen Leitung markieren. Das neue Stromkabel muss zunächst waagerecht und erst ab einem Punkt genau über oder unter der geplanten Steckdose. Von diesem Punkt aus geht es senkrecht zu der Stelle, an der die Steckdose liegen soll. 

Schritt 4: Die Unterputz- oder Hohlwanddose setzen. Mit der Lochsäge bohren Sie ein Loch in die Wand, in das später die Steckdose eingesetzt wird. Bei Trockenwänden wird eine Hohlwanddose eingesetzt, bei massiven Wänden eine Unterputzdose. 

Schritt 5: Schlitz für das Kabel klopfen. Jetzt klopfen Sie einen Schlitz in den Putz, in dem später das Kabel liegen soll. Wichtig ist, die vorhandenen Kabel dabei nicht zu beschädigen. 

Schritt 6: Kabel verlegen. Anschließend werden die Kabel verlegt – entweder in einem Leerrohr oder direkt im Wandschlitz. Im zweiten Fall wird das Kabel fixiert, denn die Leitung muss fest mit dem Untergrund verbunden sein und darf keinen Bewegungsspielraum haben. 

Schritt 7: Steckdose anklemmen. Das Anklemmen ist Aufgabe der Elektro-Fachkraft. Sie verbindet die Kontakte der neuen Leitung mit der vorhandenen Stromversorgung und den Steckdosen. Dabei wird die Steckdose auch in der zuvor verlegten Dose angeschraubt beziehungsweise eingeklemmt.

Sicherheit hat oberste Priorität

Generell sollten Sie im Vorfeld mit einer Fachkraft vorausschauend planen, an welcher Stelle Sie wie viele Steckdosen nachrüsten lassen möchten. Wer sich handwerklich etwas auskennt, kann die Vorarbeiten für den Einbau der geplanten Steckdosen erledigen. Ehe die Arbeiten an der Wand beginnen, sollten Sie die Kippsicherungen des gesamten Raumes ausstellen und jede Ader auf Strom überprüfen.  

Das Einbauen selbst sollte aus Sicherheitsgründen aber unbedingt eine Fachkraft übernehmen. Fehler beim Anschluss von Leitungen und Dose können tödlich enden. Versicherungen bezahlen in der Regel nicht bei Unfällen, die auf Fehlern beim Einbauen von Steckdosen beruhen. 

Genauso ist das Befestigen der Steckdosen in den Leerdosen ist noch Aufgabe der Fachkraft. Sie können zum Schluss den Schlitz vergipsen, die Wand tapezieren oder streichen und die Abdeckung der Steckdose anschrauben.

Datum: 02.11.2020
 

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