Gebraucht ist besser als neu – doch warum eigentlich?

Ratgeber

28. September 2020

Es liegt nicht etwa an den trendig klingenden Namen, die ermöglichen, Möbel und Kleidung zu „pimpen“, „Upcycling“ als neuen Trend ausrufen und den Second-Hand-Handel wieder gesellschaftsfähig gemacht haben. Vielmehr ist es ein Umdenken in der Gesellschaft, das zu der Erkenntnis geführt hat: Gebraucht ist besser als Neu. Was sich dahinter verbirgt und welche Möglichkeiten es gibt, verrät der folgende Beitrag.

Deswegen ist Gebrauchtes besser als Neues

Wer Gebrauchtes kauft, der verhilft einem Gegenstand, einem Kleidungsstück, einem Spiel oder einem anderen Konsumgut zu einem zweiten Leben. In der Praxis wurde das bereits in vielen Familien so gelebt – nur eben nicht so verstanden oder nicht so bezeichnet. Gibt es beispielsweise mehrere Kinder in einer Familie, ist es beinahe selbstverständlich, dass der Kinderwagen, die Babyschale und das Babybett weiterhin verwendet werden – und zwar im besten Fall auch beim zweiten und dritten Kind. Ob Kleidung und Spielsachen in puncto Größe und Interessen passen, sollte dann die Zeit zeigen. Dieses Beispiel zeigt jedoch auch, warum Gebrauchtes besser ist als Neues:

 - Gebrauchtes spart Geld. Entweder es ist eine Weiterverwendung in den eigenen vier Wänden möglich oder eine Weitergabe an Verwandte und Freunde, was in der Regel im Geldbeutel aller Beteiligten Geld spart. Doch auch der aktive Kauf gebrauchter Dinge spart Geld – vor allem dann, wenn das Konsumgut nur zeitlich begrenzt genutzt wird. Kinderfahrräder sind hierfür ein gutes Beispiel – etwa alle zwei Jahre brauchen Nachwuchs-Radler ein neues Modell, weil sie sehr schnell wachsen. Im Internet lassen sich dann meist Schnäppchen aus der Region finden. Beliebt ist hierbei beispielsweise das Portal ebay-kleinanzeigen.de.

 - Gebrauchtes spart Platz. Wer sich mit der Idee anfreunden kann, sich regelmäßig von Ungenutztem zu trennen, versteht, warum Gebrauchtes Platz sparen kann. Bei momox beispielsweise kann man gebrauchte Bücher, Spiele und mehr online verkaufen. Das hat gleich mehrere Vorteile auf einmal: Nach dem Aussortieren werden die gebrauchten Artikel direkt verkauft. Das spart Platz, weil die gebrauchten Sachen nicht erst wochenlang in der Flohmarkt- oder Ebay-Kiste verweilen, sondern dann verkauft werden, wenn sie aussortiert worden sind. Neben dem direkten Platzgewinn bringt der Verkauf auch etwas Geld und es besteht nicht die Gefahr, dass etwas Aussortiertes wieder zurück in den Schrank oder ins Regal wandert.

 - Gebrauchtes ist nachhaltig. Gebrauchtes trägt insofern dem Nachhaltigkeitstrends Rechnung, da ein bestimmtes Produkt nach der ersten Verwendung auch einer zweiten zugeführt wird. Unter bund.net wird Nachhaltigkeit darüber hinaus so beschrieben, dass bei nachhaltigen Produkten weniger Ressourcen verbraucht werden. Nachhaltigkeit kann sich demnach auf viele Themenfelder beziehen – auf Energie, Mobilität, Landwirtschaft und Wirtschaft. Auch klassische Konsumgüter, die es in jedem Haushalt gibt, können oftmals in Super Zustand gebraucht erworben werden: Unter medimops gibt es beispielsweise gebrauchte Bücher, Spiele und Filme, die günstig einen neuen Besitzer finden.

Darauf kommt's an, wenn neu gekauft wird

Um Gebrauchtes weiterverkaufen zu können, ist es besonders wichtig, bereits beim ersten Kauf auf eine hohe Warenqualität zu achten. Das heißt im besten Fall: Das gekaufte Produkte wurde unter fairen Produktionsbedingen gefertigt; zur Verwendung kamen dabei im besten Fall ökologische Rohstoffe. Wer diese Faktoren berücksichtigt, tut sich selbst bei der Erstnutzung einen großen Gefallen, weil ökologische Rohstoffe keine gesundheitsgefährdenden Stoffe beinhalten. Zudem sind nachhaltige Produkte auch im Wiederverkauf besonders beliebt, denn sie halten oftmals auch länger. 

Nachhaltig mit Blick auf Second-Hand bedeutet, dass Gebrauchtes wiederverwendet wird, also in gewisser Weise recycelt wird. Mittlerweile greifen auch namhafte Markenhersteller wie Adidas und Nike greifen das Thema Nachhaltigkeit intensiver auf ihre Weise auf und produzieren Neuwaren aus Gebrauchtem. 

Für eine klare Abkehr von Fast Fashion im Kleiderschrank 

Im Kleiderschrank auf Nachhaltigkeit zu setzen, bedeutet auch eine strikte Abkehr von Fast Fashion. Diese schnell und günstig produzierte Ware geht nämlich in weiten Teilen auf Kosten der Umwelt:

 - Fast Fashion produziert Billionen Tonnen an Kohlenstoffdioxid jährlich. Nachhaltige Produzenten achten hingegen auf den Verbrauch von Ressourcen und auf den Schadstoffausstoß.

 - Mit Fast Fashion steigt der Mikroplastik-Anteil in Kleidung. Polyester ist ein beliebtes Material der Fast Fashion-Industrie. Allerdings verliert Polyester bei jedem Waschvorgang an Plastikfasern, die über das Waschwasser ins Meer gelangen. Auch bei nachhaltiger Kosmetik stehen plastikfreie Produkte im Fokus, die Mensch und Umwelt guttun.

 - Beim Anbau von konventioneller Baumwolle werden knapp 30 Kubikmeter Wasser pro Kilogramm verwendet, zudem kommen oft Pestizide zum Einsatz, die dann ausgewaschen werden und im Meer landen. Bio-Baumwolle verhindert den hohen Wasserverbrauch und den Einsatz von Pestiziden. Das gilt übrigens nicht nur für fertige Kleidung, sondern auch für so manches Do-it-yourself-Projekt.

 - Um die Kosten für Fast Fashion-Mode so gering wie möglich zu halten, erhalten die ohnehin schon für wenig Geld arbeitenden Produzenten oft nur einen geringen Lohn und arbeiten unter schlechten Bedingungen. Auch Kinderarbeit ist hier oftmals nicht ausgeschlossen. 

Eine klare Abkehr von Fast Fashion und eine Zuwendung zu nachhaltig produzierten Produkten ist die eine Seite der Medaille, die durch eine verringerte Nachfrage langfristig dazu beitragen kann, die Umweltverschmutzung einzudämmen und die Arbeitsbedingungen der Produzenten zu verbessern. Der Kauf von gebrauchter Bekleidung ist darüber hinaus noch nachhaltiger, schließlich wird das einst aufwendig produzierte Kleidungsstück erneut genutzt – ohne Kosten zu verursachen.

28.09.2020

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