Natürlich gärtnern: Wie geht das?

Auf Chemie wollen wir ab jetzt verzichten - auch bei der Gartenarbeit

27. April 2016
Natürlich gärtnern macht auch Kinder Spaß Möhren aus dem eigenen Garten? Lecker geht´s eigentlich nicht Wer einen Gartenteich anlegt, bietet zahlreichen Kleintieren und Insekten einen Lebensraum

Chemie? Nein danke. Wer seinen Garten liebt, sollte Pflanzen und Tiere schützen. Wir sagen, wie Sie der Natur am besten unter die Arme greifen und worauf Sie beim natürlichen Gärtnern achten sollten.

Nicht zu ordentlich sein – die Natur liebt es wild

Es gilt das Sprichwort: Ein guter Gärtner ist ein fauler Gärtner. Wenn Sie also einen Bio-Garten anlegen wollen, pfuschen Sie der Natur nicht zu viel hinein und lassen den Garten lieber etwas verwildern, anstatt alles akkurat zu mähen und zu schneiden.

Clever anpflanzen – und Sortenvielfalt schützen

Nur Pflanzen kaufen, die auch für den Standort Ihres Balkons oder Gartens geeignet sind. Sind Sie unsicher, fragen Sie im Gartencenter nach. Mein Tipp: Pflanzen Sie historisches Gemüse an – wie zum Beispiel das Teltower Rübchen, Goethes Lieblingssorte. Damit tragen Sie zu deren Erhaltung bei. Infos finden Sie unter www.vern.de.

Natürlich gärtnern mit der richtigen Blumenerde

Wer natürlich gärtnert, verzichtet auf Torf, denn für dessen Gewinnung werden riesige Landschaften aufgebaggert. Unter www.bund.net finden Sie eine Liste mit torffreien Blumenerden. Eine Ausnahme können Sie machen, wenn Sie Rhododendron, Magnolien oder Heidelbeere anpflanzen. Die brauchen zumindest torfreduzierte Erde. Übrigens: statt Kunstdünger lieber Biodünger verwenden. Das Beste ist aber, Sie verteilen eigenen Kompost auf den Beeten.

Nicht vergessen: immer mal wieder die Erde harken

So entfernen Sie nicht nur Unkraut, sondern sorgen auch dafür, dass die Bodenfeuchtigkeit nicht mehr so schnell verdunstet.

Natürlich gärtnern gegen Schädlinge

Giftige Spritzmittel? Aber nicht beim natürlich gärtnern! Blattläuse kann man zum Beispiel einfach mit dem Gartenschlauch abspülen. Ameisen aus Blumenkästen vertreiben Sie, indem Sie die Erde stark unter Wasser setzen. Die gefräßigen Raupen des Kohlweißlings können Sie absammeln. Und Wühlmäuse ziehen weiter, wenn Sie einen Bambusstab mit einer übergestülpten, leeren Plastikflasche in die Gänge stecken. Die gibt im Wind nämlich Geräusche ab.

Achtung bei Teichpumpen: Libellen-Larven retten

So genannte Skimmer reinigen den Teich, indem sie Laub und Schmutz von der Oberfläche einsaugen und ans Ufer pusten. Das Problem: Auch Libellenlarven werden ins Gerät gesogen und sterben. Ziehen Sie einen Nylonstrumpf über die Pumpe. Sie wirkt wie ein Filter und fängt die Larven auf.

Unterschlupf-Möglichkeiten für die Tiere einplanen

Stein- und Holzhaufen, selbst gebaute Insektenhotels, Nistkästen – damit fühlen sich Tiere im Garten wohl. Den Bienen zuliebe Blumen mit offenen Blüten anpflanzen, sonst bekommen sie keinen Nektar.

Energie und Wasser sparen – und die Umwelt schonen

Heutzutage gibt es akkubetriebene Gartengeräte. Sie produzieren keine Öl- und Dieselreste und reichen für das private, natürliche Gärtnern absolut aus. Auch sinnvoll: Lampen und Teichpumpen auf Solar-Basis.

Extratipp: So werden Sie Schnecken los

Die kleinen Kriechtiere machen sich zu gerne über das Salatbeet her – besonders in feuchten Gärten. Da hilft nur eines: ihnen den Zugang zu versperren. Am besten mit speziellen Schneckenzäunen, die oben eine Kante haben (ab 7 Euro, Gartenmarkt). Außerdem sollten Sie die Schneckeneier aus dem Beet sammeln. Das sind kleine, weiße Kugeln.