Unfälle im Haushalt: Prävention kann Leben retten

Im Haushalt lauern viele Gefahren

In den eigenen vier Wänden fühlen wir uns am wohlsten. Allerdings lauern hier auch viele Gefahren, die im schlimmsten Fall tödlich sein können. So kamen 2015 fast 10.000 Menschen in ihrer Wohnung oder ihrem Haus ums Leben – im Straßenverkehr sind im selben Jahr lediglich etwa 3.500 Menschen gestorben.

Zahl der tödlichen Unfälle in Privathaushalten steigt an

Wie Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, gab es 2015 im häuslichen Bereich 9.818 tödliche Unfälle. Die Tendenz ist damit seit Jahren steigend. Laut Pressemitteilung des gemeinnützigen Vereins Das sichere Haus stieg die Anzahl der im Haushalt tödlich Verletzten von knapp 7.000 im Jahr 2005 auf über 9.000 in 2014 an. 

Ein Grund für diese Entwicklung liegt in der höheren Lebenserwartung, betroffen sind oftmals ältere, alleinstehende Menschen. Mit dem Nachlassen der Seh- und Muskelkraft durch den Alterungsprozess steigt das Risiko für Stürze. Hinzu kommt, dass viele ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer Wohnung oder ihrem Haus leben möchten. Verunglücken alleinstehende ältere Menschen und können selbst nicht mehr nach Hilfe rufen, kommt Hilfe oft zu spät.

Wirksame Präventionsmaßnahmen

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, um den Haushalt speziell für älterer Menschen sicherer zu gestalten. Stolperfallen wie Teppichkanten und lose Kabel gilt es zu vermeiden. Möglichst alle Räume und insbesondere das Badezimmer sollten barrierefrei sein. Die Dusche ist idealerweise ebenerdig, in Badewannen lassen sich auch nachträglich Türen für den bequemen Ein- und Ausstieg einbauen. Griffe und rutschfeste Unterlagen sorgen zusätzlich für Sicherheit. 

Hausnotrufgeräte geben Sicherheit

Sollte es doch zu einem Unfall kommen, kann ein Hausnotruf-System Leben retten. Hausnotrufgeräte bestehen aus einem Funksender und einer Basisstation. Der wasserdichte Sender wird als Anhänger um den Hals oder am Arm getragen. Nach einem Sturz kann der Betroffene einen Knopf auf dem Sender drücken, der ein Signal an die Basisstation des Hausnotruf-Systems sendet. Die Station informiert dann über eine einprogrammierte Nummer eine rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale. Viele Hausnotrufgeräte verfügen über eine Wechselsprechanlage, über die ein Mitarbeiter der Notrufzentrale Kontakt zur verunglückten Person aufnehmen kann. Im Anschluss an den Hausnotruf alarmiert der Mitarbeiter dann Verwandte oder Bekannte, die in einer Liste vermerkt sind und einen Schlüssel zur Wohnung haben. Alternativ lässt sich ein Rettungsdienst alarmieren, wenn die verunglückte Person nicht ansprechbar ist. Eine schnelle Reaktion kann gerade bei Unterzuckerung oder einem Schlaganfall lebensrettend sein.