Eine ganz besondere Bindung besteht zwischen Kindern und ihren Haustieren

Was Forscher jetzt herausgefunden haben

20. April 2020

Viele Kinder lieben Tiere und verbringen gern Zeit mit ihnen. Der tierische Begleiter dient als Zuhörer, Kuschelfreund und Spielkamerad. Spätestens im Kindergartenalter wünschen sich viele Jungen und Mädchen ein eigenes Haustier. Forscher wissen längst, dass Tiere die Entwicklung der Kinder positiv beeinflussen können. 

Die enge Verbindung zwischen Tier und Mensch lässt sich bis in die vergangenen Jahrtausende zurückverfolgen. War es früher noch ganz normal, dass Tiere und Menschen gemeinsam den Alltag bestritten und auf engem Raum zusammenlebten, fehlt heute immer mehr Kindern der Kontakt zu den tierischen Begleitern. Während Kinder auf dem Land oft noch Hunde und Katzen als Wegbegleiter kennen, sieht das in der Stadt ganz anders aus. Hier sehen die Jungen und Mädchen die zahlreichen Tiere nur noch in Büchern. 

Dabei war es einst ganz normal, dass Kinder gemeinsam mit den Tieren des Hofes aufwuchsen. Die enge Verbindung zwischen Tier und Mensch in den frühen Kindheitsjahren war für die Entwicklung der Kinder von unschätzbarem Wert. Durch die tierischen Begleiter und das kreative Spielen in der Natur wurde das Wohlbefinden der Jungen und Mädchen positiv beeinflusst. Zudem lernten die Kinder ein gesundes und ausgewogenes Sozialverhalten.

Eine einzigartige Verbindung

Die Begeisterung für die tierischen Begleiter entwickeln Kinder schon früh. Zunächst zeigt sich die Leidenschaft beim Spielen mit Tierfiguren aus Kunststoff oder Holz. Sie sind so nah wie möglich an das tatsächliche Aussehen der Tiere angepasst und sprechen die Fantasie der Kinder an. Schon im Kindergartenalter haben Kinder dann das eigene Lieblingstier, das ihren Alltag begleitet. 

Zu den Lieblingstieren von Mädchen zählen Pferde, Hasen und Katzen. Die einen möchten einen eigenen Stallhasen, den man täglich streicheln kann und der einem zuhört. Andere sind begeistert, wenn sie Reitstunden besuchen, die Pferde striegeln dürfen und so ihren treuen neuen Freund finden. Diese Hingabe zu den Einhufern stützen Psychologen auf die Annahme, dass vor allem Mädchen die Beziehung und Treue zu anderen Wesen wichtig ist. Dies wird dadurch bekräftigt, dass Pferde sehr starke Tiere sind und den Mädchen das Gefühl geben, sie sowohl zu beschützen als auch tragen zu können und immer da seien, wenn sie jemanden zum Anlehnen brauchen, ohne viele Worte wechseln zu müssen. 

Bei Jungen hingegen stehen besonders Hunde, aber auch exotische Tiere wie Löwen und Tiger ganz oben auf der Lieblingstierliste. Wenn sie mit dem Hund spielen und toben, können sie ihrer Energie freien Lauf lassen und finden in ihm aber gleichzeitig auch einen Freund, der sich auch zum Kuscheln eignet. Die größeren Tiere wiederum haben einen faszinierenden Einfluss auf kleine Jungen. Sie strahlen vor allem Stärke aus, was als vorbildliche Charaktereigenschaft immer von Nutzen sein kann. 

Egal welches Tier es ist, sie prägen die Kinder im positiven Sinn. Die Faszination darf sich somit ruhig auch in Kuscheltieren, Spielzeugen, der Kinderzimmerdekoration oder der Kleidung widerspiegeln. Früher oder später reift in den meisten Kindern der Wunsch nach einem eigenen Haustier.

So wirkt sich der körperliche Kontakt zwischen Tier und Kind aus

Es gibt viele Gründe, die für ein Haustier sprechen. Einer davon sind die Impulse für die Körper- und Sinneswahrnehmung, die die tierischen Begleiter auf den Nachwuchs haben. Der Kontakt zu den Tieren fördert die Sinnesentwicklung der Kinder. Das wirkt sich auch positiv auf das Riechen und Hören aus und unterstützt gleichzeitig auch das Tasten und Sehen. Des Öfteren wird berichtet, dass die Menschen, die mit ausgeprägten Sinnen durch das Leben gehen, ihr Umfeld viel besser wahrnehmen und so glücklicher sind.

Auch der Blutdruck profitiert vom regelmäßig Kontakt zu Tieren. Die Kinder werden ruhiger und der Kreislauf stabilisiert sich. Außerdem reduzieren die Kinder dadurch Stress. Gerade das ist ein Aspekt, der auch für ältere Jungen und Mädchen, die bereits die Schule besuchen, von unschätzbarem Wert ist. 

Ein weiterer Aspekt, der sich positiv auf Kinder auswirkt, ist der Einfluss der Tiere auf die Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein. Tiere signalisieren Kindern sehr deutlich, ob sie sich bei ihnen wohlfühlen oder nicht. Nehmen die Jungen und Mädchen dieses positive Gefühl wahr, profitiert davon vor allem das Selbstbewusstsein. 

Gerade wenn sich Kinder schwer damit tun, Freunde zu finden oder sich zu integrieren, sind Tiere eine Art Ausgleich für die emotionale Entwicklung. Die Kinder lernen Stück für Stück, dass die Tiere freundlich auf sie reagieren, wenn sie selbst liebevoll mit den Vierbeinern umgehen. Aggressionen mögen Tiere dagegen nicht und sie distanzieren sich deutlich. Auch diese Erfahrung ist für die Entwicklung der Kinder wichtig. 

Kinder lernen Verantwortungsbewusstsein

Ein weiterer Aspekt, der gerade ein eigenes Haustier für Kinder zum unschätzbaren Begleiter macht, ist das Verantwortungsbewusstsein. Eltern sollten, wenn die eigenen Kinder ein Haustier bekommen, diese auch in die Pflicht nehmen. Verpflegung und Pflege sind Aufgaben der Kinder. Stück für Stück lernen die Jungen und Mädchen so, Verantwortung zu übernehmen und Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen.

Darüber hinaus stärken die Tiere in erster Linie auch die nonverbale Kommunikationsfähigkeit. Hierzu gehören beispielsweise Mimik und Gestik. Kinder müssen erst lernen, wie sich diese auf ihr Gegenüber auswirken. Dabei ist die nonverbale Kommunikationsfähigkeit genauso bedeutend wie die verbale. Immerhin finden fast 80 Prozent der eigenen Kommunikation auf nonverbaler Ebene statt. 

Muss es immer ein eigenes Haustier sein?

Obwohl Tiere einen vielseitigen positiven Einfluss auf den eigenen Nachwuchs haben, tun sich Eltern oft schwer mit der Anschaffung eines Haustieres. Oft fehlt es an Platz und Zeit. Gerade wenn die Familie den ganzen Tag außer Haus ist, kommen Haustiere meist nicht infrage. Letztlich haben auch die Tiere das Bedürfnis nach Nähe und Kontakt. 

Auch Forscher sind sich sicher, dass Kinder nicht immer selbst ein Haustier besitzen müssen, um von den positiven Effekten auf die Entwicklung zu profitieren. Während auf dem Land der Kontakt zu Tieren einfach dazu gehört, sieht das in der Stadt anders aus. Hier sollten Eltern aber aktiv Möglichkeiten bieten, damit die Kinder die Chance bekommen, Tiere kennenzulernen. Eine gute Adresse sind in diesem Fall die Tiergärten und Zoos. In zoologischen Einrichtungen sind nicht nur heimische, sondern meist auch exotische Tiere artgerecht untergebracht und bieten den Besuchern einen echten Mehrwert. In den Anlagen gibt es außerdem oft auch Streichelzoos für Kinder unterschiedlicher Altersklassen. Dort können die Jungen und Mädchen mit den Tieren auf Tuchfühlung gehen, während sie sie streicheln und füttern. Meistens leben in den Streichelzoos verschiedene Tiere, sodass Kontakte zu Kleintieren wie Hasen und Meerschweinchen ebenso möglich sind wie beispielsweise zu Ziegen und Schafen. Hier sollten Eltern darauf achten, dass Kinder auch genügend Zeit für die Tiere haben. 

Auch bei Spaziergängen durch Parkanlagen und Gärten bietet sich immer wieder die Möglichkeit, dass Kinder mit Tieren in Kontakt kommen. So können beispielsweise Enten gefüttert oder Vögel beobachtet werden. 

Welches Haustier eignet sich für Kinder besonders gut?

Entscheiden sich die Eltern doch dafür, das eigene Kind mit einem Haustier zu überraschen, muss natürlich erst geklärt werden, welches das Richtige ist. Auch hier gibt es keine allgemeine Empfehlung, denn es müssen nicht nur die Wünsche der Kinder, sondern auch die Rahmenbedingungen beachtet werden. 

Ein weiterer Punkt, der bei der Entscheidungsfindung nicht außen vor gelassen werden darf, sind die damit verbundenen Kosten. Eines der beliebtesten Haustiere bleibt jedoch in Deutschland der Hund. Auch Kinder haben darin einen treuen Gesellen für jeden Tag gefunden. Hunde sind treue Spielkameraden. Haben die Vierbeiner die Kinder erst einmal ins Herz geschlossen, beschützen sie diese und gehen mit ihnen sprichwörtlich durch dick und dünn. Wer den Platz hat und den täglichen Spaziergang nicht scheut, sollte daher durchaus über einen Hund nachdenken. Es ist jedoch wichtig, sich für die richtige Rasse zu entscheiden. Auch hier gibt es enorme Unterschiede. 

Neben dem Hund steht auf der Tierwunschliste der Kinder die Katze ganz weit oben. Katzen brauchen nicht ganz so viel Pflege wie ein Hund und kommen problemlos auch mehrere Stunden allein klar. Die Stubentiger sind von Natur aus eher Einzelgänger, mögen es aber sehr zu schmusen. Gerade für Familien, die einen Großteil ihrer Zeit außerhalb des eigenen Haushalts verbringen, sind Katzen eine gute Alternative zum Hund. 

Viele Kinder wünschen sich ein eigenes Kaninchen. Die kleinen Fellnasen sind mit ihren langen Ohren und der ruhigen Art oftmals der optimale Kuschelgeselle. Doch es dauert eine ganze Weile, bis die Häschen auch wirklich so zahm sind, dass sie sich streicheln lassen. Dazu kommt, dass Zwergkaninchen relativ viel Auslauf und Bewegung brauchen. Hier kommt ein Garten der Haltung in jedem Fall zugute. Kaninchen sind gesellige Tiere und leben von Natur aus in Herden. Sie möchten nicht alleine sein und sollten deswegen immer gemeinsam mit anderen Hasen oder alternativ mit Meerschweinchen gehalten werden. 

Datum: 20.04.2020

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