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Sexualität nach den Wechseljahren — ein Leben nach der zweiten Pubertät

Wie gestaltet sich das Liebesleben nach den Wechseljahren?

18. Januar 2017

Viele Frauen kennen es, einige Frauen stecken mittendrin und wieder andere haben sie bereits hinter sich. Die Rede ist von den Wechseljahren. Doch was genau passiert in der Zeit? Wie ändert sich der Körper und vor allem die Lust?

Zwangsweise Lustlosigkeit?

Laut einer Studie wünschen sich Frauen zwischen 50 und 60 Jahren im Durchschnitt mehrmals im Monat Sex. Allerdings fühlen sich in diesem Jahresfenster auch viele Frauen nicht mehr begehrenswert, weswegen auch ein Viertel der 50- bis 55-Jährigen keinen Sex mehr hat. Bei den Damen zwischen 65 und 70 ist sogar nur jede dritte Frau sexuell aktiv. Hängt diese Lustlosigkeit auch zwangsweise mit dem Wandel des Körpers zusammen?

Die reine Menopause, also die letzte Menstruation, läutet dabei den Beginn der Wechseljahre an. Der Weg bis zur Menopause wird dabei Perimenopause genannt und dauert in der Regel ca. 10 Jahre. In diesem Zeitfenster findet eine körperliche und seelische Umstellung statt, die mit einer Pubertät vergleichbar ist. Dabei sinkt der Östrogenspiegel kontinuierlich bis auf ein absolutes Minimum. Das hat zur Folge, dass Schleimhäute trockener werden, wodurch die Vagina nicht mehr so schnell feucht wird. Ohne viel Zärtlichkeiten oder Gleitmittel könnte der Sex also schmerzhaft werden. Allerdings ist rein körperlich gesehen keinerlei Verbindung zwischen dem Östrogenstand und der Lust am bzw. auf Sex, somit kann es nicht direkt an der körperlichen Änderung liegen.

Die junge Gesellschaft

Wenn der Körper nicht direkt auf das Empfinden von Lust wirkt stellt sich die Frage, woran die Lustlosigkeit noch liegen könnte. Ein Grund könnte hier in der psychischen Umstellung liegen. In einer Gesellschaft, in der oft nur junge, attraktive Menschen in den Vordergrund gerückt werden und als „Vorzeigesymbol“ für die Lust dargestellt werden, kann es oft schon sein, dass eben genau diese Eindrücke einen etwas runterziehen können. Wird man auf der Straße angelächelt, so ist man vielleicht auf einem Höhenflug. Bei einem komischen Blick kann man sich jedoch ganz schnell auch schlecht fühlen, wenn das Selbstbewusstsein in Mitleidenschaft gezogen wird. Kommt dann noch vielleicht Stress bei der Arbeit hinzu ist der tödliche Cocktail für die Lustlosigkeit auch schon gemixt.

In anderen Kulturen, wo nicht nur die jungen Menschen für Attraktivität stehen, sind solche Probleme seltener anzutreffen. So wird in Japan beispielsweise eine Frau als sehr attraktiv wahrgenommen, wenn sie die Menopause bereits überschritten hat.

Man kann es drehen und wenden wie man will, in die Wechseljahre kommt jede Frau einmal. Man sollte hieraus also das beste machen und sich vielleicht doch auf eine neue Entdeckungstour der Sexualität wagen. Sich selbst neu entdecken, andere Spielarten ausprobieren und das ganze vor allen Dingen selbstbewusst angehen. Und solch ein Leben ohne Regel ist auch deutlich entspannter, oder?

ORION Blogger David